Palla Ákos szerk.: Az Országos Orvostörténeti Könyvtár közleményei 33. (Budapest, 1964)

Dr. Frantisek Pachner: Semmelweis és Prága

Semmelweis hat sich um Prag noch einmal beworben. Und zwar noch im selben Jahre 1851, als nämlich durch Kiwisch's Tod (wir werden über ihn Interessantes gleich hören) der Lehrstuhl der ärztlichen geburtshilflichen Klinik frei geworden ist. 13 Gesuche sind damals um die beiden frei gewordenen Stellen eingereicht worden. Semmelweis' Gesuch war der Reihenfolge nach das zehnte. Das Fakultätskollegium hat gleichzeitig über beide Stellen seine Entscheidung getroffen. Für den Lehrstuhl an der Hebammen­schule kamen diejenigen Bewerber, die das Tschechische nicht beherrschten, nicht in Betracht. Unter ihnen befanden sich — wie schon erwähnt — Semmelweis, Chiari und Arneth. Bei der Besetzung der Stelle nach Kiwisch hat es diese Klausel nicht gegeben. Das Fa­kultätskollegium beschloss die ehemals Langesche Hebammenklinik durch Streng Und die Stelle nach Kiwisch durch Chiari zu besetzen. Diese Entscheidung der Prager Fakultät war von schicksalsvoller Bedeutung. Wenn nämlich Semmelweis damals nach Prag berufen worden wäre, auf eine der damals bedeutendsten Kliniken Europas (Prag hatte seit 1843 auch eine von Kiwisch gegründete Gynäkolo­gische Klinik, die erste in Europa), so können wir mit voller Berech­tigung behaupten, dass der Kampf um die wissenschaftliche Wahr­heit und um das Leben von Tausenden von Müttern sich in Prag ganz anders gestaltet hätte und dass Tausende von Frauen von den Schrecken des Wochenbettfiebers verschont geblieben wären. Das alles sehen wir heute im Spiegel der medizinischen Geschichte in klarer Deutlichkeit. In Semmelweis' Kampf um die wissenschaftliche Wahrheit hat Prag eine sehr wichtige Rolle gespielt. Ich bin überzeugt, dass diese sich als bedeutungsvoller erwies, als die von Wien und Pest und von anderen verschiedenen Orten Europas, wo es ebenfalls Skeptiker und Opponenten zur Semmelweislehre gegeben hat. In Wien war Semmelweis in keine sehr harten Kämpfe ver­wickelt. Es waren blosse Scharmützel, die er auszufechten hatte. Insbesondere in den Diskussionen, die sich nach seinen in drei Fortsetzungen abgehaltenen Vorlesungen in der K. u. k. Gesell­schaft der Ärzte in Wien im Mai — Juni 1850 entwickelten. Seine damaligen Wiener Opponenten waren keine first class ärztlichen Persönlichkeiten, wie z. B. Dozent Eduard Lumpe (1813—1876),

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