Antall József szerk.: Orvostörténeti közlemények 83-84. (Budapest, 1978)
FÓRUM - Szakvélemények és hozzászólások Semmelweis kórtörténetéhez (magyar és német nyelven)
tuell erhaltenen Aufzeichnungen von Prof. Skoda bekommen. Die Tatsache, da am 5. August Prof. Skoda als alter Freund Semmelweis in der Irrenanstalt besuch und unserem Wissen nach Semmelweis' dortige Behandlung nicht beanstandet macht wahrscheinlich, daß er die Behandlung für nötig und geeignet hielt. Aufgrund des Sektionsbefundes haben wir hingenommen, daß der phlegmonö: Prozeß an der Hand bereits bei der Aufnahme in die Anstalt herausgebildet war un zur letzten Entwicklung fortschritt, was die derzeitige Medizin nicht vermochte un zukehren. Die Niederösterreichische Landesirrenanstalt kann — meiner Meinung nach für Semmelweis' Tod nicht beschuldigt werden. Die Methoden, die in der Ansta zur Bekämpfung der Unruhe im deliriösen Zustand vermutlich angewendet warei wie Zwangsjacke, Abbindung usw. können jedoch den Komplikationen der Pyäm zur vollen Entwicklung geholfen haben. PROF. em. ISTVÁN KÖRN YE Y, PSYCHIATER Ich hoffe, zwei Erfordernissen genugtun zu können: einerseits werde ich mich kui äußern, anderseits will ich nur feste Behauptungen vorbringen und Folgerungen ni insofern ziehen, als es in diesem Themenkreis erlaubt ist. Was ist zweifellos? Zuerst, daß Semmelweis an einer septischen Krankheit versto ben ist, zu der ein psychisches Syndrom hinzu kam. Ein solches Syndrom kann ab —wie es von meinem Freund, Prof. Pál Juhász aufgezählt wurde — sich vielen andere infektiösen Krankheiten anschliessen. Weiterhin ist es zweifellos, daß Semmelweis — zi mindest zur Zeit seiner Einweisung in die Irrenanstalt — psychisch krank war. Ic würde keinesfalls den Verdacht hegen, daß bei der Einweisung eine inkorrekte Absicl (wie z. B. die des Loswerdens) überhaupt eine Rolle gespielt haben könnte. D Einweisung ist reichlich begründet dadurch, was in Bókais Brief enthalten is Von diesem Gesichtspunkt aus hat Herr Kollege Silló-Seidl ohne Zweifel d; erfreuliche und große Verdienst, diese Quelle zugänglich gemacht zu haben. Was w erfahren, stimmt — soweit ich mich erinnern kann — im großen und ganze mit den früheren Daten überein, die durch Semmelweis' Freundeskreis, in erster Lin durch Markusovszky, bekannt waren. Semmelweis hatte also eine organische Psycho mit ausgeprägten Symptomen zumindest vier Wochen lang vor seinem Tode. Di weiteren ist es jetzt schon — wie ich meine — unbestreitbar, daß die Verletzung an d< Hand vor der Einweisung erfolgte, weshalb keine Injurie während Semmelwei Aufenthalt in der Anstalt verantwortlich gemacht werden kann. Es bleiben aber fraglich, einerseits ob von symptomatischem Gesichtspunkt at Folgerungen aus den psychotischen Zeichen gezogen werden können, andersei aber, auf welche Zeit der Anfang des ganzen Prozesses gesetzt werden soll. D Symptome —wie es aus der globalen Bezeichnung „psychoorganisch" hervorgeht sind an und für sich für keine spezifische Krankheit charakteristisch. Zählte me Freund Prof. Pál Juhász diejenigen akuten Krankheiten auf, in deren Zusammenhar sich dieses Syndrom entwickeln kann, so müssen wir allererst die Frage stelle ob es auch bei chronischen Krankheiten vorkommt.