Palla Ákos szerk.: Az Országos Orvostörténeti Könyvtár közleményei 43. (Budapest, 1967)

Tanulmányok — Közlemények - D. Tutzke: Die Auswirkungen der Lehre von Semmelweis auf die öffentliche Gesundheitspflege

DIE AUSWIRKUNGEN DER LEHRE VON SEMMELWEIS AUF DIE ÖFFENTLICHE GESUNDHEITSPFLEGE Von D. TUTZKE (Leipzig) D ie Medizingeschichte pflegt die Verdienste von Semmelweis im Hinblick auf ihre Bedeutung für die Geburtshilfe zu würdigen. Sie lassen sich jedoch ebenso als frühzeitiger spezifischer Beitrag zur Epidemiologie und Seuchenprophylaxe bewerten, also vom Standpunkt der Bakteriologie aus beleuchten. Dies geschah z. B. durch den Hygieniker Ferdinand Hueppe in seiner 1894 hier in Budapest gehaltenen Festrede auf Semmelweis [7]. Schließlich kann man durch Untersuchung der Auswirkungen siner Lehre auf die öffentliche Gesundheitspflege einen weiteren, gewissermaßen sozial­hygienischen Aspekt der Bedeutung dieses großen ungarischen Geburtshelfers gewinnen. Die von Semmelweis aufgestellten Grundsätze der Ätiologie und Prophylaxe des Kindbettfiebers konnten sich verständlicherweise erst nach Entwicklung und Einführung der modernen Antiseptik und Aseptik auf die öffentliche Gesundheitspflege auswirken. Dies erfolgte etwa um die Mitte der siebziger Jahre des vorigen Jahrhun­derts. In der vor diesem Zeitpunkt veröffentlichten staatsarznei­kundlichen Literatur wird die Frage nach Ursache und Verhütung des Kindbettfiebers, wenn überhaupt, nur am Rande berührt und keineswegs einheitlich im Sinne von Semmelweis beantwortet. Ein bezeichnendes Beispiel hierfür ist das dreibändige, zwischen 1858 und 1804 erschienene „Handbuch der Sanitäts-Polizei" des Medizinalbeamten Louis Pappenheim. Für ihn ist das Puerperal-

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