Antall József szerk.: Orvostörténeti közlemények 105-106. (Budapest, 1984)

TANULMÁNYOK - Kaiser, W. — Völker, A.: Az első középeurópai gyermekkórház (német nyelven)

Viel therapeutischen und präventiven Aufwand hat man in den Franckeschen Stiftun­gen durch den Ungezieferbefall im allgemeinen und mit den Hautaffektionen und den „bösen Köpfen" (Crusta lactea) im besonderen. Erfolge erhofft man sich durch die Ver­wendung von „Läuse-Salbe" und die Durchführung von „Räucherungen" , während man temporär vor den sogenannten Schmierkuren warnt : 1. September 1705: „Das Schmieren bey der Kreze muß nothwendig unterbleiben, weil ein größer Übel darauff erfolget, wie am Tage lieget, daß hernach wunderlich effectus daraus entstanden, als daß Sie böse Augen bekommen, Knoten kriegen oder andere unheil­bare Kranckheiten sich dadurch auff den Halß ziehen: od. muß vorher mit dem medico conferiret werden ... Der krezigten Kinder Hembder und Bettlacken auch Handtücher sollen besonders gewaschen werden, damit dieselben nicht verwechselt u. also gesunde Kinder nicht inficiret werden." 17. Dezember 1705: „Wenn die Schneider neue Kleid, den Waysen-Kindern machen, sollen sie die Nähte mit Läuse-Salbe einbalsamiren." 15. April 1707: „Böse Köpfe sollen nicht mit schmieren curiret werden, nichts Fettes muß auf solche Köpfe kommen, truckene Rosen-Blätter, die Hr. Tölner vorschlug, wolte Hr. D. Richter auch nicht gelten laßen, denn sie adstringiren; baden und waschen mit warmen waßer und Sei ffe rathet Hr. D. Richter, wenn man äußerlich was brauchen wolle. Hr. Tölner erzehlet, daß seine Seel. Frau für ein säugendes Kind ein Bad mit Seiffenkraut gemacht hat u. daß sie essentiam viperarum eingenommen, denn sie säugete das Kind." 25. Mai 1707: „Hr. Huth fragt, wie den Wandleusen zuwehren. Hr. Freyer sagt, alter Gurken Stafft tödte sie, niemlich der Stafft von den Sonnengurken." 31. Mai 1707: „die bösen Köpfe, die Fieber und Kretze machen große incommoditaet im Paedagogio." 6. Juli 1708: „Eine Frau, so die schlimmen Köpfe besiehet, waschet ... käme uns wohl zu statten. Die Rundlerin körnt in Vorschlag, oder obs die Anna aus Constantinopel thun könne ?" 9. Januar 1715 : „Man hat etliche krätzigte Kinder auf eine Stube allein gethan." 9. Juni 1719: „Die Krätzigen haben mehr als ein Handtuch wöchentlich nötig." 23 Februar 1720: „weil ... die Stube von den Dampf niemahls frey wird, quaer. Ob nicht diese Classe auch in die teutsche Schule ... können lociret ... werden ... die Stube würde von dem beständigen Qualm oder Dampf befreiet, folglich möchte auch die Scabies sich so häufig nicht mehr finden." 14. Januar 1724: „orphani fragen an, ob sie nicht ihre Haare dürfen abschneiden laßen, weil sie den Ausschlag am Kopfe spühren." 28. Juli 1724: „Die Bett-Stellen ... sollen wegen der Wanzen mit kochendem Waßer gereiniget werden." 22. März 1725: „Es kommen zuweilen solche patienten auf die Krancken-Stube, welche Unziefer mitbringen urui das ganze Haus verunreinigen." 22. Juni 1750: „da auf der Motions Classe Ratten verspüret werden sollen daselbst Fallen gestellet werden." Einen noch breiteren Raum als die Pharmakotherapie im weitesten Sinne nehmen die diätetischen Maßnahmen und die Bewegungstherapie ein. Die „Motion" findet sowohl bei Gesunden als auch bei Kranken Anwendung; Unterschiede werden in der be­sonderen Abstufung gemacht: für die Kranken ist die „extraordinaire motion" zutreffend (Protokoll vom 23. Februar 1756: „Wegen der Reinigung der kräzichten Kna­ben vom Kranckenhause erinnerte Herr Past. Wey se, daß zu Beförderung der motion gut seyn möchte, daß ... ihnen die Zeit von Va bis voll 12 Uhr bestimmt"). Den Diätplan für

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