Palla Ákos szerk.: Az Országos Orvostörténeti Könyvtár közleményei 32. (Budapest, 1964)
Dr. Fabritius, Walter: 80 Jahre seit der Einführung der Cocainanästhesie in der Ophthalmologie durch Dr. Carl Koller
Augenheilkunde hat dann die Heidelberger Medizinische Fakultät am 22. Febr. 1929 die goldene Kussmaul-Medaille an Koller verliehen. Als nun im September desselben Jahres Prof. Eiseisberg aus Wien bei Dr. Fabritius, mit dem er seinerzeit gemeinsam Assistent bei Billroth war, als Gast weilte u. von der Vorgeschichte der Verleihung der Kussmaul-Medaille erfuhr, teilte er ihm mit, er habe die Absicht zu veranlassen, dass auch von Wien etwas für Koller geschehe und schon am 8. April 1930 schrieb Eiseisberg an Dr. Fabritius, dass Koller von der Gesellschaft der Ärzte in Wien einstimmig zum Ehrenmitglied gewählt worden sei. — Fabritius hatte sein Ziel, für das er Jahre lang zäh u. uneigennützig gekämpft hatte, erreicht. Er hatte als Augenarzt die cocainlose, „die schreckliche Zeit" wie er sie nannte mitgemacht u. seit Kollers Entdeckung die Segnungen dieses neuen Anästhetikums für den Patienten und den Arzt täglich empfunden. Koller schrieb in einem seiner Briefe an Dr. Fabritius: „Wenn ich mir die verschiedenen Indizien überlege, so will mir scheinen, dass Sie geehrter College bei dieser Sache (Gemeint sind die beiden obenerwähnten Ehrungen ; Bern des Verfasser) beteiligt sind, wenn Sie es nicht ganz allein angestiftet und mit Hilfe von Axenfeld ausgeführt haben". Und einem späteren Brief Kollers entnehmen wir wörtlich: „Ihr Brief und die darin gemachten Eröffnungen haben mich in allergrösstes Erstaunen versetzt und die Schleusen einer ganzen Fluth von ungewohnten und mit der Jugend halbvergessenen und begrabenen Gefühlen eröffnet. — Dass jemand, den ich nur flüchtig kannte, in weiter Ferne, durch lange Jahre, beseelt von den edelsten Bestrebungen Gerechtigkeit zu üben und Anerkennung zu zollen, meiner Wenigkeit gedenken und konsequent sein Ziel verfolgen sollte, mir eine Auszeichnung zu verschaffen, hat mich so tief gerührt, dass ich es Ihnen gar nicht beschreiben kann. — Wenn ich gewusst hätte, dass es solche Menschen gäbe, hätte mein an Kämpfen reiches und oft von Erbitterung vergälltes Leben vielleicht eine andere Wendung genommen. Ich kann Ihnen aber sagen, dass seit der von Ihnen veranlassten und erkämpften, mir gewordenen Auszeichnung die Welt mir in anderen Farben erscheint und dass ich mich wie nie je zuvor des Lebens erfreue. — Die Tragweite eines scheinbar so einfachen