Palla Ákos szerk.: Az Országos Orvostörténeti Könyvtár közleményei 37. (Budapest, 1965)

Erich Püschel: Angeborene Gliedmassendefekte (Dysmelin) im Schrifttum des 16. und 17. Jahrhunderts

Was die Ursachen der Mißbildungen angeht, waren ähnliche Angaben wie bei Paré bei Martin Weinrich in seinem Werke. „De ortu monstrorum", Breslau 1595, zu finden. Außerdem hat sich Fortunius Licetus (1577—1650) in seinem Buche „De mons­tris," Amsterdam 1005, — Estausgabe Padua 1616 — ausführlich mit den Ursachen der Mißbildungen beschäftigt, die den Angaben von Paré nahezu völlig gleichen. Als Besonderheit ist die Auffassung des Licetus anzuführen, daß die Konzeption während einer Mens­truation zu einer Mißbildung führen könne (Kapitel 44). Auch zu Ende des 17. Jahrhunderts hat man sich noch um diese Fragen bemüht, ohne daß eine größere Klarheit gewonnen wurde. Das geht aus der 30, Disputation „De causa partus monstrosi" bei Johann Jakob Waldschmidt in den „Opera medico-practica", Frankfurt 1095, hervor. Die Auseinandersetzung über die Ursache der Mißbildungen hat bis in unser Jahrhundert angehalten. Vertreter der Amnion­theorie, d. h. der Auffassung, daß die Amnionstränge und der Amniondruck Mißbildungen hervorrufen, streiten wider die Ver­treter der Vererbungslehre. Ferner sind Traumata, Fruchtwasser­mangel, Nabelschnurabschnürungen, anatomische Eigenschaften des Uterus und des Beckens der Mutter als Ursachen angesehen worden. Man sprach in diesem Zusammenhang von intrauterinen Belastungsdeformitäten. In den Jahren nach dem lezten Kriege wurden Röntgenstrahlen, intrauteriner Sauerstoffmangel in der Zeit der Embryogenese, sowie der Einfluß von Viruserkrankungen der Mutter als Ursache von Mißbildungen nachgewiesen. Auch Vitaminmangel und die Atombombenversuche wurden kausalgene­tisch in Betracht gezogen. Zahlreich sind die Medikamente, die beschuldigt werden, Mißbildungen hervorzurufen. Unter ihnen sind in den letzten Jahren die Thalidomidpräparate besonders diskutiert worden. Eine endgültige Klarheit über die Entstehung der Miß­bildungen wird wohl erst die Zukunft bringen.

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