GARAM ÉVA - PATAY PÁL - SOPRONI SÁNDOR: SARMATISCHES WALLSYSTEM IM KAPRATENBECKEN / Régészeti Füzetek II/23. (Magyar Nemzeti Múzeum Budapest, 2003
III. Sarmatcnzeitliche Funde des Csörsz-Grabens (É. Garam)
die Gräber im allgemeinen neben die Füsse gestellt wurden. 8 0 Die Fibel mit umgeschlagenem Fuss erscheint um die Wende des 2-3. Jahrhunderts. Ihre frühesten Arten sind die Fibeln mit fächerförmig sich verbreitendem Fuss und unterer Sohlne. 8 1 Der Beginn der Verwendung der Stücke mit oberer Sohlne dürfte ungefähr um ein Jahrzent später angenommen werden. 8 2 M. Párducz datiert die eingliedrigen Fibeln mit oberer Sohlne und vierfacher Windung - zu denen auch die Fibel von Tarnazsadány gezählt werden kann - zwischen die Jahre 220 und 240. 8 3 Mit den Fibeln der Kaiserzeit hat sich zuletzt I. Peskaf beschäftigt. Seine Arbeit ist für uns deshalb wichtig, weil wir die nächstliegende Parallele zur Bronzefibel von Tarnazsadány in seiner Fundsammlung ermitteln können (z. B. Hradcovice). Diese nördliche Art datiert Peskaf ähnlich wie M. Párducz auf die erste Hälfte des 3. Jahrhunderts. 8 4 Die Fibeln mit umgeschlagenem Fuss werden im allgemeinen (z. B. auch im Gräberfeld von Ernőháza) mit den kleinen, auf der Drehscheibe verfertigten, einhenkeligen Gefässen zusammen gefunden. M. Párducz hat die obere Grenze des Gräberfeldes von Ernőháza auf die Wende des 3-4. Jahrhunderts festgelegt, während er die untere Grenze in den zwanziger Jahren des 3. Jahrhunderts sieht. 8 5 Diese Alterbestimmung wird auch durch das im Grab gefundene Schwert nicht widerlegt. In seinem jetzigen Zustand ist es stark fragmentarisch; es war ein zweischneidiges, gerades Schwertfragment ohne Parierstange, dessen Kennzeichen es ist, dass Griff und Klinge miteinander einen stumpfen Winkel einschliessen. Dieselbe Beobachtung macht man auch bei den Sarmatenschwertern aus der Umgebung von Szeged, die zwischen 180 und 300 datierbar sind. Diese Schwerter werden meist auch zusammen mit den Fibeln mit umgeschlagenem Fuss, mit grauen, gut geschlämmten Henkeltöpfchen und abgeeckten, prismenförmigen Perlen gefunden. 8 6 Das Grab von Tarnazsadány kann also aufgrund der Daten auf das 3. Jahrhundert datiert werden. Die obere Grenze für die Besttattung dürfte die Wende des 3-4. Jahrhunderts sein. KÖTEGYÁN-WEG NACH SARKAD Anlässlich der Gelendebegehung im Herbst 1963 fand P. Patay die Sarmatensiedlung, die unmittelbar vor dem, nach Sarkad führenden Feldweg, 30-40 m östlich von der Brücke liegt, die den im Süden des Feldwegs laufenden Kanal überquert. Auf diesem Gebiet - lautet die Eintragung von P. Patay im Ausgrabungs-Tagebuch (Ungarisches Nationalmuseum, Dokumentationsarchiv VIII. 97/1964) - kann sie Spur des Teufelsgrabens (innere Linie jenseits der Theiss) nur vermutet werden, sie zieht aber mit Sicherheit hier durch und ein Durchschnitt ist notwendig. Die Grabung erfolgte im Oktober 1964 unter der Leitung von P. Patay. In einem 20 m langen Forschungsgraben und einer daneben aufgedeckten Sonde von 3 x 2 m fand er den einstigen Graben des Walles. Der Graben durchquerte eine Siedlung aus der Sarmatenzeit. Aus der Erde, mit der der Graben ausgefüllt war, besonders im 1. und 2. Spatenstich, kamen zahlreiche sarmatenzeitliche Gefassscherben ans Tageslicht (Taf. 16, 6-9, Taf. 17, 1-5), ähnlich denen, die auch ausserhalb des Grabens zu finden waren. Aus der Ausfüllerde kam ein Fragment einer terra sigillata mit Eierstab zum Vorschein, das ein Bruchstück eines zwischen 160-190 in der Werkstätte Rheinzabern gefertigten Gefässes ist. 8 7 Aus der aufgefüllten Erde stammt auch ein handgefertigter kleiner grauer Becher; ähnliche Stücke sind in dem auf die Zeit vor 270 datierten Gräberfeld von Szentes-Kistöke häufig 8 8, doch lebt diese unscheinbare Form noch bis zum 4. Jahrhundert weiter. 8 9 Die im Graben gefundenen weiteren Stücke, die einige charakteristische Merkmale tragen (Schüsselbruchstücke mit gerader Wand un wulstigem Rand, mit profilirter Wand leicht nach aussen gebogene Randscherben) können ebenfalls auf das 2-3. Jahrhundert datiert werden. 9 0 MEZŐKÖVESD Anlässlich der Geländebegehung im Mai 1964 stellten S. Soproni und Gy. Török fest, dass nicht weit westlich der Landstrasse zwischen Mezőkövesd und 8 0 Párducz 1950. 104. 8 1 Párducz 1942/a Taf. 2. 3; Párducz 1944 40. 8 4 Párducz 1944 40. 8 3 Párduc 1942/b 305-316 8 4 Peskaf 1972 110-111, Taf. 21.8. 8 5 Párducz 1940 268. 8 6 Párducz 1941/c 111-113. 87 Die Bestimmung der terra sigillata verdande ich D. Gabler. 8 8 Párducz 1944 Taf. 15, 10, Taf. 17, 14. 8 9 Párducz 1950 Taf. 107, 6, Taf 121, 32, 39, Taf. 143. 9 0 Párducz 1937 Taf 13, 3, 5, 9. 16: Párducz 1941/b Taf. 30, 2-3. Taf. 34. 10-11. 52