Antall József szerk.: Orvostörténeti közlemények 93-96. (Budapest, 1981)

TANULMÁNYOK - Rádóczy Gyula: A Magyarországon hivatalos gyógyszernormatívumok

Die Pharmacopoea Hungarica erlebte bisher 6 Auflagen (1871; 1888; 1934; 1954; 1968). Zu den 1-ten, 2-ten und 5-ten Auflagen sind auch Addenda erschienen (1883; 1896; 1958). Zwar die dafür in Ungarn Zuständigen seit Ende des 18. Jhs. öfter darauf drängten, und von diesem Gedanken nicht einmal der Wiener Hof einen Abstand nahm, hatte eine Erscheinung erst am Ende des 19. Jhs. verwirklicht werden können. Wenn nicht auch ohne Ausnahme, es hatten die einzelnen Auflagen das Niveau anderer Arzneibücher europäischer Länder im allge­meinen jedoch erreicht, es manchmal sogar übertroffen. Als obligatorisches Normbuch gilt die 5-te Auflage seit ihrem Erscheinen nicht nur für die Apotheken, sondern auch für die pharma­zeutische Industrie. Neben dem Arzneibuch war ab Mitte des 19. Jhs. die Norma Pauperum eine auf dem Amstwege für offiziell erklärte Mustersammlung ärztlicher Rezepte geworden. Sie erlebte 6 Auflagen 1850; 1873; 1893; 1899; 1931 ; 1935). Die erste Auflage teilt sich auf 2 Teile: auf die Heilkunde von Kindern bzw. auf dieselbe von Erwachsenen. Anfangs wurde sie allein in der Medikamenten­versorgung von mittellosen Kranken gebraucht, später aber hatten ihre Geltung auch die sich vermehrenden Krankenkassen angenommen. Wie zeitgemäss sie zu sein vermochte, dafür ist es gekennzeichnend, dass es viele Vorschrifte deren in das Arzneibuch übernommen worden sind und, dass sie — im Hinblick auf manche Arzneiformen — selbst das Arzneibuch überholten (der Injektionspräparate betreffs sogar mit 62 Jahren!). Es durften die normierten Rezepte der ersten zwei Auflagen merkwürdigerweise auch in der Veterinärmedizin gebraucht werden, vorausgesetzt, dass es sich um Tiere armer Leute handelte. Als Rechtsnachfolger der Norma Pauperum wurden die Formulae Normales erlassen. Sie erlebten bisher 5 Auflagen (1940; 1942; 1954; 1959; 1967), wobei noch die dritte Auflage auch ein Additamentum gehabt hatte (1956). Da die normierten Rezepte auf einem sich immer mehr verbreitenden Gebiete angewandt worden waren, hatte die Benennung geändert werden müssen. Wir sind die Zeugen heutzutage dafür, wie die Arzneipräparate (Galenika) aus dem Arzneibuch allmählich in die Formulae Normales übergehen. In der Rezeptur wurde der Gebrauch dieser letzteren immer mehr allgemeingültiger, und hier kann man lieber jene Regeln auffinden, welche sich auf die Arzneizubereitung beziehend in Kraft sind. Als Normbuch der Rezeptur können immer mehr die Formula Normales betrachtet werden; das Arzneibuch wird lieber als eine qualitative Norm in der Medikamentenversorgung eine Rolle spielen. Zwar haben die Formulae Normales Veterinariae als Arzneinormativum keine geltende Kraft, können ihre Rezeptmuster jedoch frei verordnet werden. Um für die magistralischen Medika­menten in der Tierheilkunde mehr Raum gev/ähren zu können, liess man diese Ausgabe erschei­nen. Auch vom Autor ist es aus diesem Grund erwähnt worden. Sie erlebten bisher 2 Auflagen (1969; 1973). In der veterinärischen Praxis werden sie immer mehr allbeliebt. GY. RÁDÓCZY, Dr. pharm. Senior Research Fellow of the Semmelweis Medical Historical Museum, Library and Archives Budapest, Apród u. 1/3, Hungary, H-1013

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