Antall József szerk.: Orvostörténeti közlemények 60-61. (Budapest, 1971)

TANULMÁNYOK - Kaiser, Wolfram -Piechocki, Werner: A Madai-orvosdinasztia Halléban (német nyelven)

meine Person hiermit meine Gedanken deshalben in geziemenden respect eröffnen sollen : In den 1. Punct führen Ew. Hochwürden Uns zu Gemüthe, die redliche intention meines seeligen Schwieger-Vater s u. seines seel. H. Bruders, mit welcher Sie sich denen Anstalten gewidmet und dabey die Ehre Gottes und den Dienst des Nechsten, insonderheit derer Anstalten zum Zweck aller Ihrer Arbeit und Bemühung gehabt. Da nun dieselben hertz­lich wünschen, daß ich in die Fußstapfen meines seeligen Schwieger-Vater s treten und eine gleiche christliche intention zur Beförderung der Ehre Gottes und des Nutzens der hiesigen Anstalten und des Publici hegen möchte, so declarire ich hiermit schriftlich, wie ich solches bereits vor einiger Zeit bey Lebzeiten meines seeligen Schwieger-Vaters mündlich gethan habe, daß ich mich allen diesen, was mein seeliger Schwieger-Vater gethan und über sich genommen, nicht entziehen werde, viermehr sollen alle meine Kräffte und Bemühen dahin gerichtet seyn, das Werck, so unsere seeligen Väter mit Gott angefangen, unter Seinen Beystand und Seegen treulich und fleißig fortzusetzen. Es hat mich bereits die Erfahrung gelehret, daß solche Treue und redlich Aufopferung auch meines Orts nicht ohne Seegen gewesen und Ew. Hochwürden können mir so viele Gründe zur Aufmunterung den Exempel meines seeligen Schwieger-Vaters zu folgen, kaum geben, als ich bereits in meinem Hertzen davon Überzeigungen empfunden habe, ich zweifele auch nicht an den erwünschten Fortgang des Göttl. Seegens, zumahlen, da ich nicht unterlaßen werde, auch meines Orts mit Bethen und Flehen umb die Barm­hertzigkeit und Hülfe Gottes anzuhalten" 3-' . Madai erklärt sich im folgenden auch mit der angestrebten Versöhnung zwischen ihm und Richter einverstanden, wenn er auch dessen „üble Anführung" gegen seine Person und das gesamte Waisenhaus beklagt: „Alle solche ehrenrührige Dinge können nicht anders, als mein Hertz von Ihm abwenden und ich überlaße es Ew. Hochwürden reiflichen Überlegung, ob es nicht rathsam sey, bei dieser Gelegenheit denselben zu überführen, wie schändlich er gelogen, da es mir weder an hinlänglichem Beweiß meiner Unschuld, noch auch an glaubwürdigen Zeugen, daß er dergleich ärgerliche Reden geführet, fehlet : wie ich solches bey einer mündlichen Unterredung ausführlich anzeigen wollte. Ich führe dieses nicht so wohl zu meiner Satisfaction an, sondern vornehmlich umb die Anstalten selbsten von einer solchen blame zu befreien : denn man kan leichte urtheilen, wie nachtheilig es wäre, wenn am Waisen­hauß solche schandbahre und liederliche Leuthe arbeiten sollten, die in solchen Lastern lebeten, als der H. Dr. Fr. Richter tückischer Weise von mir vorgegeben. Es ist auch leichte einzusehen, daß er mit solchen Lästerungen, mehr das Waisenhauß als mich zu beflecken gesuchet, weil er damit behaupten will, wie schlecht die Wahl und Zuneigung, welche Ew. Hochwürden auf mich geworfen haben, beschaffen und gerathen sey" 3 *. Madai erklärt sich schließlich mit den Bedingungen über die künftige Zusam­menarbeit und das neue Verfahren der Abrechnung und Korrespondenz bei der Expedition ohne Einschränkung einverstanden. Auch die Herstellung der Medi­kamente zu verbessern bejaht der Schreiber vorbehaltlos: „Daß die Medicamenta mit guten Fleiß accurat verfertiget und in praeparirung derselben eine Eintheilung gemachet werde, ist allerdings höchst nöthig, ich deshalben heimlich in meinen Hertzen mich sehr betrübet, daß zeithero die Medicamenten mit solcher negli­35 Aktenstück der Anmerkung 20, pag. 09-103 36 ebendort pag. 101

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