Antall József szerk.: Orvostörténeti közlemények 44. (Budapest, 1968)

TANULMÁNYOK - Rochlin, D. G.: Paläopathologische Forschungen und das Problem des Alters der Syphilis

PALÄOPATHOLOGISCHE FORSCHUNGEN UND DAS PROBLEM DES ALTERS DER SYPHILIS D. G. R O C H L I N (Leningrád) •pathologische Veränderungen an fossilen Menschenknochen haben die Auf­merksamkeit der Naturforscher und Ärzte erst unlängst auf sich gezogen. Die erste entsprechende Veröffentlichung scheint vom Jahre 1825 zu stammen (Ph. Walter). Im Laufe von vielen nachfolgenden Jahren wurden fast aus­schliesslich kasuistische Mitteilungen über die einen oder die anderen pathologi­schen Veränderungen an den bei Ausgrabungen alter Gräber vorgefundenen Knochen veröffentlicht. Die Genauigkeit der Deutung vieler Funde war sehr oft unzureichend, nicht selten sicherlich irrtümlich. Das war sogar in der zweiten Hälfte des XIX. und am Anfang unseres Jahrhunderts der Fall. Die Gegen­überstellung anatomischer und neuzeitlicher röntgendiagnostischer Angaben kann fast immer die nötige Zuverlässigkeit entsprechender Schlussfolgerungen garantieren, wenn nur die Zeit und die Eigenart der Erkrankung die Unversehrt­heit der betroffenen Teile des Skeletts in der Erde nicht herabgesetzt haben. Eine schlechte Erhaltung und eine rasche Zerstörbarkeit der Knochen in der Erde bei guten Bodenverhältnissen ist für die mit einer ausgesprochenen Osteo­porose und einer bedeutenden Destruktion verbundenen Erkrankungen ohne Erscheinungen abgrenzender reaktiver Veränderungen, ohne Osteosklerose und ohne die neugebildeten abschliessenden Platten im Gebiet der Destruktion charakteristisch. Das Vorhandensein von verknöcherten periostalen Schichtun­gen begünstigt die Unversehrtheit. Es ist verständlich, dass man in den alten Begräbnisstätten keine Knochen mit Erscheinungen der „blühenden"Rachitis, des syphilitischen Osteochondritis, der osteolytischen Form von Sarkoma, der frühen Stadien von Tuberkulose und anderer Prozesse, die nur durch Osteo­porose und Osteolyse charakterisiert sind, vorfinden kann. Aber bei Vorhanden­sein von hypertrophischen und osteosklerotischen Veränderungen, wenn auch nur in dem zurückgebliebenen Teil des Knochens, gibt es Bedingungen für eine lange andauernde Erhaltung desselben in der Erde bei guten Bodenverhältnissen. Der Fachausdruck Paläopathologie wurde vom englischen Forscher M. A. Ruffer im Jahre 1914 vorgeschlagen. Er ist Autor fundamentaler Werke, ebenso wie der Amerikaner i?. L, Moodie und die Franzosen H. V. Vallois und L. Pales. Seitdem haben wir es nicht mit paläopathologischen Untersuchungen, sondern mit der Paläopathologie als Wissenschaft zu tun; dieselbe ist natürlich nur noch eine sich entwickelnde Wissenschaft, die noch viele weisse auszufüllende Flecke

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