Palla Ákos szerk.: Az Országos Orvostörténeti Könyvtár közleményei 37. (Budapest, 1965)
Erich Püschel: Angeborene Gliedmassendefekte (Dysmelin) im Schrifttum des 16. und 17. Jahrhunderts
gen, weil damit zu rechnen war, daß wenige Jahrzehnte nach Erfindung der Buchdruckkunst die damalige descriptive Medizin und Forschung sich solcher Fälle besonders annehmen würde. Diese Erwartung hat nicht getäuscht. Daß bei der Suche nach Unterlagen fast ausschließlich auf die Gruppen eins und zwei unserer Einteilung zurückgegriffen werden muß, ergibt sich aus der Natur der Dinge ; denn das Fehlen oder die mangelnde Anlage der Arme oder Beine war die auffallendste Erscheinung und daher der Beschreibung wert. Natürlich darf man annehmen, daß die Zahl der Fälle wesentlich höher gewesen ist, als ich sie in den nachfolgenden Tabellen erfaßt habe; denn ein Teil der Betroffenen ist wahrscheinlich schon früh gestorben, wie wir das von unseren Dysmelie-Kindern her kennen. Zum andern kamen die älteren Fälle nicht immer zur Kenntnis derjenigen Arzte, die Bücher schrieben. Wohl wurden die Fälle bekannt, die wegen auffälliger Leistungen eines Flugblattes für würdig befunden wurden oder selbst Flugschriften herausgaben. Solche Schriften sind erfreulicherweise noch heute vorhanden und finden sich in Museen oder sind in den regionalen historischen Blättern veröffentlicht. Eme Sammlung von Flugblättern gab Eugen Holländer in seinem Werke „Wunder, Wundergeburt und Wundergestalt" im Jahre 192] heraus. Hinzuzufügen ist das Material, das der schweizer Pfarrer Wiek in den Jahren 1560—87 sammelte. Diese sogenannte Wickiana wurde im Jahre 1927 von Albert Sonderegger geprüft und ihr medizinischer Teil veröffentlicht. In den folgenden Tabellen habe ich meine Unterlagen widergegeben. Es handelt sich um eine Zusammenstellung nach Originalarbeiten. Vereinzelte Zitate stammen aus den „Observationum medicarum rariorum libri VII" von Schenck von Grafenberg und aus den Ephemeriden (wie Bouchard), d. h. aus einer Literatur der gleichen Zeit. In Tabelle 1 sind Personen (Männer, Frauen und Kinder) aufgeführt, deren Hauptmerkmal das Fehlen oder die Flossenbildung der Arme war. Bei Realdus Columbus waren nur die Angaben zu finden: „Alios secui, quibus brachia ab ortu deerant." Bartholinus erwähnt eine Frau mit Namen, die er in Kopenhagen sah, und schildert die Leistungen, die sie mit dem Fuß vollbrachte. Bei