Antall József szerk.: Orvostörténeti közlemények 80. (Budapest, 1976)
KÖZLEMÉNYEK - Silló-Seidl, Georg: Semmelweis életének utolsó állomásai és valódi boncjegyzőkönyve (német nyelven)
erneut in Gang gebracht zu haben, verlangte deshalb von dem damaligen Leiter des Pathologischen Institutes, Chiari, eine Fotokopie des Originals. Chiari kam dem Wunsch nicht nach. Ich bin dem originalen Sektionsprotokoll nachgegangen. Es stellte sich heraus, daß es auch davon sogar zwei Ausführungen gibt*. Einer, der im Protokollbuch des Pathologischen Institutes (Nr. 6) und der in der Krankengeschichte eingetragene Befund, den ich mit 5 beziffere (wird in einer der folgenden Nummern dieser Zeitschrift veröffentlicht). Wegen des Charakters des im Protokollbuch eingetragenen Befundes werde ich dieses als Original betrachten. Hiermit wird zum ersten Male in der medizinischen Literatur der handgeschriebene, aus dem Protokollbuch des Pathologischen Institutes der Universität Wien fotografierte (und in Maschinenschrift übertragene) Text veröffentlicht (Abb. 3—5). An Hand dessen lassen sich die Abweichungen wie folgt feststellen. TEXTSTUDIEN Die Diagnose Wie aus der Abbildung 6 hervorgeht, kennen wir sechs mehr oder weniger unterschiedliche Diagnosen abgeleitet aus den Sektionsprotokollen Semmelweis'. In der Abbildung unterstrich ich die Abweichungen vom Originaltext, bzw. setzte das Auslassungszeichen, wo es notwendig war, ein. Als Beilage sind die Abweichungen der besseren Übersicht wegen hervorgehoben. Man muß unwillkürlich die Frage stellen, wieso und warum diese Abweichungen zustandekamen ? Als erstes fällt auf, daß gerade Scheuthauer, von dem man annimmt, selbst die Sektion Semmelweis' durchgeführt zu haben, sich Änderungen in der ungarischen Arbeit erlaubte. Allerdings kann man belegen, daß diese „ausführlichere" Diagnose dem Inhalt des Protokolls nähersteht, als die ursprüngliche. Weiterhin, dass die in ungarisch wiedergegebene Diagnose auffallend mit dem in der Krankengeschichte eingetragenen Text übereinstimmt. Lediglich die letzte Zeile fehlt. Diese Tatsache läßt einen ursprünglichen Zusammenhang zwischen den genannten vermuten. Was die erste Diagnose von Sticker angeht, wissen wir aus Darvas' Nachforschungen, daß Sticker die Abschrift des Protokolls von einem Kollegen aus dem Niederösterreichischen Landes-Sanatorium erhielt. Der Befund ähnelt dem in der Krankengeschichte eingetragenen, was bedeutet, daß der Kollege auch dazu Zutritt hatte. Das wußte Sticker jedoch nicht, sonst hätte er sich den unwahrheitsgemäßen Satz nicht erlaubt: „Hier der Wortlaut der Urkunde im Wiener Pathologischen Institut" 24 . * Die Nachforschungen und Fotoaufnahmen machte mir einerseits Professor Holzner, der heutige Direktor des Pathologisch-Anatomischen Institutes der Universität Wien, andererseits der Leiter der Wiener Gesundheitsbehörden, Professor Stacher, möglich, denen ich im Namen aller Wissenschaftler von dieser Stelle aus meinen verbindlichen Dank ausdrücke. 24 Sticker, G. ders.