Palla Ákos szerk.: Az Országos Orvostörténeti Könyvtár közleményei 20. (Budapest, 1961)

dr. Katona Ferenc: Ismeretelméleti és származástani kérdések Goethe Faustjában

Die Probleme, welche die entstehende Biologie an die Ober­fläche brachte, forderten von den Gelehrten die Umgestaltung derjenigen Denkweise, welche ihres Wesens nach in den me­chanistisch begründeten wissenschaftlichen Anschauungen wur­zelte. Im Laufe der Ausarbeitung dieser Naturanschauung ging Goethe auf diejenigen alten philosophischen Überlieferungen zu­rück, welche die Schranken der mechanistischen Methodologie und Denkungsart durchbrechen wollte. Goethe's eigene geistige Beschränktheit und Mangel an Folgerichtigkeit offenbarten sich dadurch, dass er die mechanistische Denkungsweise nicht mit der Weiterentwickclung der französischen mechanisch-materialis­tischen Linie überholte, sondern erst im geistigen Kampfe mit dieser ausbildete. Dieselben Probleme beschäftigen auch die anderen Naturwis­senschaftler und Philosophen seiner Zeit. Trotzdem kann man nicht sagen, dass die Methode, mit welcher sie das durch die Systemenlehre, die vergleichende Morphologie und die primitive Physiologie bis dahin aufgehäufte Material angriffen, einheitlich war. Das Studium der speziellen biologischen Fragen brachte die Liquidation der mechanistischen, metaphysischen Methoden mit sich, es wurde jedoch keineswegs festgelegt, in welcher Richtung die Naturphilosophie den Umschwung der Methodologie und der Anschauung bewerkstelligen sollte. Nur auf der höheren Entwicklungsstufe der biologischen Wissenschaften wurde es er­sichtlich, dass die materialistische Weltanschauung und die dia­lektische, historische Betrachtungsweise die philosophische Unter­lage bilden können, welche mit der Methodik der Naturwissen­schaften im Einklang steht. Der Durchbruch der Schranken der mechanistischen Denkungs­art vollzog sich im grossen Ganzen auf dreierlei Weise. Den ersten Weg wählte die französische Naturwissenschaft. Dieser Weg wurzelte natürlicherweise im französischen mecha­nistischen Materialismus und war auf die langsame Abschaffung der mechanistischen Anschauung basiert. Die ersten Spuren da­von finden sich schon in den späteren Werken von La Metrie, z. B. im „L'Homme plante"; später üben Diderot, Condillac, Holbache, Buffon immer stärkere Kritik an der mechanistischen

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