Palla Ákos szerk.: Az Országos Orvostörténeti Könyvtár közleményei 43. (Budapest, 1967)

Tanulmányok — Közlemények - Erna Lesky: Ignaz Philipp -Semmelweis und die Wiener medizinische Schule

Oktober 1850 die Durchsetzung von Semmelweis' Dozentur im Ministerium als ein weiterer Erfolg. Schon zeichnet sich eine Möglichkeit ab, die beschränkte venia zu erweitern. Kein Zweifel : trotz allen Schwierigkeiten hatten es Rokitansky und Skoda endlich erreicht, der Laufbahn ihres Schülers eine freundliche Wendung zu geben. Da ereignet sich in diesem Augenblicke, Mitte Oktober, das Unbegreifliche: Semmelweis' Flucht von Wien. Semmelweis selbst und alle ihm folgenden Biographen haben sie mit der Enttäuschung über die beschränkte venia zu motivieren versucht. Allerdings ha­ben diese Biographen den Inhalt des zweiten Habilitationsgesuches von Semmelweis nicht gekannt. Wir aber kennen ihn und wissen, dass Semmelweis am 1. Oktober 1850 genau die venia erhielt, um die er am 9. Mai angesucht hatte. Es enthält somit das Ernennungs­dekret vom 1. Oktober 1850 nichts an neuen Tatsachen, was Sem­melweis an solchen nicht schon bei der Einreichung am 9. Mai 1850 bekannt gewesen wäre, ausser dem besprochenen Zusatz des Ministers, der eher in einem für Semmelweis günstigen Sinne zu deuten ist. Hält man alle diese, von den neu gefundenen Dokumen­ten gebotenen Fakten mit Semmelweis' Versuch zusammen, seinen plötzlichen Abgang von Wien Mitte Oktober mit der Beschränkung der Dozentur zu motivieren, so kann man nicht umhin, festzustel­len: dieser Versuch stellt eine spätere Selbstinterpretation dar. Hier hört der Fall Semmelweis auf, ein historischer zu sein, und beginnt ein psychologischer zu werden. Man könnte sich nun denken, dass Semmelweis' Lehrer und Freunde, die unter den schwierigsten Verhältnissen jahrelang den Kampf für Semmelweis geführt hatten, sich durch diesen plötz­lichen Entschluss wie vor den Kopf gestossen gefühlt und sich von ihm abgewendet hätten. Schürer von Waldheim hat diese Meinung in der bis heute massgeblichen Semmelweis-Biographie vertreten und es nicht für möglich gehalten, dass trotz allem Skoda und Rokitansky an ihrem so schwierigen Schüler festgehalten hätten. Wir können jetzt den gegenteiligen Beweis antreten. Als nämlich 1856 Klein starb und die Lehrkanzel der I. geburtshilf­lichen Klinik frei wurde, haben Skoda, Rokitansky, Dumreicher und Dlauhy entgegen der Majorität der Fakultät jenen Semmelweis als Nachfolger Kleins vorgeschlagen, der ihnen ihre jahrelangen

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