Antall József szerk.: Orvostörténeti közlemények 60-61. (Budapest, 1971)
TANULMÁNYOK - Kaiser, Wolfram -Piechocki, Werner: A Madai-orvosdinasztia Halléban (német nyelven)
dankbar: „Ein neuer Lebensabschnitt begann jetzt für mich dadurch, daß ich in den Kreis einer hochgeachteten Familie versetzt ward, wo ein heitres, lebhaft bewegtes Leben einheimisch war, und mir elterliche Fürsorge und geschwisterliche Liebe zu Theil ward. Da genaß ich an Leib und Seele immer mehr . .. und blieb doch das trübe, frömmelnde Wesen, was früher durch Lehre und Beispiel in mich hineingekünstelt war, als eine gänzlich abgethane Sache hinter mir" 1 ' 0 . Eberhard erlebte auf einer Studienreise 1793 die Beschießung von Mainz; den ursprünglichen Plan eines Medizinstudiums mußte er fallenlassen. Als er nach Halle zurückkommt, liegt sein Freund Madai bereits im Sterben; er selbst berichtet, er sei sehnsuchtsvoll in die Saalestadt zurückgekehrt „um acht schreckliche Tage und Nächte lang sein Krankenpfleger zu seyn, und ihn dann, in der schönsten Blüte des Lebens und der Entwicklung geistiger Kräfte, mit einem, zur höchsten Ueberspannung gesteigerten Schmerze, im März 1796 sterben zu sehen" 16 * Der hallesche Chronist Christian Gottlieb August Runde (1778-1835) teilt über Eberhard mit, er habe sich „körperlich und geistig ... erschüttert durch den Todt seines geliebtesten Jugendfreundes" Madai schließlich in Halle niedergelassen, wo er später die Leitung einer renommierten Buchhandlung übernimmt 17 . Der Tod des ältesten Sohnes wird für Karl August v. Madai zum Anlaß, den ursprünglich für den Offiziersberuf vorgesehenen und zu diesem Zeitpunkt in Landsberg/Warthe im Regiment Schmettau stationierten Karl Wilhelm Samuel v. Madai nach Halle zurückzuholen und ihn hier auf ein zukünftiges Amt als Firmendirektor vorzubereiten; dazu gehört die Durchführung des Medizinstudiums. Karl Wilhelm Samuel Madai folgt der väterlichen Weisung; er nimmt im Wintersemester 1796 sein Studium auf und hört zunächst bei Friedrich Albert Karl Gren (1760-1798), Philipp Friedrich Theodor Meckel (1755-1803), Johann Karl Erdmann Bergener (1769-1813) und Kurt Sprengel (1766-1833) seine medizinischen Pflichtvorlesungen; bei dem Philosophen Johann Christoph Hoffbauer (1766-1827) belegt er ein Kolleg über Naturrecht. Während dieser ersten Studienjahre freundet sich Karl Wilhelm Samuel v. Madai mit einem Kommilitonen an, der damals gerade von der Theologie zur Ars medica übergewechselt war und die Förderung des Ärztegremiums auf dem Waisenhause genießt: es ist der bereits erwähnte Johann Christian Friedrich Düffer aus Aurich, der später eine bedeutende Rolle in der Medikamentexpedition spielen wird. Madai und Düffer gehen 1798 gemeinsam auf ein Semester nach Jena, wo sie u. a. auch bei Johann Gottfried Gruner (1744-1815) dessen Vorlesungen über allgemeine Therapie und Semiotik besuchen. Nach Halle Zurückgekehrt, hören die beiden Freunde erneut bei Reil, Meckel und Sprengel und besuchen schließlich auch die Schola clinica Halensis, eine praxisbezogene 15 Eberhard, A. G. : Uebersicht meiner schriftstellerischen Laufbahn. Halle 1830, S. 16 1G ebendort S. 147 folg. . 17 Weißenborn, B. (Hrsgb.): Rundes Chronik der Stadt Halle 1750-1835. Halle 1933, S. 476 Talander, K. : August Gottlob Eberhards Leben und Wirken (1769-1845) Heimatkalender für Halle und den Saalkreis 1930, S. 30 folg.