Antall József szerk.: Orvostörténeti közlemények 105-106. (Budapest, 1984)

TANULMÁNYOK - Kaiser, W. — Völker, A.: Az első középeurópai gyermekkórház (német nyelven)

Die in den halleschen Schul- und Bildungsanstalten von Anfang an erkennbare Vor­beuge-Mentalität verdeutlicht sich bereits 1697, als Francke seinen Mitarbeiter Georg Heinrich Neubauer (1666—1725) zu diesbezüglichen Studienzwecken in die Niederlande schickt und ihn zu schriftlicht auszuarbeitenden Analysen über das praktizierte System der Medicina praeservatoria der dortigen Waisenhäuser veranlaßt (Wie vermeidet man Ansteckung? Welche Mittel sind vorhanden gegen Grind, Ungeziefer generell und gegen die Krätze? Baden die Kinder zuweilen?). In Halle gilt es vor allem die Trink­wasserversorgung der Anstalten zu regeln: eine 1706 in Betrieb genommene Quellwasser­zufuhr gibt nach ihrem Versiegen Anlaß zum Bau einer Stollenleitung mit Direktanschluß für Speisesaal und Laboratorium (Protokoll vom 30. Dezember 1718: „Das neue Waßer hat angefangen, auf dem Hofe des Waysenhauses zu lauffen am 24. Dez. des Abends"). Gutes Wasser garantiert zugleich ein gutes Bier, das auch für die Kinder als tisch­übliches Getränk benutzt wird 58 Johann Juncker gilt als Brauerei — Fachmann und wird 1722 als Visitator mit der Überwachung der anstaltseigenen Brauerei betraut (bereits vor seinem zeitweiligen Abgang aus Halle hatte er dieses Amt 1707 bekleidet). Die wiederholt aufgetretenen Klagen über die „Stranguria" — sie wird als Zeichen für den Genuß von schlechtem Bier gedeutet — sistieren weitgehend. In späteren Jahren erhält das Krankenhaus das Bier sogar in Flaschenabfüllung : 15. Juli 1706 : „Wegen der Klagen, so bißher über das Bier gewesen, soll eine Untersuchung geschehen: damit diejenigen, so es genießen, keinen Schaden am Leibe darvon haben." 17. Juni 1718: „Das Bier ist bisher in einer Tonne ins Kranckenhaus gebracht; es findet sich aber, daß solches sauer werde ... Wird beßer seyn, daß es in Kannen hinauf getragen werde" (Randnotiz: „Es kan das Deputat hinauf getragen werden"). 10. Dezember 1721 : „Das Bier im Waisenhause ist nun nach Hr. D Junckers Vorschlag zum dritten mal gebräuet worden, mit handgreifl. Verbeßerung, da es helle und Wohlge­schmack ist." 31. Juli 1747: „Solte im Kranckenhause das Bier auf bouteillen gezogen werden." Ist ausreichend Wasser vorhanden, so sind damit zumindest die Voraussetzungen für körperliche Reinlichkeit und regelmäßiges Baden gegeben. Für das 18. Jahrhundert hat das einen langwierigen Prozeß der Gesundheitserziehung bedeutet: der Arzt gibt ent­sprechende Empfehlungen, eine „Reinigungs-Frau" wacht ebenso wie die Schulleitung darüber, daß die Wasch- und Bademöglichkeiten auch wirklich wahrgenommen werden : 13. Januar 1706: „Wegen des Badens der Kinder soll die Einrichtung gemacht werden, daß ein iedes Kind in einer besondern Wanne sich bade, damit ... die malignität eines Schadens bey einem, nicht auff solche Weyse auff andere komme, indem sie in eben solches Waßer sich sezen müßen." 15. Juli 1706: „Die großen Knaben so bißher sich immer mit reinigen laßen von d. Reinigl. Frau, sollen sich selbst reinlich halten, u. soll keiner über 12 Jahr von der Frau gereiniget werden." 17. Mai 1713: „Theils Kinder sind sehr unrein, und werden also wol 3mal gereiniget werden müßen." 19. Februar 1721 : „Es sind neue Gefäße angeschafft, daß die Waisenknaben sich darüber waschen können, damit mit dem kalten Waßer auf dem Hof die Gesundheit nicht ruiniren." 31. Juli 1722: „Dn. Medicus recommendirt wieder die Waisenknaben zu baden." ders.: Zum Bierkonsum im Kindes- und Jugendalter. Eine Studie zur halleschen Medizin­und Kulturgeschichte des 18. Jahrhunderts. Lekarsky Obzor 5, 119-124 (1970).

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