Antall József szerk.: Orvostörténeti közlemények 66-68. (Budapest, 1973)
KRÓNIKA
Am 30. Oktober 1971 verstarb in Cluj (Klausenburg) der hervorragende Wissenschaftler, Professor Valeriu L. Bologa, Ehrenmitglied der Akademie der Medizinischen Wissenschaften in Rumänien, Vorsitzender der Gesellschaft für Geschichte der Medizin in Rumänien. Professor V. L. Bologa hatte fast fünf Jahrzehnte der Lehrstuhl für Geschichte der Medizin in Cluj inne. Er wurde am 20. November 1892 in Brasov (Kronstadt) in einer rumänischen Intellektuellenfamilie geboren, die sich für nationale Rechte der Rumänen eingesetzt hat. Nach Beendigung des Lyzeums in seiner Vaterstadt studierte V. L. Bologa Naturwissenschaften und Medizin an den Universitäten zu Jena und Innsbruck und schliesslich an der Medizinischen Fakultät der rumänischen Universität Cluj. Nachdem er kurze Zeit Hilfsassisstent am Lehrstuhl für Histologie war, wurde er 1921 zum Assisstenten von Professor Jules Guiart beim ersten Lehrstuhl für Geschichte der Medizin in Rumänien ernannt. Nach Rücktritt des Meisters leitete V. L. Bologa den Lehrstuhl ununterbrochen, als Dozent (1927), ausserordentlicher (1932) und dann ordentlicher Professor (1937). In seinem wissenschaftlichen Werk, das über 1000 Arbeiten umfasst (Abhandlungen, Aufsätze, Popularisierungsschreiben, Vorträge und Mitteilungen), hat Professor Bologa auf alle wichtigsten Gebiete der rumänischen und allgemeinen Geschichte der Medizin, von der medizinischen Folklore bis zu theoretischen Fragen der zeitgenössischen Medizin sein Augenmerk gerichtet. Bedeutungsvoll ist die Erforschung der medizinischen Vergangenheit Siebenbürgens und des Banats, besonders der Rolle der rumänischen Ärzte aus diesen Provinzen für die Entwicklung der rumänischen Medizin. Diese Forschungen wurden in der Arbeit „Beiträge zur Geschichte der Medizin in Siebenbürgen" („Contributii la istoria medizinii din Ardeal", Cluj, 1927) zusammengefasst. Die Abhandlung „Die Anfänge der rumänischen wissenschaftlichen Medizin" („Inceputurile medicinii stiintifice românesti", Cluj, 1930) ist eine erste Synthese der allgemeinen Richtlinien und Entwicklungsetappen der rumänischen Medizin. In dem späteren, 1955 erschienenen Band „Beiträge zur Geschichte der Medizin in der Rumänischen Volksrepublik" („ Contribuai la istoria medicinii Ín Republica Popularä Romänä") werden die Ausführungen über die grossen Schöpfer der rumänischen wissenschaftlichen Medizin eingehender. Für dieses Werk wurde Prof. V. L. Bologa mit dem Staatspreis ausgezeichnet (1957). Das unter seiner Leitung erschienene Handbuch „Geschichte der Weltmedizin" („Istoria medicinii universale"), Bucuresti, 1970, krönt seine beispielhafte wissenschaftliche Tätigkeit. Als Lehrer und Erzieher hat V. L. Bologa Generationen von Ärzten im Geiste der Hingabe für den ärztlichen Beruf und der Ehrfurcht vor der Überlieferung der in- und ausländischen Medizin erzogen. Er war unentwegt bestrebt, das Ansehen des medizingeschichtlichen Unterrichts zu stärken, im Bewusstsein von dessen Bedeutung für die Berufsbildung und die ethische Haltung des Arztes. Seine Vorlesungen haben unter den Studenten immer grosse Anteilnahme erweckt. Vom grossen Publikum wurde er als ausgezeichneter Redner geschätzt. Professor V. L. Bologa war eine der bekannten Persönlichkeiten der allgemeinen medizinhistorischen Bewegung. Sowohl in der Zwischenkriegszeit als