Palla Ákos szerk.: Az Országos Orvostörténeti Könyvtár közleményei 33. (Budapest, 1964)
Dr. Frantisek Pachner: Semmelweis és Prága
Volk beliebter Arzt. Seine Beliebtheit hatte neben seinen nicht alltäglichen ärztlichen Qualitäten auch einen politischen Hintergrund. Er war nähmlich ein begeisteter Patriot, Kämpfer für die bürgerlichen Freiheiten und für die Lehrfreiheit. Er war Revolutionär, der sich im Jahre 1848 und den darauffolgenden Jahren politisch stark österreichfeindlich engagiert hat. Er wurde deswegen im Jahre 1853 wegen seiner grob materialistischen, verheerenden Wirkung auf die Studentenschaft seiner Professorenstelle enthoben und gezwungen, sich in noch jungen Jahren [43] ins Privatleben zurückzuziehen. Er wurde später dann auch Abgeordneter des Landtages des Königreich Böhmen. Hamerniks oppositionelle, ja sogar kämpferische Einstellung gegen Semmelweis ist bekannt, er machte kein Hehl daraus, sondern verkündete sie oft und ostentativ. Schon 1870 schrieb er in die „Deutsche Klinik" „.. die Behauptung dass das Puerperalfieber durch Übertragung von Leichenteilen in die Wöchnerin bei ihrer Untersuchung enstehen soll, ist volkommen irrig und wilkürlich" ... Beispiele aus der Praxis sind mehr als beweisend dafür, dass die Lehre als ob das Kindbettfieber aus Leichen auf die Wöchnerinnen übertragen werden können, nicht akzeptiert werden kann. In seiner kleinen Schrift „Über die ansteckende Krankheiten" verfasst über amtliche Aufforderung für den Landtag des Königreiches Böhmen im Jahre 1866, also schon nach Semmelweis' Tod, als sich seine Lehre schon siegreich in der Welt zu verbreiten begann, schrieb Hamernik mit einem böswilligen Beigeschmack eines verdrossenen alten Griesgrams: „ . . . die Ansichten des vor Kurzem in der Irrenanstalt verstorbenen Professor Semmelweis müssen als Zeichen krankhaften Denkens aufgefasst werden . .. Die irrtümlichen, irrigen Ansichten Semmelweis' sind aus tierärztlichen Theorien entwickelt worden ... Was das Kindbettfieber (febris puerperalis) anbelangt, muss ich noch besonders daran erinnern dass ich einige entscheidende Versuche sie auf gesunde Wöchnerinnen zu übertragen ohne jeden Erfolg durchgeführt habe" (entsätzlich!) ... Und dass also dieses Fieber in keiner Weise als ansteckend betrachtet werden kann". Und im Jahre 1866 als sich Hamernik im Landtag zu den Projekten des Baues einer neuen Gebäranstalt zu äussern hatte, schrieb er „Die