GARAM ÉVA - PATAY PÁL - SOPRONI SÁNDOR: SARMATISCHES WALLSYSTEM IM KAPRATENBECKEN / Régészeti Füzetek II/23. (Magyar Nemzeti Múzeum Budapest, 2003

IV. Die historische Auswertung der Erdwälle (S. Soproni)

Anhang II . ZSOLT MRÁV EINE NIE ERBAUTE RÖMISCHE FESTUNG IM VORRAUM DES WALLSYSTEMS IN DER TIEFEBENE (ARCHÄOLOGISCHE FORSCHUNGEN IN GÖD-ÚJTELEP 2000-2001) Die im Jahre 2000 begonnene archäologische Erforschung der Festung brachte einen im Zustand der Grundriss-Festlegung steckengebliebenen spätrömi­schen Festungsbau ans Licht. Der ovale Grundriss der 3 km von der Donau entfernten und 7 km vor der un­teren Linie der Tiefebenenwälle liegenden 400 x 290 m grossen Festung war an den Mauerebenen mittels schmaler Steinreihen an der Oberfläche angegeben. Aufgrund der auf dem Festungsgelände gefundenen Münzen aus der Zeit Valentinians I. und Stempel­ziegeln mit dem Namen Frigeridus dux ist dieser Bau im Barbaricum in die Herrschaftszeit Valentinians I. zu datieren. 1 Das ovale Militärobjekt mit zwölf in die Mauerfront eingegliederten kreisförmigen Seitentür­men wäre - fertiggestellt - eine der grössten Festun­gen des Barbaricum gewesen. Die Festung bei Göd-Újtelep kann mit grosser Wahrscheinlichkeit mit dem von Ammianus Marcel­linus erwähnten munimentum (Amm. Marc., XXIX 6, 1-16; XXX 5-6) identifiziert werden, das unter Va­lentinian I. in der Amtszeit von Frigeridus dux auf quadischem Boden begonnen, aber nie beendet wurde und das so viele Verwicklungen verursachte - unter anderem den Amtsverlust eines talentierten Beamten, des Frigeridus dux, Hofintrigen, die Ermordung des Quadenkönigs Gabinius, Krieg und indirekt den Tod des Kaisers. Das strategische Ziel Valentinians I. konnte gewesen sein, mittels der einseitigen Enteig­nung quadischen Bodens (regiones ), der Vertreibung der Bevölkerung und des aggressiven Festungsbaus die geplante, bis zum Donauknie vorgeschobene Linie der Wälle in der Tiefebene wirkungsvoller zu kontrol­lieren und zu verteidigen. 2 (Im Rahmen dieses um­fangreichen Vorhabens haben wir auch den zwei Tagesmärsche von der Donau entfernten, mit der Göder Festung zeitgleichen Wachtturm von Hatvan­Gombospuszta zu interpretieren.) Der Bau wird aufgrund des Berichtes von Am­mianus Marcellinus 373 n. Chr. begonnen und nicht lange nach Beginn der Absteckung durch Frige­ridus dux eingestellt worden sein. Marcellianus dux hat die Arbeiten spätestens im Frühling oder Frühsom­mer 374 n. Chr. wieder fortgesetzt. Der wiederbegon­nene Bau wurde durch die Kriegsereignisse von 374/375 n. Chr. und dann den Tod des Kaisers endgültig eingestellt. Insgesamt werden die Ab­steckungsarbeiten nur einige Wochen in Anspruch genommen haben. 1 Mráv 2003 2 Mráv 1999. 89-111 77

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