Antall József szerk.: Orvostörténeti közlemények 46-47. (Budapest, 1968)

TANULMÁNYOK - Regöly-Mérei Gyula: Etikai és morális elemek Semmelweis életművében (Német nyelven)

und wenn die Lehre des Kindbettfiebers in Rede kam, erregte sich jedesmal dieselbe Begeisterung ...*', „An der Lösung der Aufgabe waren Herz, Ehrlichkeit und Ver­stand gleichmässig beteiligt" — schreibt Markusovszky [17]. Der Gesellschaft, Tanz und Sport (Schwimmen, Reiten, Schlittschuh­laufen) liebende junge Arzt der Wiener Jahren war schliesslich eine expansive Persönlichkeit. Ohne ständige psychogene Spannung könnte sich aber bei ihm die Bekämpfung des Kindbettfiebers nicht zum leitenden Gedanken erheben; die hohe Mortalität hätte auch bei ihm nur tiefes Mitleid erweckt, wie das bei seinen Kollegen an der Klinik der Fall war. Es ist bestimmt, dass auch diese Ärzte alles für die Kreissenden getan haben, sie begnügten sich aber mit den damaligen Möglichkeiten, glaubten an verwitterten Theorien, forschten nicht nach den wahren Grund, und die Lösung der Frage erhöhte sich nicht zum Le­bensziel. Zum Entdecken der Aetiologie und Prophylaxe des Kindbettfiebers waren der intuitive Genius, die hervorragende Beobachtungsfähigkeit, das logi­sche Denken und die mannigfaltigen Kenntnisse eines Semmelweis notwendig, vor allem war aber sein Temperament dazu erförderlich. Als erstes sichtbares Er­gebnis seiner Lehre, verminderte sich die Zahl der Fälle von Kindbettfieber an der Wiener Klinik. Das stimmt mit der Forderung Pasteurs überein, wonach die andauernde Fruchtbarkeit der Arbeit der bester Beweis dafür sei, dass der Forscher den Weg der Wahrheit beschreite [8]. Leidenschaft ist einer der Grundzüge seiner Persönlichkeit. Diese Eigenschaft steigert sich allmählich parallel mit seinen Kämpfen. Sein Mitarbeiter, J.Fleischer berichtet das Folgende [19]: „... die unrichtigen Antworten brausten sein leicht erregbares Gemüt auf, er benützte oft beleidigende Ausdrücke, es war keine Selten­heit, dass die sämtlichen Hebammen-Schülerinnen bitter geweint haben ; im Grunde hatte er aber ein gutes Herz, berücksichtigte bald den Fehler seiner Handlungsart und bemühte sich mit jovialen Worten das hervorgerufene Gewitter zu mildern ..." Billroth schreibt in einem seiner Briefe [10], dass die Naivität öfters ein Grund­zug der grossen Wissenschaftler wäre. Diese Eigenschaft fehlt auch bei Semmelweis nicht. Er schreibt an Siebold [20], eine Versammlung sämtlicher Gynäkologen könnte den Meinungsunterschied überbrücken, wendet sich an die Regierungen um Verordnung der prophylaktischen Massnahmen [9], macht die Familienväter darauf aufmerksam, dass verunreinigten Hände der Ärzte und der Hebammen die Träger der Infektion sind [9], Ist aber diese scheinbare „Naivität" etwas anderes, als das Besorgnis des Arztes ? K. Schaffer, ehemaliger Professor der Psychiatrie zu Budapest, analysierte 1939 in Sicht der Psychologie das Nervenleben von Semmelweis [21, a, b.]. Schaf fer nahm die von Kretschmer beschriebenen psychologischen Konstitutions­typen an. Cyclothymie wird charakterisiert durch Schwanken zwischen Freude und Traurigkeit, Gutherzigkeit und hervorragende Beobachtungsfähigkeit. Die Schizothymie ist durch Erregbarkeit, Ausdauer, Hartnäckigkeit und endlich die Härte der Kämpfe gekennzeichnet. Da bei Semmelweis die Eigenschaften der beiden Typen vorhanden sind, nimmt S chaffer im Falle Semmelweis einen ge­mischten Typ von Cyclothymie und Schizothymie an. Das gehört aber zum

Next

/
Oldalképek
Tartalom