Palla Ákos szerk.: Az Országos Orvostörténeti Könyvtár közleményei 14. (Budapest, 1959)

Ákos Palla: Sibilla unguentaria im Lichte der neuesten Forschung

vermochte jedoch nicht Schritt zu halten mit den Wünschen der Sammler, ihre Zahl war grösser, als die der Kunstschätze. Dieser Umstand wurde stets und auch diesmal von pfiffigen und jeden­falls gebildeten Männern, den Spuren ihrer Vorgänger folgend, ausgenützt: sie fälschen - Kunstschätze. Antike Münzen und Statuen ahmt man in Italien und in Österreich nach, des Manus­kript Attilas und römische Beinschnitzereien bei uns in Ungarn. Ein Beispiel hierfür liefern die Fälschungen des Samuel Litterati Nemes. Nach und nach trifft man in jeder Privatsamm­lung einige römische Altertümer, darunter auch neuangefertigte Falsifikate. Wie allgemein bekannt, wurden auch vom British Museum viele der in Brigitto ausgegrabenen römischen Alter­tümer angekauft, und nachher stellte es sich heraus, dass gerade die für besonders wertvoll gehaltenen Beinschnitzereien im un­bekannten pannonischen Stil, zur nicht geringen Überraschung der fachkundigen Käufer, in die Sammlung der Fälschungen ver­setzt werden mussten. Die Leidenschaft der wolhhabenden Sammler war nicht ge­ringer, als die des hohen Adels, sie bereisen viele Länder, jagen dort Raritäten nach. Ein Beispiel hierfür ist eine hervorragende Persönlichtkeit der Barokkzeit: der ungarische Arzt János Zsám­boki (Sambucus). Aristokraten. Männer die Landadels und Bür­ger sind dem Sammeln leidenschaftlich ergeben und kennen dabei keine Grenzen. Zu diesen Männern gehört der Besitzer der Si­billa-Tafel. Sámuel Kazay, ein reicher Apotheker in Debrecen. „Mit unberzähmbarer Leidenschaft kauft er alte Bücher. Münzen und Raritäten auf. 1711. in Transdanubien geboren, bereist er schon als Bürger der Stadt Debrecen oft das Ausland. Mit einem Kaufmann, namens Otto Fridericus Lires unternahm er gegen 1739 eine Italienreise, um Florenz, Mantua und Siena aufzusuchen, angeblich hat ihn sein Weg auch nach Bayern geführt." 21 Aus den Akten eines zeitgenössischen Prozesses ist uns die Zeugenaussage seines Angestellten, des Provisors Cherny be­kannt, und aus dieser Daten darüber, dass er sich „auf einen Lebel Herschel aus Obuda beruft, der ihm erzählt hatte, vor etwa

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