Palla Ákos szerk.: Az Országos Orvostörténeti Könyvtár közleményei 14. (Budapest, 1959)

Ákos Palla: Sibilla unguentaria im Lichte der neuesten Forschung

pruritus. Vrinam ciet. Qui crocum prius biberint, crapulam non sentiunt. Ebrietati eo resistunt, Corneae quoq; ex eo mulcent ebrietatem. Somnum facit. Caput leviter movet. Venerem stimu­lât. Flos eius igni sacro illicitur cum creta cimolia. Ipsum pluri­mis medicaminibus miscetur. Collyrio uni etiam nomen dedit ex eo quoq; expresso vnguento crocino, quod crocomagma appel­lant. Habet suas utilitates contra sufusiones oculorum. Vrinas magis excalefacit q; crocum ipsum. Optimum quod gustatum salivam dentesque inficit." Diese vielseitige Anwendung von Safran vergegenwärtigt uns den ganzen Tätigkeitsbereich einer römischen Kräuterfrau, die, wenn sie tatsächlich eine bestimmte Person war, nur mit gröss­tem Wohlwollen als Urahne des Apothekers gelten kann. Solche Kräuterfrauen gab es im Mittelalter unzählig viele, ohne, dass jemand sie mit Stolz zu seinen fachlichen Ahnen gezählt hätte. Dieses Kräuterweib ist eine - Kurpfuscherin, auf Wunsch Gift­mischerin, sie braut auch einen Zaubertrank. Aber gerade so war das ein überraschend interessanter Fund im Auge des wohl­habenden Apothekers und Sammlers Kazay und für die spätere Literatur. Die zwei letzten Zeilen der Tafel sind in ihrer Schlichtheit vielsagend. In V. P. RHISPIA. Es wirft sich die Frage auf: sollte es im III. Jahrhundert eine Salbenhändlerin für nötig ge­halten haben, in Rhispia die Ortschaft, das Dorf, wo sie ihre Ware anbietet, zu nennen, wenn sie diese Tafel und Aufschrift zum eigenen Gebrauch anfertigen Hess. Die Bewohner von Rhis­pia kannten doch den Namen ihrer Ortschaft und wussten, wo Sibilla haust. Diesem Zeitalter ist die Reklame noch unbekannt; somit konnte auch Sibilla nicht eine „Flugschrift" aus Bronz für die Einwohner Pannoniens anfertigen lassen. Ein weiteres Bedenken wird wieder dadurch erweckt, dass der Text äusserst genau ist. Hat denn je eine Kräuterfrau in Ö-Buda an ihre Türe ausgeschrieben, sie verkaufe Kräuter in Öbuda. Ungarn? Nein! Und das ist entscheidend. Versuchen wir nun die ideelle Frage klarzustellen: welchem Zweck diese Bronztafel dienen kann?

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