Antall József szerk.: Orvostörténeti közlemények 83-84. (Budapest, 1978)
FÓRUM - Szakvélemények és hozzászólások Semmelweis kórtörténetéhez (magyar és német nyelven)
DR. MIKLÓS LAMBRECHT, PATHOLOGE Aufgrund einiger Daten des Sektionsprotokolls scheint es möglich, daß sich die subcutanen Metastasen der Abszesse zum Teil an solchen Stellen herausbildeten, wo vorerst (bei Bändigung in Tobsuchtsanfällen?) äußere Verletzungen entstanden waren, die dann als „loci minoris resistentiae" während der Dissemination des septischen Prozesses die nachträgliche Abszessbildung befördern dürften. Im Zusammenhang mit Meynerts histologischem Befund muß darauf aufmerksam gemacht werden, daß es dazumal nur zur Anwendung einer sehr primitiven Histotechnik eine Möglichkeit gab. Das Mikrotom ist zwar bereits bekannt gewesen, aus der Beschreibung geht es aber eindeutig hervor, daß Meynert freihändig mit Rasiermesser „durchscheinende Schnitte" verfertigte, die er bloß in Chromsäure ätzte und mit Karmin färbte. Eine so geringe technische Vorbereitung machte es schlechthin unmöglich, die feinen Gewebe und die pathologischen Veränderungen derselben sichtbar zu machen. Im Zusammenhang der letzteren betonte selbst Meynert, daß die Bedeutung der Dichtheit der Ganglionzellen bzw. die ihres Spärlicherwerdens an einigen Stellen noch unbekannt seien. Was die Glaubhaftigkeit der Krankengeschichte anbelangt, würde ich nicht solche Vermutungen anstellen, daß man vor über hundert Jahren den Decursus mit einer dem heute allgemeinen Usus ähnlichen Laxheit, sogar nachträglich geschrieben hätte. Der untergeordnete Arzt war damals — den damaligen Möglichkeiten entsprechend — mit therapeutischer Tätigkeit weniger beschäftigt, als der heutige, weshalb es vermutlich ist, daß er die Krankengeschichte sozusagen mit der Gewissenhaftigkeit eines Beamten geführt hatte. „Die Moral der Krankenblattführung" muß sich offenbar von der heutigen unterschieden haben. Des weiteren müssen wir noch eine Frage beantworten: An welche Krankheit dürften die damaligen Pathologen gedacht haben, als sie sie mit einer heute nicht mehr gebrauchten Terminologie umgeschrieben hatten? (Die Sepsis, als unmittelbarer Faktor der Todesursache gehört natürlich nicht zum fraglichen Problemenkreis.) Nur ein Vergleich mit der zeitgenössischen und etwas späteren Fachliteratur kann uns in den terminologischen Schwierigkeiten zurechtweisen. Die „etwas spätere Fachliteratur" kann deshalb konsultiert werden, weil sie die Entwicklung der wissenschaftlichen Erkenntnis und zugleich die Änderung der Terminologie widerspiegelt, was die Identifizierung der uns schon besser bekannten Ausdrücken ermöglicht. Das im Jahre 1864 erschienene Lehrbuch von Lajos Arányi 1 bot dazu keine Hilfe, denn es behandelte keine solche pathologische Veränderung des Nervensystems, welche den Begriffen paralysis progressiva und tabes entsprochen haben würden. Die pathologisch-anatomischen Vorlesungen von Gusztáv Scheuthauer sind 1877 erschienen, zum Glück nach der Niederschrift zweier seiner Schüler. 2 So ist nämlich 1 Arányi Lajos: A kórbonctan elemei— Sokratesi modorban tárgyalva (Grundriß der pathologischen Anatomie — Nach Sokrates' Methode behandelt). Buda, 1864. 2 Scheuthauer Gusztáv: Elméleti kórbonctan. I. köt. Kiadta Rothman Ármin V. éves orvostanhallgató. — II. köt. Jegyezte Nyitó Sándor. (Theoretische pathologische Anatomie. Bd. 1. Herausgegeben von Ármin Rothman, Medizinstudent des V. Jahrgangs. — Bd. Ii. Niedergeschrieben von Sándor Nyitó). Budapest, 1877.