CS. SÓS ÁGNES: ZALAVÁR—KÖVECSES AUSGRABUNGEN 1976—78 . ANHANG. ISTVÁN VÖRÖS KNOCHENFUNDE / Régészeti Füzetek II/24. (Magyar Nemzeti Múzeum Budapest, 1984

VII. ANHANG

Rindes auf seiner linken Seite; seinen Kopf hatte man an die Wand der Grube gelehnt und auf den Nacken zu­rückgebogen, die vom Rumpf abgetrennten Extremitäten ohne Gliedmassengürtel hatte man auf den Kadaver zurückgeworfen. Wenn die zerstörte, verwüstete Siedlung von neuen Elementen (von einer Volksgruppe) vorübergehend oder auf Dauer in Besitz genommen wird, können auch die Überreste ihrer Beutetiere über das Wiederaufbau-Niveau verstreut werden. In diesem Falle vermischen sich auch Reste des fremden Tierbestandes - ev. ortsfremder Rassen - mit dem Knochenmaterial der Siedlung. Diese fremden Tiere stehen mit dem früheren Tierbestand der Siedlung schon nicht mehr in genetischem sondern nur in siedlungsgeographischem Zusammenhang. Untersuchen wir nun das Tierknochenmaterial von diesem Gesichtspunkt aus, so können wir folgende Fest­stellungen machen: 9. Jahrhundert In Kövecses sind aus dieser Zeit im Jahre 1977 6 Häuser, 1 Feuerstelle und 15 Gruben erschlossen worden, in denen sich auch Tierknochen befanden. Von hier stammen 91,37%(1260 St) des gesamten Knochenmaterials der Siedlung. 84,76%(1068 St) der Tierknochen aus dem 9. Jh. befanden sich in der bereits erwähnten Küchenabfall­grube E/2 (Tab. 1). Von Haustieren waren nur Reste der drei klassischen Fleischtiere, des Rindes, der Klein­wiederkäuer und des Schweines in grosser Menge vorhanden. Der einzige Hundeknochen war eine durchstochene scapula. Von Jagdwild waren nur Reste vom Rothirsch und vom Wildschwein in der Grube. 15,24%( 192 St) des Tierknochenmaterials aus dem 9. Jh. ist aus 21 Objekten ans Tageslicht gekommen: Rinder sind in 17, Kleinwiederkäuer in 4, Schweine in 10, Hühner in 1, Rothirsch in 3, Reh in 1, Fische in 5 Objekten vorgekommen. In zwei Objekten befanden sich keine Reste von Haustieren, in 12 Objekten keine von Wild (Tab. 2). Überreste von Pferden gab es auf dem durchforschten Gebiet nicht. 11.-12. Jh. 8,62%(1 19 St) aller Knochenfunde im Siedlungsgebiet befanden sich in 7 Objekten. Rinderknochen kamen in allen 7, Kleinwiederkäuer in 2, Überreste von Schweinen in 3, von Pferden, Hunden, Hühnern in je 1, vom Rothirsch in 3, von Sumpfschildkröten in 1 Objekt vor. (Tab. 3) 4. Tierhaltung auf der Insel Kövecses 4.1. Zusammensetzung des Haustierbestandes Auf der Insel Kövecses ist ebenso wie auf dem durchforschten Gebiet des Siedlungskomplexes von Zala­vär-Mosaburg, von Vársziget und Récéskutsziget das Schwein im 9. Jh. noch nicht einheitlich, im 9. /10. Jh. aber gleichmässig mit den meisten Knochenresten und mit der höchsten Zahl von Exemplaren vertreten. (Tab. 1, 4). In den Objekten von Kövecses aus dem 9. Jh. (Tab. 1,2) und in den Siedlungsschichten von Réceskut aus dem 9. Jh. (Tab. 4) ist die Zahl der Knochenreste vom Schwein kleiner als vom Rind, übertrifft aber die Kleinwiederkäuer in jedem Falle. Unter Berücksichtigung der geographischen Gegebenheiten und des hier lebenden Ethnikums, der Bevölkerung (Cs.Sös 1963, 1969 1976. 1980) kommt man zu dem Schluss. dass in Zalvár-Mosaburg im 9./10. und im 10. Jh das häufigste (Bokönyi 1963, 1971) und das wichtigste Hausnutz­tier das Schwein war. In Kövecses konnte man 668 Stück Knochenreste von 70 Schweineexemplaren bestimmen (Tab. 5), das sind 55,6 r/íaller Haustierexemplare. Diese Exemplarzahl bezeichnet im vorliegenden Falle ausschliesslich die Menge der verzehrten bzw. der ins Grab 28 gelegten Schweine. Es ist aber wahrscheinlich, dass das Schwein auch im lebendigen Viehbestand in einer ähnlichen oder noch höheren Proportion vertreten war. Auf der Insel Kövecses beträgt die Zahl der Rinderknochen das annähernd Zwanzigfache der Knochenbruch­stücke von Schweinen (Tab. 1, 3,4), die Zahl der bestimmten Exemplare jedoch nur die Hälfte (Tab. 5). Von den ungefähr 70 Schweinen waren die Reste von je 6 Exemplaren in zu verschiedenen Zwecken dienen­den Objekten aus dem 9. bzw. 11. 12. Jh., 58 Exemplare (!) jedoch in einer einzigen, der E/2 Küchenabfallgrube aus dem 9/10. Jh. Ein Schweineexemplar war mit ungefähr 10 St Knochenresten vertreten. In Kövecses steht sowohl hinsichtlich der Knochenstückzahl (569 St) als auch der Zahl der Exemplare (27 Exemplare) das Rind an zweiter Stelle (Tab. 1, 5). 21,42%aller Haustiere. Im 9. Jh. stand das Rind in Köve­cses mit 9 Exemplaren an erster Stelle; bzw. in der Kuchenabfallgrube E/2 12 Exemplare; dagegen befanden sich in Objekten aus dem 11 12. Jh. die Reste von 6 Exemplaren. 125

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