Kemenczei Tibor: Studien zu den denkmälern skythisch geprägter alföld gruppe (Inventarta Praehistorica Hungariae 12; Budapest, 2009)

Der Fundstoff - Schmuck

Kegelenden, eine durchbrochene scheibenförmige Fi­bel, Brillenfibel, sowie ein Diadem aus Blech. Das Grab kann auf Mitte des 7. Jh. v. Chr. datiert wer­den. 595 Mihály Párducz hat der Ähnlichkeit zwischen diesen Grabbeigaben und dem Denkmalmaterial der Skythenzeit in der Tiefebene nachgewiesen. 596 Unter den Fundorten der Fibeln mit schildförmiger Fußplatte östlich der Karpaten ist das erste Grab im Gräberfeld von Giurgiulesti in der Moldau, dessen Beigaben mit den Denkmälern der Siebenbürgen­Gruppe gleiche Merkmale aufweisen. Im Grab wur­den mit der Fibel vergesellschaftet u.a. zwei Bronze­haarringe mit Kegelenden, sechs propellerförmige An­hänger, und sechs Kauri-Schnecken gefunden." 197 Die Mehrzahl der Forscher datiert die Fibeln mit Schildfuß auf das 7.-6. Jh. v. Chr. 598 Eine der ältesten Bestattungen mit Fibelbeigabe dieser Art kam in Sofrienovo im Nordostteil von Bulgarien zum Vor­schein. Im Hügelgrab lagen neben der Fibel u.a. ge­stielte ringförmige Anhänger aus Bronze, eine Tren­sengarnitur, Phiale, ein Golddiadem, sowie ein Tonge­fäß vom Typ Basarabi. 599 Dieser Grabfund wurde auf das Ende des 8., auf den Anfang des 7. Jh. v. Chr. datiert. Davon weicht die von R. Vasic angenommene Datierung ab, wonach die unter den Beigaben befind­liche griechische Phiale aus Bronze nicht von früherer als der Mitte des 7. Jh. v. Chr. stammen kann. 600 Im Gegensatz dazu hielt A. Vulpe dieselbe bronzene Tasse für einen Gegenstand iranischen Ursprungs, und datierte dementsprechend das Grab in eine Zeit vor der Mitte des 7. Jh. v. Chr. 601 Diese Meinung wurde auch von anderen Tassen aus Bronze, bzw. aus Gold vorderasiatischen Typs belegt, die gewiss im Denk­malmaterial aus der Zeit vor der Mitte des 7. Jh. v. Chr. kamen vor (Budapest - Angyalföld, Michal­kowo, Sofia - Kazicene). Auf grund dessen kann man mit Recht behaupten, dass auch die Fibel aus dem Hügelgrab von Sofrienovo aus dieser Periode stammt. 602 Auf Grund der erörterten Funde kann man feststel­len, dass die Bronzefibeln mit schildförmiger Fußplatte im Nord- und Mittelbalkan schon in der er­sten Hälfte des 7. Jh. v. Chr. in der Mode waren, und erst dann in die Tiefebene und nach Siebenbürgen gelangten, als die Kultur skythischer Prägung auch dort schon anwesend war. 595 596 597 598 599 600 TRUHELKA 1904, 40. PÁRDUCZ 1954, 88. Abb. 32. SÎRBIU / NICUI.TA / VANCUJGOV 2000, 89. HANSEL 1976, 174 f; BADER 1983, 90; GERGOVA 1987, 49. NIKOLOV 1965, 168. Abb. 6. VASIC 1999,69. Brillenfibeln Der einzige Fundort dieser Schmuckform in der Tiefebene befindet sich in Újfehértó - Micskepuszta. Hier kam 1913 ein Brandgrab zum Vorschein (Taf. 130, 1), in dem auch eine Fibel gefunden wurde. Aus drei Gräberfeldern der Siebenbürgen-Gruppe kamen bronzene Brillenfibeln zum Vorschein: Cium­brud Grab 4.14, Cristesti Grab 7, Ozd Grab 15. Cristesti. 603 Das typische Merkmal dieser Fibeln ist, dass es bei ihnen keine Achterschleife zwischen den zwei Spiralscheiben gibt. Es gibt keine genau datierbare Gegenstände unter den Fundstücken, mit denen zusammen die Fibel im Urnengrab von Újfehértó - Micskepuszta in der Tief­ebene aufgefunden wurde. Die Form der doppelkoni­schen Urne mit Buckelverzierung kommt in der Be­stattungen der Tiefebene selten vor, viel öfter aber in der siebenbürgischen Grabkeramik. 604 Ebenfalls unter den Beigaben der Gräber in Siebenbürgen findet sich die größte Zahl der Bronzeringe mit je vier und sechs angegossenen Ösen. Mehrere derartige Bronzegegen­stände sind auch aus Bestattungen der Alföld-Gruppe zum Vorschein gekommen (s. unter den Teilen des Pferdegeschirrs). Die siebenbürgischen Grabfunde belegen, dass Brillenfibeln in der östlichen Hälfte des Kaipatenbeckens in der ersten Periode der Skythenzeit getragen wurden. Die Elerstellung dieser Fibeln konn­te örtliche Traditionen gehabt haben, weil Fibeln die­ser Art sowohl in der Tiefebene, wie auch in Sieben­bürgen im Denkmalmaterial der vorangehenden Perio­de aufzufinden sind. 605 Aus mehreren Teilen zusam­mengesetzte Brillenfibeln waren auch zur Zeit der Hallstattkultur noch in der Mode. 606 Aber die skythen­zeitlichen Fibeln waren im Vergleich zu den hallstatt­zeitlichen kleiner, sie wurden aus dünnerem Draht ge­fertigt. Auf diese Weise ist es nicht ausgeschlossen, dass die skythenzeitliche Mode dieser Fibelform mit anderen Schmucktypen zusammen vom Nordbalkan stammte. Scheibenfibeln. Im Gebiet der Alföld-Gruppe kamen nur im Gräberfeld von Szentes-Vekerzug aus den Gräbern 30 (Taf. 70, 2), 57. 71. (Taf. 73, 8, Taf, 75, 1-2), 125. (Taf. 77, 12) Fibeln dieser Art zum Vorschein. 607 601 <M)2 603 604 605 606 607 VULPE 1990, 110. KEMENCZEI 1995, 340. BADER 1983, 56-57; KEMENCZEI 2004, 84. Abb. 3. VASILIEV 1980, Taf. 6-7. BADER 1983, 59. PABST-DÖRNER 2000, 18-31. KEMENCZEI 2004, 88. Abb. 5, 91. Abb. 6.

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