Antall József szerk.: Orvostörténeti közlemények 105-106. (Budapest, 1984)

ADATTÁR - Lesky, E.: Klein 1846. február 20-i előterjesztése Semmelweis kinevezésére (német nyelven)

Mit Rücksicht auf die volkommen entsprechende Qualifikation des Dr. Semmelweis und den Umstand, dass Herr Professor Klein ihn für die Assistentenstelle bei der ersten geburts­hilflichen Klinik als den geeigneteren Competenten erklärt, wurde ihm diese Stelle provi­sorisch verliehen und der Herr Studiendirektor Hofrath Ritter von Raimann 13 von dieser Amtshandlung in Kenntniss gesetzt. Wien den 27. Februar 1846 Well" Wir aber kehren nochmals zur Kompetenten-Tabelle Kleins zurück. Denn bei ihrem Studium drängt sich gerade zum gegenwärtigen Zeitpunkt noch eine Bemerkung auf. Es ist nicht mehr zu übersehen, dass die jüngste Semmelweis-Forschung eine Richtung genommen hat, die die Wiener Ausbildungsjahre Semmelweis' und die Wirkung, die von den grossen Lehrer- und Forscherpersöntlichkeiten dieser Zeit und den von ihnen geleiteten Institutionen auf Semmelweis ausging, zu minimalisieren, wenn nicht über­haupt zu leugnen trachtet. Hält diese Tendenz an, so besteht die Gefahr, dass unser nunmehr seit 80 Jahren mühsam errungenes, asugewogenes Semmelweis-Bild seinen historischen Unterbau bzw. seinen historischen Bezugsrahmen verliert. Denn die Bestre­bungen gehen dahin, alles Licht auf den genialen Entdecker zu versammeln und diesen in völliger Isolation von der ihn medizinisch formenden und prägenden Umwelt zu zeigen. In dieser Beziehung kann und mag uns die Rubrik „Fähigkeit und Fortgang in Stu­dien" der Kompetenten-Tabelle gerade in ihrer trockenen Nüchternheit eine heilsame Mahnung sein, in den angedeuteten isolationistischen und scholastisch-definitorischen Übertreibungen nicht fortzufahren, sondern auf dem Boden der historischen Realität zu bleiben. Denn die genannte Rubrik zeigt mit den Namen Skoda, Rokitansky, Hebra, Engel, 14 Chiari, Breit 15 ein wahrhaft breites Spectrum jener Wirkung an, die von der Zweiten Wiener medizinischen Schule auf den Jungarzt Semmelweis in der Internen Medizin, der pathologischen Anatomie, Dermatologie und Geburtshilfe Tag für Tag ausging. Und das am Ende gesetzte „et cet." deutet zwar an, dass der Raum für weitere Namen auf der Kompetenten-Tabelle zu Ende ist, keineswegs aber damit die Wirkungs­kräfte erschöpft sind, die genau in dem Jahr 1841, als Semmelweis zum zweitenmal J3 Nur in Wien gab es seit Stiffts Zeiten (Lesky, zit. Anm. 2. S. 36.) seit 1811 ein Vizedirektorat. Der kaiserliche Leibarzt Stifft und Protomedicus der österr. Erblande konnte nicht mehr selbst die Amtsgeschäfte besorgen, die die Leitung der med.-chir. Studien erforderten. So behielt er sie nominell als Direktor der med.-chir. Studien in der Funktion einer obersten Aufsichtsbehörde, in Wirklichkeit leitete sie aber der dazu bestellte „Vice-Direktor,,. Johann Nepomuk Ritter von Raimann (1870—1847), der Schwiegersohn Stiffts, wurde 1837 Direktor der med.-chir. Studien und Praeses der med. Fakultät. Vgl. Biogr. Lex. (zit. Anm. 4., 4. Bd. S. 18. f.). 14 Josef Engel (1816-1899) war 1840 Assistent bei Rokitansky und ging 1844 als Professor der pathologischen Anatomie nach Zürich. Semmelweis hat vermutlich bei ihm einen Privat­kurs in der pathologischen Anatomie genommen. Für Engel trifft offensichtlich die Klage Rokitanskys in seiner „Selbstbiographie und Antrittsrede,, (eingel. hersg. u. mit Anmer­kungen erläutert von Erna Lesky. Österr. Akad. Wiss., phil.-hist. Kl. Sitzb., 234 Bd., 3. Abh. Wien 1960. S. 55.) zu, dass seine Assistenten durch Privatkurse und Privatsektionen mit ihm „concurrirten". Jedenfalls blieb Rokitanskys Verhältnis zu diesem Schüler dauernd gestört. Vgl. Lesky, zit. Anm. 4. S. 140. 15 Zu Breit vgl. Anm. 3.

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