Antall József szerk.: Orvostörténeti közlemények 62-63. (Budapest, 1971)

TANULMÁNYOK - Ruttkay, László: Jessenius mint a wittenbergi egyetem professzora (német nyelven)

zu dieser rechnet er auch die Haare. Er beschreibt dann die Ersetzung der Lip­pen, der Nase oder der Ohren, wie auch jene der Zähne. Dieser Teil kann auf uns billigermassen den Eindruck machen, dass die Menschen schon in jener Zeit sehr eitel auf ihre Zähne waren und auf diese regelmässig Acht gegeben haben. Im Abhang seines Werkes macht er kurz die zwei Arten der Balsamierung bekannt, welche wir von den Ägyptern gelernt haben. Zur ersten, lateinisch verfassten Ausgabe des Werkes schloss Jessenius auch die Einladung zu einer Sezierung zu, welche schon vorher, am 5. November 1598 stattfand. Diese Einladung enthielt nämlich gewisse prinzipielle Feststel­lungen. In diesen trug er kurz das Wesen der Behandlung (Therapie) und der Vorbeugung (Hygienie) vor. Da sagt er, dass man vormals nur die Therapie als eine zur Medizin gehörende Tätigkeit betrachtete, hingegen die Vorbeugung als unsicher, ja geradezu wirkungslos betrachtet wurde. Nach der Ansicht von Jessenius gehört aber die Hygienie, also die Vorbeugung der Krankheiten auch in das Gebiet der Heilkunde, denn sie hält Wache gegen die Krankheiten, gegen ihre Angriffen (prophylaktische Funktion) und dadurch beschützt sie die Menschen vor den Krankheiten (soterische Funktion). Dem folgt nun die Tätig­keit des Arztes: nämlich die Herstellung der beschädigten Gesundheit durch ihn. Jahrzehnten, sogar Jahrhunderte lang wurden die „Insitutiones chirurgicae" durch positive oder negative, sogar sich widersprechende Kritiken begleitet. So behauptet Johannes von Hörne 70 , der damalige Professor der Anatomie und Chirurgie in Leyden in seiner „Mikrotechne", dass Jessenius im Hinblick auf seine grossen Verdienste dem Professor in Padua, Fabrizio ab Aquapendente ähnlich sei, lobt ihn — der eines glücklicheren Loses würdig gewesen wäre — wegen seinem klaren und eleganten lateinischen Stil und fügt die Bemerkung hinzu, dass er in seiner Arbeit jene Fälle, die in seiner Praxis häufiger vorgekom­men sind, mit kritischen Bemerkungen immer einer Prüfung unterwarf. Sein Verdienst ist es auch, dass zu jener Zeit man sich von einer übertriebener An­wendung der Medikamenten zurückhielt. Der vielseitige, bereits erwähnte Albert von Haller 71 lobt in seinem Werke „Bibliotheca botanica, chirurgica, anatomica" (herausgegeben zwischen 1743­1755) Jessenius, dass er sich vom übertriebenen Gebrauch der Arzneien zurück­hält und eine wahre, mit Hilfe der Hand durchgeführte Chirurgie lehrt. Es gaben aber auch negative Kritiken. Der schon erwähnte Franzose, Antoine Portal hält z« B. in seinem grossen, über die Anatomie und Chirurgie geschriebe­nem Buch, welches unter dem Titel „Histoire de l'anatomie et de la chirurgie" erschienen ist, die „Institutiones chirurgicae" für ein ganz uninteressantes und jede Originalität entbehrendes Buch. 70 Johannes von Hörne ist im J. 1621 in Amsterdam geboren. Erst in Leyden, später in Amsterdam wurde er Professor der Anatomie und der Chirurgie. Sein wichtigstes Werk ist: Microcosmos, sive manuductio ad históriám corporis humani. Leyden, 1660 (Gurlt a. W. III. Bd. 279. S.). 71 A. v. Haller a. W. II. Bd. 228. S.

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