Kemenczei Tibor: Studien zu den denkmälern skythisch geprägter alföld gruppe (Inventarta Praehistorica Hungariae 12; Budapest, 2009)

Der Fundstoff - Schmuck

Zweischieifige Bogenfibeln Möglicherweise gehörte der bogenförmige Fibel­bügel aus dem Gräberfeld von Békéscsaba - Fényes zu diesem Typ. 623 Als Streufund ist dieses Stück nicht genau zu datieren. Aus den Bestattungen der Siebenbürgen-Gruppe sind zwei zweischleifige Bronzefibeln zum Vorschein gekommen (Kisekemezö [Prostea Mica], Sfîntu Gheorghe). 624 Diejenige Schmuckform, die auf dem Balkan vom 8. bis zum 6. Jh. v. Chr. in der Mode war, wurde im Ostteil des Karpatenbeckens erst vom Anfang der Skythenzeit an bekannt. 625 Die Grabfunde aus Sieben­bürgen belegen diese Behauptung. Die Parallelen des Bronzespiegels im Fundmaterial des Grabes von Kisekemezö sind aus den skythischen Bestattungen des Steppengebietes bekannt, die auf das 7. Jh. v. Chr. datiert wurden. 626 Ebenfalls im frühskythischen Fund­stoff kommen die kegelstumpfförmigen Bronzeanhän­ger in der Steppe 627 , in der Tiefebene und in Sieben­bürgen (Ciumbrud) vor. Dreiflügelige Bronzeanhän­ger kamen aus mehreren skythischen Gräbern in der Moldau zum Vorschein. Im ersten Grab von Giurgi­ulesti fand man derartige Anhänger mit einer Fibel mit schildförmiger Fußplatte vergesellschaftet. 628 Die oben angeführten Angaben zeugen davon, dass die Gruppen skythischer Kultur des Karpatenbeckens die Tragung der zweischleifigen bronzenen Bogenfi­beln und der Bronzefibeln mit schildförmiger Fußplatte vom Nordbalkan zur gleichen Zeit über­nommen haben. benen Keramikfunde in die Periode Ha C2 datiert wer­den. Aus einer jüngeren Zeit stammen die Bogenfi­beln aus der Grube 168 und aus dem Haus 270 in der eisenzeitlichen Siedlung von Sopron - Krautacker. Mit dem vorher erwähnten Exemplar zusammen kam auch ein bronzener Haarring mit Nagelkopf zum Vor­schein. 631 Im LJrnengrab von Pomáz lag außer der Fibel ein Bronzearmring mit geripptem Rücken. Diese Schmuckform war in der Periode HaC2 Dl . im gan­zen Gebiet der südostalpinen und der mitteldanubi­schen Hallstattkultur in der Mode. 632 Unter den Bei­gaben des in Transdanubien, in Zamárdi Szamár­domb am Balaton /Plattensee freigelegten Grabes be­fand sich der Meinung von Erzsébet Patek eine Fibel dieser Art 633 mit acht Kahnfibeln vergesellschaftet. In der Wirklichkeit stammen die acht Kahnfibeln mit auf die Periode Ha C2 typischen Keramikfunden zusam­men aus einem Grab, welches während Straßenbauar­beiten vor dem Haus Arany J. Str. 23. in Zamárdi aus­gegraben wurde. 634 Der scheibengedrehte Krug im Fundmaterial des Grabes von Pomáz gelangte durch Handelsverbindungen mit der Tiefebene westlich der Donau. Eine einschleifige Bogenfibel aus Bronze wurde mit einem Gegenstand skythischen Typs der Alföld­Gruppe - mit einer dreiflügeligen Pfeilspitze mit in­nerer Tülle - zusammen im Gebiet der südostalpincn Hallstattkultur (Ljubljana-Grad 13) aufgefunden. Auf Grund der mit ihnen zusammen zum Vorschein ge­kommenen Kahnfibel vom Smarjeta-Typ stammt der Fund aus der Periode Ha Dl. 635 Einschleifige Bogenfibeln mit rippenverziertem Bügel Mit für die Alföld-Gruppe typischen Funden zu­sammen wurden in zwei Gräbern derartige Schmuck­stücke gefunden, die zu dieser Fibelform gehören: Pomáz Grab II, 629 Szabadszállás - Józan Grab 166 (Taf. 63, 6). Aus einer Grube der im Gebiet der mittel­donauländischen Hallstattkultur, in der Flur Város­puszta von Vaszar freigelegten Siedlung kam eine bronzene Fibel dieser Formengruppe zum Vor­schein. 630 Die Siedlung kann auf Grund der ausgegra­623 PÁRDUCZ 1943, Taf. 13,2. 624 KEMENCZEI 2004, 86. Abb.4. 623 BADER 1983, 76 f; GERGOVA 1987, 41 f; VASIC 1999, 50. 626 KUZNECOVA 1991, 124. 127 f. 627 KOVPANENKO / BESSONOVA / SKORYJ 1989, 98. Abb. 29, 16-23. 628 SÎRBIU / NICULITÀ / VANCIUGOV 2000, 89. Abb. 11,2, 13-17. Einschleifige Bogenfibel vom Typ Velem Im Nordteil der Tiefebene, aus der Grube 46/A/53 der eisenzeitlichen Siedlung von Sajópetri - Hosszúrét kam eine Bronzefibel vom Typ Velem mit Keramik skythischer Prägung der Alföld-Gruppe zum Vor­schein. 636 Eine Fibel vom Typ Velem kam auch aus dem ers­ten Haus der Siedlung der Hallstattkultur von Sopron ­Krautacker mit einem Gegenstand skythischen Typs, und zwar mit einer dreiflügeligen bronzenen Tüllen­pfeilspitze zusammen zum Vorschein. Auf ihrem 629 KEMENCZEI 1977, 73. 630 MlTiIA Y 1980, 53. Abb. 19, 14. 631 JEREM 1984, 160. Abb. 11, 1.4, Abb. 15, 2. 632 SIEPEN 2005, 80. 633 PATEK 1993, 138. Abb. 111,11. 634 FEKETE 1985, 72. Abb. 3, 8-15. 635 TERZAN 1998, 553. Abb. 5, 9-13. 636 SZABÓ 2007, Taf. 142, 1.

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