Antall József szerk.: Orvostörténeti közlemények 66-68. (Budapest, 1973)

FORUM - Semmelweis kórtörténetének nyomában — Bécs és Budapest levelezése (magyar, angol és német nyelven)

kein Rechtsargument hinsichtlich der Herausgabe des Materials anführen kön­nen, da Wiener amtliche oder Krankenhausdokumente, laut dem Paragraphen, auch dann nicht als gemeinsames geistiges Gut der beiden Länder betrachtet werden können, wenn sie ungarischen Belanges sind. Also bliebe und bleibt in der gemeinsamen Erforschung der Vergangenheit Entgegenkommen, Ver­meidung vermeintlicher Prestige-Gesichtspunkte bestehen, denn selbst in der Großmachtspolitik trägt Prestigepolitik nur selten Früchte. Geheimnistuerei führt zu Verdächtigungen, was für das von uns so hoch­geachtete „medizinische Wien" wohl unwürdig ist. Aus diesem Grund veröffent­lichen wir sowohl die Artikel ungarischer Autoren, die hierüber in der ungari­schen Presse erschienen sind, als auch die ursprüngliche Fassung der Briefe. Wir ziehen uns zurück, mögen Leser und Urteil der Nachwelt entscheiden. II. ISTVÁN BENEDEK: SEMMELWEIS UND SEINE ZEIT Budapest, 1967. 389-392. S. „Existierte überhaupt eine Krankengeschichte? Und wenn ja, wo ist sie dann geblieben? Vor hundert Jahren wurde im Wiener Allgemeinen Krankenhaus bereits das Führen einer Krankengeschichte verlangt. Nach allgemeiner Auffassung ist die Krankengeschichte verlorengegangen. Der Meinung von Gyula Regöly-Mérei zufolge ist bereits mehrmals vergeblich nach ihr geforscht worden: „Es ist bekannt, daß Semmelweis' Krankengeschichte des Krankenhauses völlig verschwunden ist. Die Nachforschungen von Tibor Győry, dann von Felix Boen­heim, weiterhin von Joseph Keller sowie meine eigenen sind ebenso erfolglos ver­laufen wie die in dieser Richtung vor sich gegangenen Bemühungen mehrerer anderer Historiker der Medizin. Auf Bitten von Professor Haranghy befaßte sich auch der Wiener Prosektor Professor Chiari mit der Nachforschung der Krankengeschichte, doch auch ihm war kein Erfolg beschieden ( 1958)."* Unter den „mehreren anderen Historikern der Medizin" gibt es jedoch einen, der diese Auffassung nicht teilt, obwohl auch er die Krankengeschichte nicht präsentieren konnte. Es ist István Darvas, ein 82jähriger Rechtshistoriker, der sich seit acht Jahren mit der Nachforschung von Angaben, die mit der Krank­heit von Semmelweis im Zusammenhang stehen, befaßt und behauptet, daß es ihm nach nachhaltigen Nachforschungen gelungen sei, auf die Spur der Kranken­geschichte zu stoßen. Die Krankengeschichte existiert — seiner Meinung nach — und zwar befindet sie sich in einer ausländischen Institution, die jedoch nicht gewillt ist, diese herauszugeben. Darvas behauptet, daß sich in seiner Hand * Die Krankheit von Semmelweis. Redakteur Tivadar Hüttl. (Gyula Regöly­Mérei: Analyse der Krankheit von Semmelweis vom Gesichtspunkt der Geschichte der Medizin aus.) Medicina, 1965. S. 14.

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