Antall József szerk.: Orvostörténeti közlemények 60-61. (Budapest, 1971)

TANULMÁNYOK - Kaiser, Wolfram -Piechocki, Werner: A Madai-orvosdinasztia Halléban (német nyelven)

lediglich bindend, die Essentia dulcis sollte wechselseitig von ihnen beiden fabriziert werden : „Daß in Ansehung der Correspondencen und Rechnung eine Änderung getroffen werde, bin ich gar wohl zu frieden, umb zu zeigen, daß es mein Ernst sey, denen An­stalten gerne und treulich zu dienen und mit den Herrn Directori und Sämtl, Membris derer Anstalten in einer Gott gefälligen harmonie zu bleiben : nur wünsche ich, daß die Sache so eingerichtet werden möchte, damit wir vor denen Leuthen nicht prostituiret und zu allerley üblen Muthmassungen keine Gelegenheit gegeben werde . . . Weilen mein Herr Schwieger-Vater die Pulv. Solar, für sich behalten auch von den Pulv. Vital, einen gewißen profit gehabt, so bitte ich mir hierinnen zu assistiren, daß solche revenuen auch für mich alleine bleiben . . , Den Herrn Directori gebe ich auch die Versicherung, daß ich die Erinnerungen jederzeit mit der größten veneration annehmen werde und soll mir sehr lieb seyn, wenn Sie mir Ihre Meynung offenhertzig entdecken : besonders wenn ich in diesen oder jenen Stück bey Ihnen sollte angegeben werden, weil ich weiß, daß es mir an Feinden nicht fehlet, die zuweilen falsche Nachrichten von mir aussprengen . . . Weilen mein Herr Schwieger-Vater mich versichert, daß der Herr Rath versprochen, dahin bedacht zu seyn, daß ich mit einer beßeren Wohnung versorget würde, so überlaße ich solches der beliebigen disposition des Herrn Directoris, wenn und wie solches am füglichsten geschehen könnte, doch würde ich es als eine besondere Liebe mit schuldigstem Dank erkennen, wenn mir der Riß des Gebäuts vorher gütigst communiciret würde" 31 . Christian Sigismund Richter stirbt Anfang November 1739. Der Streit zwi­schen August Christian Friedrich Richter und David Samuel Madai steuert nun der entscheidenden Phase zu; sie wird damit enden, daß Madai zum alleinigen Firmendirektor avanciert. Damit ist aber auch endgültig klar, daß Madai in Halle bleiben und nicht mehr in seine Heimat zurückkehren wird. Schon 1738 war er mit einer ehrenvollen Auszeichnung versehen worden, der sich nun zwei Jahre später eine weitere anschließt: ,,Die Prinzeß von Sachsen-Merseburg-Zörbig ernante ihn 1738 und der Fürst von Anhalt-Cöthen 1740 zum Leibmedicus und Hof rath" 32 . Mit der nordungarischen Heimat bleibt Madai aber, weiter in Kontakt. Das geschieht, indem er ungarländische Studenten in Halle um sich sammelt und sie fördert; ein Sammelband des halleschen Slavisten Heinrich Milde (1676-1739) zeigt eine Madaische Eintragung in alttschechischer Sprache 33 . Eine Madaische Korrespondenz nach Pozsony — mit dem Pädagogen Beer — ist ebenfalls bekannt 34 . Mit voller Billigung von Francke jun. übernimmt Madai nun die Firmen­leitung; am I. März 1740 bringt er ersterem schriftlich zur Kenntnis: „Da es nun Ew. Hochwürden beliebet hat, ehe und zuvor eine mündliche Unterredung veranlaßet werde, einige Puncta zu vorläufiger reifer Erwegung mit den H. Dr. Frid. Richter und mit mir, und zwar jeden ins besondere zu communiciren, so habe ich, vor 31 ebendort pag. 30-40 32 Weißenborn, B. (Hrsgb.): Rundes Chronik der Stadt Halle 1750-1830. Halle 1933 S. 500 Mietzschke, A. : Heinrich Milde. Ein Beitrag zur Geschichte der slavistischen Studien in Halle. Halle I 94 I :!4 Winter, E. : Die Pflege der west- und südslavischen Sprachen in Halle im 18. Jahrhundert. Berlin 1954

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