Antall József szerk.: Orvostörténeti közlemények 48-49. (Budapest, 1969)

TANULMÁNYOK - Balogh János: Balassa János, az első magyar sebészeti iskola megalapítója

seinem vollendeten 29. Lebensjahr zum Leiter des chirurgischen Lehrstuhls der Pester Universität ernannte. Seine Tätigkeit in Pest war von Anfang an erfolgreich, er war beliebt sowohl in Kreisen des Pester Bürgertums, als auch unter den Studen­ten. Im Freiheitskampf des J. 1848 stand er an der Seite der Freiheitskämpfer, darum wurde er auch eingekerkert, auf die Forderung der Pester Bürger jedoch wurde auf freien Fuss gesetzt und binnen kurzer Zeit bekam er auch seinen Lehrstuhl zurück. Als Organisator und Gesundheitspolitiker hat er sich in der Modernisierung der Pester Universität, in der Entwicklung der gesundheitlichen Fachpresse und in der Belebung des wissenschaftlichen Lebens unsterbliche Verdienste erworben. Er war einer der ersten, die in Ungarn die Narkose einführten und sie rutinmäs­sig praktizierten: bereits im Februar 1847 führte er Operationen in Narkose durch. Die akademische Mitgliedschaft erwarb er sich mit seiner sehr erfolgreichen Tätig­keit ^auf dem Gebiet der Entwicklung der plastischen Operationen. Ja, er entfaltete eine bedeutsame und erfolgreiche Tätigkeit in allen Zweigen der Operationskunst. Man wurde auf seine chirurgische Tätigkeit auf dem Gebiet der Urologie im Zusam­menhang mit den Harnsteinen auch in Amerika aufmerksam. Als erster hat er in unserem Lande einen Blasenschnitt suprasymphisär durchgeführt. Er war ein Meister der steinzertrümmernder Eingriffe, in seiner Klinik hat er die chemische und mi­kroskopische Untersuchung des Harns eingeführt. Es war seine fachliche Autorität, die eine Handhabung der Injektionstherapie, als einer neuen Methode in der Heil­kunst ermöglichte. Gemeinsam mit Czermak hat er die damals neue Methode der Laryngoskopie eingeführt und systematisch betrieben. Grosse Erfolge hatte er mit Laryngotomien des Kehlkopfes. Er liess die entfernten Formel aufarbeiten, ja er selbst erlernte, am Zenith seiner Laufbahn angelangt, zu mikroskopisieren. Als erster in Ungarn hat er mittels eines Abdominalschnittes die Eierstockzyste mit Erfolg entfernt. Er schrieb ein sehr berühmtes Buch über die Bauchbrüche, und führte — ebenfalls als neue Vorgangsweise bei den chirurgischen Eingriffen — die mit elektrischen Mitteln vorgenommenen Kauterisationen und Excisionen ein. Auf Grund seiner während einer Pariser Studienreise erworbenen Erfahrungen hat er im Falle von Verletzungen der Endglieder eine geeignetere Form der Kaltwasser­therapie eingeführt, wodurch die Zahl der einzelnen Gliedabsetzungen und ihrer Ausmassen verringert wurde. Die Applikation der Fixierverbände nahm er mit solchem Erfolg vor, dass er in dieser Hinsicht in ganz Europa bekannt war. Er hat mit wissenschaftlichen Methoden bewiesen, dass das Endglied nicht nur im Falle von Brüchen und Verrenkungen, sondern auch in jenen von Entzündungen und Verletzungen der Weichteile zu fixieren sei. Seine Aufsätze, welche er über die Verrenkungen, die Gehirnverletzungen und die Amputationen geschrieben hat, zählen heute zu den klassischen Werken der ärztlichen Fachliteratur. Die Operationen, welche er an den grossen Adern vollzog, haben die Bewunderung und Anerkennung seiner Zeitgenossen gefunden. Er war ein Meister der ärztlichen Ausbildung von europäischem Format, er erzog für sich vortreffliche Nachfolgern und war dabei der erste ungarische Chirurg, der eine international bekannte und anerkannte chirurgische Schule von europäi­schem Niveau ins Leben rief. 6i

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