Antall József szerk.: Orvostörténeti közlemények 55-56. (Budapest, 1970)

KISEBB KÖZLEMÉNYEK - Mozsonyi Sándor: Semmelweis munkásságának néhány gyógyszerészeti és kémiai vonatkozása (német nyelvű közlemény)

EINIGE PHARMAZEUTISCHE UND CHEMISCHE ASPEKTE DER TÄTIGKEIT VON SEMMELWEIS* von SÁNDOR MOZSONYI Ten habe mir vorgenommen die Bedeutung der Tätigkeit von Semmelweis aus pharmazeutischen und chemischen Gesichtspunkt zu erläutern, wozu mich auch Sándor Fekete, Professor der Gynäkologie, Direktor des Semmelweis Medizingeschichtlichen Museums und Semmelweis—Forscher aneifert hat, als ich mich für einige Daten an ihn wandte. Die „puerperale Sonne*', d. h. die Sonne der Vorbeugung des Kindbettfiebers, welche Millionen von Müttern das Leben rettete ging — wie sich Semmelweis selber ausgedrückt hat —, im Mai 1847 zu Wien auf. Semmelweis schreibt darüber laut der deutschen Ausgabe von Győry an der S. 131 folgendes: „Um die an der Hand klebenden Cadavertheile zu zerstören, benütze ich, ohne mich jedoch des Tages zu erinnern, beiläufig von Mitte Mai 1847. angefangen, die Chlorina liquida, mit welcher ich und jeder Schüler vor der Untersuchung seine Hände waschen musste. Nach einiger Zeit verliess ich die Chlorina liquida wegen ihres hohen Preises und ging zu dem bedeutend billigeren Chlorkalk über." Um seine Ansichten auszuprobieren, gab er dem Geburtszimmer der I. Gynäkologischen Klinik die Anweisung, dass jeder, der ein gravides Weib zu untersuchen beabsichtigt, seine Hände mit wässriger Chlorkalklösung (Chlor, calcis une. 1, Aquae fontanae libras duas) zu waschen verpflichtet sei. Das Ergebnis war eine verblüffend positive, denn während in den Monaten April — Mai 1847, als man diese Regelung noch nicht beobachtete, wenigstens 18 Todesfälle auf 100 Geburten entfielen; verhielt sich die Proportion der Todes­fälle zu den Geburten in den nächsten Monaten wie 2,45 zu 100. Es ist noch bemerkenswert, dass Semmelweis, der als erster den nichtspezifischen infektiösen Charakter des Kindbettfiebers erkannte, benützte als erster auf der Welt auch eine Nagelbürste, nahm also zugleich eine mechanische und chemische Desinfektion der Hand vor. Von der Nagelbürste machte er jedoch keine Er­wähnung. Diese asepsis und antisepsis wurde von Semmelweis — wie wir sahen — im Mai 1847 eingeführt. Wo wahren noch in jener Zeit die durch Pasteur (1857) und Koch (1878) •rbrachten bakteriologischen Kenntnisse? Auch Lister hat seinen Bericht über die antiseptische Wundbehandlung mit Karbol erst im J. 1867 publiziert. * Magyarul megjelent a Gyógyszerészet 1968. 7. számában. (A szerk.)

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