Palla Ákos szerk.: Az Országos Orvostörténeti Könyvtár közleményei 13. (Budapest, 1959)
Dr. RAFFY ÁDÁM: Vesalius és kora
aus Gold und Bein gegen Afterblutfluss; ein grosser blauer Stein, die Fassung mit einem Stiel versehen, als Preventivmittel gegen die Gicht; ein Stein der Weisen; zahlreiche, aus dem Orient stammende Bezoarsteine gegen verschiedene Krankheiten, usw. usw. Vesalius, der vorbildlich objektive Denker, der fanatische Forscher, sah sich gezwungen in der geistigen Atmosphäre dieser kaiserlichen Apotheke zu arbeiten. Er schreibt noch eine Abhandlung über die Chinawurzel, als er zum Herzog Franz von Este nach Regensburg zu einem Konsilium gerufen wird, doch nachher umarbeitet er blos seine Fabrica in ein Lehrbuch ohne weitere wissenschaftliche Werke von grösserer Bedeutung zu schaffen. Es hätte ihm übrigens auch an der nötigen Zeit gefehlt, in den ununterbrochenen Kriegen musste er Kaiser Karl von einem Kriegsschauplatz zum anderen begleiten. Wegen Zeitmangels unterlässt er nicht selten auch die Beantwortung der Streitschriften, die gegen seine Anatomie erscheinen. Die beste Antwort auf diese Angriffe war immerhin die 1555 erschienene zweite Auflage seiner Fabrica. Als dann 1561 die völlig auf Vesalius basierende , .Anatomie universelle du corps humain" von Ambroise Paré erscheint, ist dies mit dem endgültigen Sieg der vesalianischen Lehre gleichbedeutend. Im fünfzigsten Lebensjahr rüstet Vesalius zu einer Pilgerfahrt ins heilige Land. Was ihn hierzu bewogen, oder gezwungen haben mochte, ist auch heute nicht geklärt. Hofintriguen, Angriffe vonseiten seiner Kollegen, aber vielleicht auch Neugierde dürften bei diesem Unternehmen mitgespielt haben. Unterwegs ereilt ihn der Tod; angeblich soll es die Pest gewesen sein, die seinem Leben ein Ende gemacht hatte, sein Leichnam wurde auf der griechischen Insel Zante ausgeschifft. Dort wurde er von einem Goldarbeiter aufgefunden, dieser durchsuchte sein Gewand, identifizierte ihn und teilte die Nachricht von seinem Ableben nach Brüssel mit. Wenn auch der tiefe Reichtum seines kurzem Lebensweges im enggesteckten Rahmen einer Abhandlung im Einzelnen nicht dargelegt werden konnte, ist es uns vielleicht immerhin gelungen, seine reiche Fülle verständlich, und was noch wichtiger ist, dem Gefühl begreiflich zu machen. Endlich verteidigte Vesa-