Antall József szerk.: Orvostörténeti közlemények 62-63. (Budapest, 1971)
KISEBB KÖZLEMÉNYEK - Kaiser, Wolfram—Völker, Arina: Soproni orvosok hallei és wittenbergi vonatkozásai (német nyelven)
Persönlichkeiten des frühen 18. Jahrhunderts lehren; Stahls Schüler Michael Alberti (1682-1757) beginnt damals gerade seine akademische Laufbahn, die ihn zu den Mitbegründern einer wissenschaftlich fundierten forensischen Medizin werden lassen wird [6], Der am IL November 1689 geborene Liebezeit besucht zunächst das Gymnasium seiner Geburtsstadt ; er ist 22 Jahre alt, als er zur Aufnahme des Medizinstudiums in die Saalestadt reist und hier am 2. Oktober 1708 seine Eintragung vornimmt. Abgesehen von der damals fast obligatorischen „niederländischen Wallfahrt" zu Hermann Boerhaave (1668-1738) wird er etwa fünf Jahre in Halle verweilen. Später heisst es hierüber: „In harum consortio annos fere quinque, laudabiliter versatus, primum quidem Halae Magdeburgicae medicos, aetate illa celeberrimos, Albertinos, Stahlios, Hoffmannos, alios, deinde Lugduni quoque Batavorum, praeter alios, illustrem illum sui temporis Aesculapium, ... Boerhaaven, in investigandis studii tarn ardui mysteriis, viaque ad feliciorem artis exercitationem inquirenda, doctores ducesque spectatae fidei, non modo nactus, sed etiam gradu haud impari sequutus est" [7], Liebezeit kommt aber nicht nur aus einer renommierten Schulstadt, sondern auch aus einem durch verdienstrolle Stadtphysici bekannten Heimatort, der sich bislang allerdings vorwiegend auf die Fakultäten von Jena und Wittenberg ausrichtete. Noch wirkt hier in Sopron Andreas Loew (1660-1710), im Jahre 1682 in Jena mit der Arbeit „De morbo Hungarico" promoviert und ab 1693 im Stadtphysikat tätig. Sein Sohn Karl Friedrich Loew (1699-1741) wird ebenfalls (1717-1721) nach Jena gehen und erst viel später — nach 16jähriger Praxisführung in Wien — in Sopron tätig sein. Schliesslich amtiert auch Johann Adam Gensei (1677-1720) in Sopron, der 1694 zunächst als Theologe die Universität Jena bezog, dann aber zur Medizin überwechselte und 1699 unter Georg Wolfgang Wedel (1645-1721) den Doktorgrad erwarb. „Eodem anno alias quoque Academias Germaniae visitavit" [8] heisst es in seinem Curriculum vitae, doch ist Halle dabei nicht ausdrücklich genannt. Zurück zu Liebezeit: am 14. Januar 1711 disputiert er unter Michael Alberti „De noxia et nefanda abortus promotione" : es ist Albertis neunte Präsidialtätigkeit und eine der ersten bedeutsamen gerichtsmedizinischen Disputationen, die in Halle abgehandelt werden. Dabei geht es um das Problem des Abortus criminalis ; diskutiert wird von Liebezeit u. a. der Artikel 133 des Jus Carolinum : „So jemand einem Weibsbild durch Bezwang, Essen oder Trincken ein lebendig Kind abtreibt, wer auch einen Mann oder Weibsbild unfruchtbar machet, so solches Übel försetzlicher oder boshafftiger Weise geschiehet, soll der Mann mit den Schwerdt als ein Todschläger u. die Frau, so sie es auch ihr selbst thäte, erträncket oder sonst zum Tode gestrafft werden (ubi nostris moribus communiter poena gladii dicitari solet). So aber ein Kind, dass noch nicht lebendig wäre, von einem Weibsbild getrieben wird, sollen die Urtheiler der Straff halben bey denen Rechtsverständigen oder sonst, wie zu Ende dieser Ordnung gemeldet, raths pflegen" [9] t Über das Ziel seiner Abhandlung erklärt Liebezeit im Vorwort der Disputatio medico-legális :