Antall József szerk.: Orvostörténeti közlemények 60-61. (Budapest, 1971)

TANULMÁNYOK - Veres Jenő: Fejezetek a szülészet fejlődésének történetéből Kárpát-Ukrajnában a XIX században

Zusammenfassung Die Geburtshilfe Ungarns war im XIX. Jahrhundert eine der schlechtesten in Europa. Ein noch schwerer Zustand herrschte in Transkarpathien.* Die primitive Durchführung der Geburtshilfe, die Vorurteile und schädliche Ange­wohnheiten hemmten entscheidend die Entwicklung der praktischen geburts­hilflichen Tätigkeit. Im Laufe der ersten Hälfte des Jahrhunderts gab es keine verbesserende Veränderung in dieser Hinsicht. Die Entwicklung zum besseren begann erst in der zweiten Hälfte des XIX. Jahrhunderts. Die Bemühungen der Enthusiasten um eine Verbesserung der Geburtshilfe bekamen jedoch sich die notwendige Unterstützung vom Staat. Die Geburtshilfe wurde ohne ärztlichen Bestand durchgeführt. Auch das Problem der Hebammenkader blieb im Verlaufe des ganzen Jahrhunderts ungelöst. Im Lande blühte eine nicht offizielle Geburtshilfe. Am Ende des Jahrhunderts hatten nur ungefähr 30% der arbeitenden Hebammen eine spezielle Hebammenvorbildung. Fast eine Hälfte der Dorfbevölkerung von Ungarn war ohne qualifizierte Hebammenhilfe. Besonders scharf wurde der Mangel an Kadern in den Grenzgebieten des Landes empfunden, unter denen auch im Transkarpathiengebiet lag, wo zwei Drittel der Dorfbevölkerung keine Mög­lichkeit den Beistand von qualifizierten Hebammen zu bekommen hatten. Die medizinische Gesetzgebung, die das Ziel der Vermehrung der Hebammenkader verfolgte und eine Reihe von Massnahmen zur Verbesserung der Organisation und Durchführung der Hebammentätigkeit verordnete, war nicht in der Lage eine bemerkenswerte Entwicklung der Geburtshilfe zu fördern, da es keine Vorbedingungen und keine Garantien für die Erfüllung der medizinischen Gesetze und Verordnungen gab. Die Entwicklung der geburtshilflichen Schulen in Ungarn begann erst in der 2. Hälfte des XIX, Jahrhunderts. Aber Transkarpathien bekam diese Möglich­keit sich selbst mit geburtshilflichen Kadern zu versehen erst im letzten Jahr­zehnt des Jahrhunderts. Hier spielte die Tätigkeit des Doktor E. Nowak eine grosse Rolle. Erst später begann eine langsame Verbesserung auf dem Gebiet der Geburtshilfe für die Bevölkerung von Transkarpathien. Jedoch standen die Indexe der Geburtshilfe in Transkarpathien im Laufe der ganzen Periode unter dem Staatsdurchschnitt. Zu dieser Zeit war eine hohe Mutter- und perinatale Sterblichkeit für das ganze Gebiet Land bezeichnend. Die Entwicklung wurde durch das Fehlen eines zentralisierten und plan­mässigen Systems der Organisation der Geburtshilfe gehemmt. Die Rück­ständigkeit der transkarpathischen und ungarischen Geburtshilfe war einerseits durch objektive Ursachen — die Unreife der Gesellschaft zur Schaffung eines * Mit dem Namen Kárpátalja ( = Subkarpatenland) bildete dieses Gebiet bis zum J. 1918 einen Teil des geschichtlichen Ungarns. Als Podkarpatská Rus ( = Sub­karpatorussland) gehörte es dann bis 1938, bzw. 1939 zu der Tschechoslowa­kischen Republik, zwischen 1938, bzw. 1939 und 1944 wiederum zu Ungarn, seit 1945 ist es ein Teil der Sowietunion und zwar der Ukrainischen SSR. — Die Redaktion.

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