Antall József szerk.: Orvostörténeti közlemények 66-68. (Budapest, 1973)

ADATTÁR - Lesky, Erna: Semmelweis Ignácra vonatkozó iratok a bécsi Egyetemi Levéltárban

EINLEITUNG DES DIREKTORS DES INSTITUTS FÜR GESCHICHTE DER MEDIZIN DER UNIVERSITÄT WIEN In freundlicher Weise ist an mich die Aufforderung ergangen, der hier vor­gelegten ungarischen Übersetzung des Wiener Aktenmaterials zu Semmelweis eine Vorbemerkung voranzuschicken. Ich komme diesem Wunsche gerne nach, der im wesentlichen nichts anderes bedeutet als die Vorgeschichte der Publika­tion Ignaz Philipp Semmelweis und die Wiener medizinische Schule 1 zu erzählen. Als sich 1965 zum 100. Male der Todestag Semmelweis' jährte, war es eine Ehrenpflicht der Wiener Medizingeschichte, jenes Mannes zu gedenken, der an der Wiener medizinischen Schule seine Ausbildung empfangen und an ihr 1847 seine epochale Entdeckung gemacht hatte. Es war aber ebenso selbstver­ständlich, daß sich dabei eine mit den modernen Methoden historischer For­schung betriebene Medizingeschichte nicht mehr damit begnügen durfte, das Zum Klischee erstarrte Semmelweis-Bild einer vergangenen Ära zu reproduzie­ren. Die Feststellungen Frank P. Murphys 2 und Erich Friedrich Podachs 3 muss­ten beherzigt werden, daß seit den ersten Semmelweis-Biographen des aus­gehenden 19. und des beginnenden 20. Jahrhunderts keine wesentlich neuen Daten und Gesichtspunkte für die Erhellung der so wichtigen Wiener Phase in Semmelweis' Leben beigebracht worden waren. Es stellte sich daher die Aufgabe, die Wiener Archive erneut einer gründlichen Untersuchung auf die mit Semmelweis zusammenhängenden Vorgänge zu un­terziehen. Eine solche Revision konnte nur dann einigermaßen erfolgverspre­chend sein, wenn man sich nicht — wie sonst üblich — den sehr willkürlich gewählten Lemmata alter Archivregistraturen anvertraute, sondern systematisch den gesamten Aktenbestand der Wiener medizinischen Fakultät durchkämmte, der im Archiv der Universität Wien aus den für Semmelweis relevanten Jahren 1846—1857 noch erhalten war. Die Ausbeute war keine geringe. Sie wurde der oben zitierten Jubiläumspublikation zugrundegelegt. Wir glauben damit, nicht nur eine Reihe von falschen, flüchtigen oder tendenziösen Angaben korrigiert, sondern der Semmelweis-Forschung auch neue Gesichtspunkte eröffnet zu. haben. So war es aufgrund dieser archivalischen Zeugen erstmals möglich, ein ge­schlossenes Bild von den Kräften zu zeichnen, die im Kampf gegen, aber auch für Semmelweis innerhalb der Wiener medizinischen Fakultät auf den Plan getraten und ihren verschiedenen Standort wissenschafts- und unterrichts­geschichtlich genau zu definieren. Man hatte es sich in der Darstellung dieses Kampfes bisher allzu leicht gemacht, indem man einen in Wahrheit sehr voraus­setzungsreichen historischen Sachverhalt zu einer im wesentlichen persönlichen 1 Sitz. Ber. phil.-hist. Kl. der Österr. Akad. Wiss., 245. Bd., 3. Abh., Wien 1964. 2 Murphy, Frank P.: Ignaz Philipp Semmelweis (1818 — 1865). An annotated bibliography. Bull. Hist. Med. 20, 1946, 653. 3 Podach, Erich Philipp: Zur Geschichte der Semmelweisschen Lehre. Zschr. Geburtsh. u. Gynäk. 129, 1948, 63, Anm. 1.

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