Kemenczei Tibor: Studien zu den denkmälern skythisch geprägter alföld gruppe (Inventarta Praehistorica Hungariae 12; Budapest, 2009)

Der Fundstoff - Schmuck

itet. Darauf weist hin, dass derartige Perlen aus den Gräbern 27 und 31 im Gräberfeld von Szentes - Vek­erzug mit rosettenförmigen Gewandbesätzen aus Goldblech (Taf. 71, 2-3), aus dem Grab 53 mit drei bronzenen Vogelanhängern von mazedonischem Typ (Taf. 72, 4), aus den Gräbern 57 und 71 mit einer Scheibenfibel (Taf. 73, 8.11, Taf. 75, 1-2.16), aus dem Grab 55 mit einer mazedonischen Bronzeperle (Taf. 72, 12-13) zusammen zum Vorschein kamen. Die An­zahl der in diesem Gräberfeld gefundenen gelben Ringaugenperlen ist ziemlich groß. Die meisten (40 Stück) Exemplare befanden sich im Grab 55. Ring­augenperlen in relativ größerer Anzahl kamen noch aus den Gräbern folgender Fundorte zum Vorschein: Kunszentmárton (Szentes) - Jaksor Grab 51: 39 St.; Szentes - Vekerzug die Gräber 27, 34, 64, 69: 20 bis 40 St; Szentes - Kistöke Grab 99: 26 St., Csanytelek ­Ujhalastó Grab 130: 25 St., Orosháza - Gyopáros Grab 109: 22 St.; Sándorfalva Grab 165: 21 St.; Szilvás­várad: 25 St. Den letzten Fundort ausgenommen liegen alle erwähnten Gräberfelder im Südteil der Tiefebene, was eindeutig zeigt, in welcher Region die Ringaugenperlen am besten in Mode waren. Nur aus einigen Bestattungen der Siebenbürgen­Gruppe gelangten Ringaugenperlen ans Tageslicht. In einem in Batos freigelegten Grab stieß man auf sieben Stück, 743 in einer Bestattung in Sfintu Gheorghe auf 83 Stück Ringaugenperlen. Das letztere Grab kann auf Grund einer bronzenen Bogenfibel auf das 7. Jh. v. Chr. datiert werden. 744 Dieser Schmucktyp kam ver­mutlich von der Ungarischen Tiefebene oder aus dem Steppengebiet nach Siebenbürgen. Das Alter des Gra­bes von Sfintu Gheorghe, und der bronzene Riemen­verteiler in Hirschform im typisch frühskythischen Stil unter den Beigaben des Grabes untermauern die vorige Vermutung. Die gelben Ringaugenperlen kommen westlich der Donau, im Gebiet der Hallstattkultiir in viel geringerer Anzahl vor, als in der Tiefebene. In einigen Fällen waren sie auch mit Gegenständen skythischen Typs der Alföld-Gruppe vergesellschaftet. Im Grab 29 des eisenzeitlichen Gräberfeldes von Sopron - Krautacker waren diese Gegenstände Haarringe, Spiegel, und Halskette aus Kaurischnecken. 745 Unter den Funden des ersten Hauses der ebenda freigelegten Siedlung befand sich auch eine dreikantige bronzene Pfeilspitze mit vier Augenperlen zusammen. 746 Es gab zwei Ringaugenperlen (Grab 9, 19) im Fundstoff des eisen­zeitlichen Gräberfeldes von Szentlörinc, wo auch Pferdebestattungen, Eisentrensen vom Vekerzug-Typ freigelegt wurden. 747 In Mozs wurden in einem Grab aus dem 5. Jh. v. Chr. drei Kaurischnecken und eine Ringaugenperle als Teile einer aus Glas- und Bern­steinperlen bestehenden Halskette gefunden. Zum Fundstoff gehörten noch ein Astragalosgürtel aus Bronze und vier Certosafibeln aus Bronze. 748 Auch aus slowenischen Bestattungen der ostalpinen Hallstattkultiir stammen gelbe Ringaugenperlen, aber ihre Anzahl ist im Vergleich zu den anderen Exem­plaren im dortigen besonders reichen Glasperlenmate­rial wenig. Deshalb ist es anzunehmen, dass sich die vom Mittleren Theiß-Gebiet stammende Mode bei der Übernahme derartiger Perlen in Transdanubien durchsetzte. Die gelben Ringaugenperlen aus der Keltenzeit, die in keiner besonders großer Anzahl vorkamen, können auf skythische Tradition, bzw. auf die Tradition der Hallstattkultiir zurückgeführt wer­den. 749 Das Ursprungsgebiet der Herstellung von Ring­augenperlen war der mittlere Teil von Italien, woher dann die Kenntnis der Ringaugenperlen im Laufe des 8. Jh. v. Chr. ins Gebiet der ostalpinen, mitteleuropäi­schen Hallstattkultiir gelangte. Perlen dieser Art sind auch unter den Denkmälern der skythischen Kultur des Steppengebietes bekannt. Dort wurden sie in den nordpontischen griechischen Werkstätten hergestellt. Derartige Perlen mit gelber Grundfarbe, die im Fundgut des Mittleren Theiß-Gebietes häufig vorkom­men, sind unter den Grabbeigaben des Steppen-, Waldsteppengebietes aus dem 6.-4. Jh. v. Chr. zu fin­den. 750 Die gelben Ringugenperlen hatten auch eine Vari­ante mit kleinen Buckeln. In Mezőtúr in der Tiefebene kam ein Grabfund mit 13 Stück Perlen dieser Art zum Vorschein (Taf. 34, 7). Zu ihren Fundorten gehören noch das Gräberfeld von Szentes-Vekerzug (Grab 34: Taf. 70, 13), das von Törökszentmiklós - Surján (Grab 35), sowie das Gräberfeld von Chotin (Grab A/43). 7­1 Auch in der Steppegegend sind Ringaugenperlen mit Blickelverzierung bekannt, die dort für die formalen Vorläufer der Perlen in Menschenkopfform aus dem 4. Jh. v. Chr. gehalten werden. 752 743 744 745 746 747 J VASILIEV 1980, Taf. 18,4. \ SZÉKELY 1960, 375. Abb. 3-5. JEREM 1981b, 112. Abb. 7. JEREM 1981a. 215. Taf. 1, 1-2. JEREM 1968, Abb. 20, 7, Abb. 21,12. 748 749 750 751 752 G AAL 2001, 28. Taf. 11. NÉMETI 2000, 167. MANCEVIC 1973, 40; ALEKSEEVA 1975, Taf. 16. DUSEK 1966, Taf. 7, 12-13. ALEKSEEVA 1982, 41.

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