Antall József szerk.: Orvostörténeti közlemények 93-96. (Budapest, 1981)

TANULMÁNYOK AZ ÓKORI MEDICINA KÖRÉBŐL - Kiss, Ákos: Gyógyító, kultikus-mágikus emlékek ókori mozaikokon (német nyelven) . . .

gelenkt; dieses wird von acht verschiedenen Tieren und Gegenständen angegriffen, ge­bissen, gefressen; sichtbar sind eine hineingestochene Harpune, ein Gladius (kurzes Schwert), ausserdem Skorpion, Schlange, Hund, ein Rabe, ein unerkennbares Tier und dazu ein schädlicher Wurm. Der kleine Flötenspieler ist nach Doro Levi's Meinung ein Neger; beachtenswert sind seine spitzen Ohren; aber es würde von unserem Thema zu weit führen, beweisen zu wollen, dass der Teufel (der Satan) seine endgültige Form nach verschiedenen Änderungen, Transformationen, seit dem Mittelalter von diesen antiken Figuren bekommen hat. Der lichtbringende Stern des Altertums, der Phosphor-Lucifer beginnt also — auch von Seiten der positiven Gesundheits-Schemas betrachtet — seine langdauernde Karriere durch die christliche Welt. Dieser Weg ist nicht so merkwürdig und nicht so weitführend, wenn wir an solche Änderungen denken wie zum Beispiel der aus dem Todesdämon der Kapuze sich entwickelte heilige Christoph; beide sind aber in wichtigem Zusammenhang mit der Sphäre des Gesundheitsschutzes. Doro Levi —• der mit Hilfe seines grossen ikonographischen Wissens dieser Figur weit hinaus nachgeforscht hat, nennt sie entschieden den salbigen — unguentarius — Neger, und stellt ihn als heilen­den Faktor dar. Der Neger ithyphallikus, mit seinem mächtigen hinterem Organ wendet sich auch gegen das verderbende Auge; also schon als neunter schützender Faktor. Unser Heil-Neger spielt also auf der Flöte, ist apotropäisch Phallisch und hat ausserdem auch eine gute Salbe. Diese Letztere sehen wir hier zwar nicht, doch sie ist auf anderen anknüpfenden Darstellungen sichtbar. Die griechische Inschrift: „KAI SZÜ" (und Du, oder und Dir) — deutet auf die persönliche Verbindung mit der Persönlichkeit, die zu beschützen ist ; der hellenistisch gebildete Besitzer (Bewohner) der eleganten antiochischen Villa konnte auf Grund seines magischen Glaubens, die — aus dem prachtvollen Mosaik­boden seines Hauses für ihn ständig ausgestrahlte — Obhut, den Schutz seiner Gesundheit fühlen. Dieses Gefühl konnte sozusagen all sein Suchen nach Genesung, oder seine Tendenzen — der verschiedenen Übel vorbeugen zu können — zusammenfassen. Auf Grund einer stilkritischen Untersuchung können wir dieses Mosaik gegenüber D. Levi's Datierung aus den Traianischen Zeiten, auf das späte IL Jahrhundert datieren. Unsere Datierung des Monumentes fällt mit jener allgemeineren medizinisch-geschicht­licher Betrachtung zusammen, dem entsprechend in der — die Galen Periode folgen­den spätantiken Zeit — neben den positiven Heilungsmethoden nach dem Ende des II. Jahrhunderts auch Aberglauben, Magie mit kultischen Meinungen verknüpfte Ansichten, Handlungen und Geräte immer mehr in den Vordergrund getreten sind. Cedrinus, Auktor der antiken Zeit hat die im III. Jahrhundert auf weiten Gebieten tobende Pestsucht direkt den Blicken der unheilbringenden Augen zugemutet. 4 Der wichtigste Teil unseres Mosaiks, das unheilbringende Auge, war nicht nur für die — auf dem kostbaren Mosaikboden hin und her schreitenden Reichen und Vorneh­men ein Faktor im magischen Schutz der Gesundheit. In der Form von tragbaren, kleinen Talismanen war die Abbildung des verderbenden Auges ganz üblich. Zwischen Mosaik­denkmälern in Italien in der Villa Corsini bei S. Pancrazio spielen auf einer ähnlichen Darstellung neben der Flöte auch andere Musikarten, unter ihnen der Krotalon, sogar Tanz, auch eine Rolle im Fernhalten der verschiedenen Übel. 5 Aus Tarsos kennen wir zwei solche — vom Verderben schützende — tanzende, clownartige terrakotta Figuren. Diese bringen unseren flötenspielenden-musizierenden Neger mit Figuren uralter Komö­4 Farkasfalvi Hints, Elek, Az őskori és ókori orvostudomány. I. Budapest 1939. 276. 5 M. Goldman, AJA 47 (1943) 28

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