Palla Ákos szerk.: Az Országos Orvostörténeti Könyvtár közleményei 3. (Budapest, 1956)
Dr. OLÁH ANDOR: Népi orvoslás, orvostörténet, orvostudomány. (A népi orvoslás kutatásának orvostörténeti jelentősége)
ZUSAMMENFASSUNG Die Abhandlung analysiert das Verhältnis der Volksheilkunst zur Medizingeschichte und zur Medizinwissenschaft. Vergleicht man den heutigen Kenntniskomplex der ungarischen Volksmedizin mit dem Datenmaterial alter ungarischer Aerzte-Bücher, so stellt es sich heraus, dass die Volksmedizin einer auf der Stufe des XVII. Jahrhunderts steckengebliebenen Gesundheitskultur entspricht. Die Ursache dessen sei die seit dem Anfang des XVIII. Jahrhunderts betriebene (deutsch-)österreichische Kolonisierung, Überfremdung des öffentlichen Gesundheitswesens und der Medizinwissenschaft in Ungarn.* Nach einer Erörterung der kulturgeschichtlichen Gesichtspunkte stellt der Verfasser fest: die ungarische Volksheilkunst gehöre der östliche Kultur an; nicht weitliegend von der alten chinesischen und indischen Medizinwissenschaft, dürfte sie jedoch trotzdem nicht als wertloser und veralteter Aberglaube, als Quacksalberei behandelt werden, da die meisten pathogenetischen Ansichten, Symptobeobachtungen, Heilverfahren der Volksmedizin mit den Methoden der modernen, experimentierenden Medizinwissenschaft sollte, im Interesse ihrer eigenen Entwicklung, sich dem Studium der Volksheilkunst widmen. Es würde sich hierdurch das Problem des Verhälnisses des Arztes zum Patienten lösen und mit Hilfe einer, auf der Grundlage des volksmedizinischen Sprachschatzes erneurten medizinischen Fachsprache könnte in Ungarn eine historischvergleichende Erziehungsarbeit dahinwirken, dass das Volk in den Besitz moderner Begriffe im Bereich der Gesundsheitskultur gelange. Eine natürliche (biologische) Medizinwissenschaft würde sich entwickeln. In dieser Umwandlung fällt der ungarischen Medizingeschichtswissenschaft eine entscheidene Rolle zu. Eine nationale Aufgabe harrt ihrer. * Anmerkung der Redaktion: Der Vortragsabend, dessen Gegenstand obige Abhandlung war, endente mit einer lebhaften Diskussion, in deren Verlauf auch auf die grossen medizinwissenschal'tlichen Verdienste der Wiener Schule mehrfach hingewiesen wurde.