Antall József szerk.: Orvostörténeti közlemények 60-61. (Budapest, 1971)

TANULMÁNYOK - Kaiser, Wolfram -Piechocki, Werner: A Madai-orvosdinasztia Halléban (német nyelven)

II. KARL AUGUST V. MADAI (1731-1816) Der am 2. Juli 1780 verstorbene Direktor der halleschen Medikamenten­expedition David Samuel v, Madai (1709—1780) hatte die von ihm geleitete pharmazeutische Firma zu einem Großunternehmen ausgebaut, das im Wirt­schaftsleben der Stadt Halle einen nicht unbedeutenden Stabilisierungsfaktor darstellte 1 . Unter der geschickten Geschäftsführung des einst von Selmecbánya in Nordungarn in die Saalestadt zugezogenen und dort ansässig gewordenen Jüngers der Ars medica et pharmaceutica waren der Export und Verkauf der „Waisenhäuser Medikamente" in einem Maße antgestiegen, daß die hieraus resultierenden und an das Waisenhaus abgeführten Einnahmen in den Jahren 1760-1770 eine Höhe von jeweils 30 445 Talern erreichten'-. Nunmehr folgt ihm 1780 sein Sohn Karl August v. Madai (1731-1816) im Amt des Firmendirektors nach. Er übernimmt eine schwere Aufgabe, denn die europäischen Wirren und die vorrevolutionären französischen Ereignisse werfen schon jetzt ihre Schatten auch auf das innerdeutsche Wirtschaftsleben. Karl August v. Madai war am 3. August 1731 geboren. Schon in früher Jugend hatte er die Mutter verloren: Maria Margarete Madai geb. Richter — eine Tochter des Firmenmitbegründers Christian Sigismund Richter (1672 oder 1673-1739) — war bereits 1741 verstorben. Mit 12 Jahren wird Karl August Madai in das Paedagogium Regium der Franckeschen Stiftungen aufgenommen; er besucht diese damals weithin geschätzte Schule bis zum Jahre 1756 und trägt sich am 10. Dezember 1756 als Medizinstudent in die halleschen Matrikel ein. Am 4. Januar 1763 kann er unter Vorsitz des Ordinarius Philipp Adolph Böhmer (1717-1789) mit der Inauguraldissertation „Anatomen ovi humani foecundati sed deformis trimestri abortu elisi" den Doktorgrad erwerben; er disputiert gemein­sam mit seinem Studienfreund Nikolaus Theune aus Leer in Ostfriesland, der — wie eine Grußadresse von Böhmer in der gedruckten Dissertation ausweist —• von David Samuel Madai maßgeblich gefördert worden war. Karl August Madai wird im Anschluß an die Promotion Adlatus des viel­beschäftigten Vaters; es sind die Jahre, in denen die Firma den höchsten Umsatz verzeichnet 3 . David Samuel Madai legt größten Wert darauf, daß das pharmazeutische Firmengremium sich vorwiegend aus Ärzten zusammensetzt, und so wird 1766 auch noch der soeben promovierte Arzt Dr. Johann Friedrich Koch aus Hannover als „Erster Mitarbeiter" verpflichtet. Im gleichen Jahr (am 11. Februar 1766) schließt Karl August Madai die Ehe mit Henriette Char­lotte v. Schlegell, der Tochter des Anhalt-Köthenschen Hofmarschalls W. F. v. Schlegell; aus der Ehe gehen vier Söhne und fünf Töchter hervor, Die beiden 1 Beschreibung des Hallischen Waisenhauses. Halle 1799, S. 136 2 Die Stiftungen August Hermann Franckes zu Halle (herausgegeben von dem Directorium der Franckeschen Stiftungen). Halle 18(13, S. 237 3 Kaiser, W.-W. Piechocki : Die pharmazeutische Industrie von Halle in den Jahren 1800-1850 Münch, med. Wschr. IV), 2877-2886 (1968)

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