Mesterházy Károly (szerk.): AZ 1997. ÉV RÉGÉSZETI KUTATÁSAI / Régészeti Füzetek I/51. (Magyar Nemzeti Múzeum Budapest, 2001)
Római kori barbár
Gelände VI/A-B: Die Beobachtungen beweisen, daß das sarmatische Dorf auf dem N-NO-Teil des Fundortes M5 125 durch das Gräberfeld abgeschlossen wurde, da keine anderen, sicher zu dieser Siedlung gehörenden Objekte auf diesem Gelände vorkamen. Die Gräber befanden sich im östlichen Teil des 120 m breiten Gräberfeldes viel dichter. Obwohl sie sich auf dem westlichen Teil scheinbar auf demselben Platz konzentrierten, ist die Absonderung der beiden Gruppen unwahrscheinlich. In der Mitte führte nämlich früher eine asphaltierte Verbindungsstraße, und im Laufe der Straßenbauarbeiten wurden ganz gewiß mehrere Gräber vernichtet. In den Gräbern gab es einheitlich einen Sarg; die meisten wurden ausgeraubt. Nach dem Vergleich der Beigaben wurde es klar, daß die hier Bestatteten verhältnismäßig wohlhabend waren, aber sie verfugten über den Reichtum der früher Verstorbenen nicht. Auf dem Plan kann man sehen, daß nicht nur Gräber auf dem Gelände VI/A-B zum Vorschein kamen. Die anderen Objekte können aber nicht mehr an die sich hier angesiedelten Sarmaten geknüpft werden. Die Datierung des die Gräber überschneidenden, sehr großen, tiefen, rechteckigen, zweigeteilten Gebäudes auf dem südwestlichen Teil des Geländes Vl/A ist am wenigsten sicher: Aus Mangel an archäologischem Fundmaterial kann es in keine archäologische Epoche eingereicht werden. Aufgrund der etwa 100 freigelegten Gräber und der Kenntnis des nördlichen, nordwestlichen und westlichen Randes des Gräberfeldes, ferner aufgrund seiner vermutlichen Ausdehnung an den anderen Seiten ist es anzunehmen, daß sich noch ca. 150 Gräber in der Erde befinden. Diese können aber wegen des schon aufgebauten Knotenpunktes Kiskunfélegyháza-Nord nicht freigelegt werden. II. DER ARPADENZEITLICHE SIEDLUNGSTEIL Gelände VI/B: Unter den Gräbern des östlichen Teiles des sarmatischen Gräberfeldes und östlich des Gräberfeldes kamen so große Gruben von kennzeichnender Form zum Vorschein, die nicht zum sarmatischen Dorf gehören konnten. In diesen Objekten fanden wir praktisch kein Fundmaterial, aber das Gefäßbruchstück, das in einer dieser Gruben gefunden wurde, datierte sie eindeutig in die Arpadenzeit. Auch der in der Mitte dieses Geländes freigelegte Pferch, der eines der Gräber durchschnitt, kann in die Arpadenzeit datiert werden. Kein einziges Haus konnte registriert werden. Der das Gelände VI/A und B voneinander trennende lange, breite, aus mehreren Zweigen bestehende, nicht zu tiefe Graben verursacht die meisten Probleme. Dem mittleren Teil dieses Objektes schloß sich der achterförmige Pferch an. Aus Mangel an Fundmaterial kann man nur annehmen, daß das die arpadenzeitliche Siedlung von Nord-Nordwesten abschloß, da es kein zeitgenössisches Objekt jenseits dieser Erscheinung gab. Die Fortsetzung kam sonst auf dem Gelände Kvor. In der inneren Hälfte der nördlichen Seite lagen gruppenweise große Gruben von umgekehrter Kegelstumpfform, die als Brunnen (kopolyaküt) bestimmt wurden. Einige Brunnen ähnlicher Konstruktion fanden wir auch auf anderen Teilen der Raststätte, aber nie unter den sarmatischen Objekten. Eine ähnliche Frage ist, wozu die aus dicht nebeneinander gegrabenen, rechteckigen, tiefen, sich nach unten verschmälemden Gruben bestehende Pfostenreihe in der nordöstlichen Ecke des Geländes Vl/B gehören konnte. Ähnliche Erscheinungen wurden in der Nähe im Laufe der arpadenzeitlichen Freilegungen der Autobahn M5 bekannt. 94