Kemenczei Tibor: Studien zu den denkmälern skythisch geprägter alföld gruppe (Inventarta Praehistorica Hungariae 12; Budapest, 2009)

Der Fundstoff - Schmuck

Glasperlen, und mit einer scheibengedrehten Urne vergesellschaftet (Taf. 69, 10). Die Gewandbesätze mit Rosettenverzierung, Perlen, der tordierte Draht­ring belegen, dass die kleine Bronzetasse eine wert­volle Beigabe der Bestattung einer vornehmen Person gewesen ist. Dieses Fundstück ist im Fundmaterial der Skythenzeit in der Tiefebene einzigartig. Eiseneimer Am Fundort Kerekdomb neben der Eisenfabrik in Miskolc-Diósgyőr wurde u.a. ein Eiseneimer entdeckt. In den 1930er Jahren wurde der bei Kanalgrabung entdeckte Fund als Geschenk dem Museum von Mis­kolc übergeben. Im Fundstoff befanden sich eine Eisenlanze, ein eiserner Ärmchenmeißel, drei Eisen­trensen, sieben Eisenstäbchen, ein bronzener Riemen­verteiler mit Doppelöse, sowie ein aus Eisenblech ge­fertigter Eimer, der eine Attasche hatte (Taf. 161, 1-2). Die Gegenstände wurden zusammen gefunden, deshalb ist es anzunehmen, dass sie zu einer Bestat­tung gehörten. Der Fundort liegt auf einem Hügel am südlichen Rand des Bükk-Gebirges, in der Nähe des Szinva-Baches, der in den Fluss Sajó mündet, der zur Tiefebene fließt. Der Landstich, wo sich Bergland und Flachland treffen, war dicht besiedelt. Wahrscheinlich kam aus dem Kerekdomb genannten Hügel die Bestat­tungsstätte einer führenden Person der dortigen Bevöl­kerung zum Vorschein. Vermutlich zeigt auch die Eiseneimerbeigabe — eine einzigartige Schmiedearbeit - im Grab den Reichtum der bestatteten Person. Der Eimer wurde aus mehreren trapezförmigen Platten zu­sammengestellt, die Platten wurden mit Flach kopf­nieten befestigt. Der Rand de Eimers wurde oben mit einem Blechband befestigt. Im Karpatenbecken kam Eimerfund aus skythenzeitlichem Grab nur an einer anderen Fundstelle zum Vorschein, aus dem Grab B/50 im Gräberfeld von Chotin. Dieser Fund besteht aus Eisenbändern, die Holzeimer befestigten. 580 Wegen seiner zweifelhaften Fundstelle kann man den angeblich in Szöny, d.h. im Gebiet der mittel­donauländischen Hallstattkultur gefundenen Bronze­kessel™ nur mit vollem Vorbehalt bei den skythen­zeitlichen Denkmälern Ungarns erwähnen. Das Stück ist einer der aus Bronze gegossenen Fußkessel mit zwei Henkeln ausgeprägt skythischen Typs. Derartige Bronzekessel wurden im 5.-4. Jh. v. Chr. im Steppen­und Waldsteppengebiet hergestellt und in den Gräbern gelegt. 582 Im Zusamenhang mit dem Fundort des Fundstückes von Szöny erhoben sich deshalb Zweifel, weil das Ungarische Nationalmuseum dieses Objekt 1894 von einem Antiquitätenhändler ankaufte. Es kam damals vor, dass man einem archäologischen Fund unbekannter Fundstelle einen falschen Fundort im Kaipatenbecken zuschrieb, um das Stück zu höherem Preis verkaufen zu können. Szöny (Oszöny, Brigetio) war schon in der zweiten Hälfte des 19. Jh. v. Chr. ein bekannter Fundort. Wenn man also diesen Ortsnamen angab, schien der Ursprung des Fundstückes authen­tisch zu sein. Natürlich konnte ein skythischer Kessel ins westliche Gebiete gelangen, aber gerade zu der Zeit, als die derartigen Bronzegefäße im Gebrauch waren, brachen die Beziehungen zwischen dem Step­pengebiet und dem Kaipatenbecken ab. Hier muss man noch bemerken, dass früher András Alföldi den angeblich in Szöny aufgefundenen Bronzekessel als einen Fund aus der Hinterlassenschaft der Hunnen er­wähnte," 183 erst dann zählte ihn Mihány Párducz zu den skythischen Denkmälern von Ungarn. 584 SCHMUCK Man kann von den Schmuckstücken, die aus Bestat­tungen zum Vorschein gekommen sind, mit vollster Gewissheit nicht behaupten, dass sie ausschließlich Zubehöre der Frauentracht gewesen sein konnten, weil selten je ein Stück Haarring, Armreif, Nadel mit Eise­naxt, Pfeilspitze vergesellschaftet (z.B.: Tiszavasvári - Dózsa-telep Grab 37, Csárdapart Grab 32, 48, Vámosmikola Grab 27) im Grab lagen. Aber in den meisten Fällen kommen diese Gegenstände nicht zusammen vor, d.h. sie weisen auf das Geschlecht der bestatteten Person nicht hin. Nadeln Auf Grund der Formen des Nadelkopfes und der Verzierung des Schaftes kann man mehrere Varianten unterscheiden, und zwar die folgenden: Bronzenadeln mit gegliedertemtem Kopf; Rollenkopfnadeln aus Eisen und Bronze, Ringkopfnadel aus Bronze, Nadeln mit konischem Kopf oder mit Kugelkopf aus Bronze; Bronzenadel mit senkrechtem Zickzackzier am Hals und mit konischem Kopf Eisennadel mit tordiertem Schaftoberteil; viereckig Bronze- und Eisennadeln mit vierkantigem Oberteil. Fundorte s. in der Liste 6. Unter den Grabbeigaben von Alsótelekes kommen Bronze- und Eisennadeln in großer Anzahl vor, aber sie bilden damit eine Ausnahme im Vergleich zu den anderen Gräberfeldern der Alföld-Gruppe. Für das :0 DUSEK 1966, Taf. 56, 1. 383 ALFÖLDI 1932, 35. 13. 5.. :1 HAMPEL 1894. Abb. 2, PATA Y 1990, 81. Taf 68, 148. 384 PÁRDUCZ 1973, 26. ;2 CLENOVA 1993, 61. Abb. 10.

Next

/
Oldalképek
Tartalom