Kemenczei Tibor: Studien zu den denkmälern skythisch geprägter alföld gruppe (Inventarta Praehistorica Hungariae 12; Budapest, 2009)
Der Fundstoff - Keramik
dem Gefäß aus dem Grab von Chotin gab ein keinen genau datierbaren Gegenstand. Den Beginn der Belegung des Gräberfeldes kann man in die Periode Ha D2 datieren, d. h., dass auch das oben erwähnte Gefäß nicht aus einer früheren Periode gestammt haben kann. Über die Perlen aus dem Grab 48 des Gräberfeldes Törökszentmiklós - Surján kann man im Allgemeinen sagen, dass ihre Mode während der ganzen Periode der Alföld-Gruppe andauerte. Die ältesten Bestattungendes Gräberfeldes stammen aus der Periode Ha Dl. Mit zwei Gefäßen zusammen, die als Einzelfundstücke gelten (Alsóberecki, Csépa), gelangte auch skythenzeitliche Keramik ins Museum, so kann man annehmen, dass sie aus dem gleichen Fundort stammen. Außer dem Fundstück von Kisköszeg kam noch ein zylinderförmiges, waagerecht kanneliertes Tongefäß im Gebiet der Hallstattkultur zum Vorschein. Sein Fundort liegt in Österreich (Alland). Dieses Fundstück wurde als eine aus der Periode Ha C - D stammende, aus Ton angefertigte Nachahmung von bronzenen Rippenzisten bestimmt. 835 Mehrere andere, ähnlich verzierte Tongefäße, die im Gebiet der mitteleuropäischen Hallstattkultur und der eisenzeitlichen kannelierten Keramik gefunden wurden, gehören wegen ihrer abweichenden Form nicht zu diesem Keramiktyp. 836 Die kannelierte Verzierung solcher Tongefäße im Fundmaterial der Alföld-Gruppe kann aus den Ziermotiven der örtlichen spätbronzezeitlichen Töpferkunst abgeleitet werden. Auch für die Gefaßform gibt es Analogien in der Tiefebene, aber diese stammen aus der mittleren Bronzezeit. 837 Deshalb kann man annehmen, dass diese Keramikform von der skythenzeitlichen Töpferkunst der Tiefebene geschaffen wurde, und deshalb folgt ihre Formgebung nicht dem Motiv derjenigen bronzenen Gefäße der Hallstattkultur, die ähnliche Form mit gerippter Wand haben. Min iaturgefäße. Mehrere Gefaßtypen, Urnen, Töpfe haben in Miniaturgröße angefertigte Varianten in den Grabfunden der Alföld-Gruppe. (z.B. Alsótelekes: Taf. 138, 9, Taf. 139, 21, Taf. 142, 19). Ihre Funktion ist unbekannt, es ist möglich, dass diese Miniaturgefäße statt der Gefäße in Originalgröße in den Gräbern gelegt wurden. Siebgefäße, Gluttöpfe mit kegelstumpfförmigem Körper, Wandung und Boden sind durchbrochen, durchgelöchert: Nyíregyháza - Mandabokor (Taf. 54, 10.11); Szolnok - Zagyvapart: (Taf. 80, 8), Tápiószele Grab 285, 838 Budapest-Rákospalota. 839 Dieser Gefaßtyp ist nicht zeit- und kulturgebunden. Gießlöffel Die Gräber, aus denen u.a. Gießlöffel als Beigaben aus Ton zum Vorschein gekommen sind, sollen die Bestattungen von Handwerkern gewesen sein (Balmazújváros-Hortobágy: Taf. 8, 13, Szentes - Vekerzug Grab 69: Taf. 75, 17.19, Grab 71: Taf. 75, 14, Szurdokpüspöki: Taf 178, 3). Auch in einer Siedlung kam ein Gießlöffel aus Ton zum Vorschein (Bajc: Taf. 183, 8). Ein besonders wertvolles Stück ist jener Gießlöffel, der zur Herstellung von Glasperlen gedient haben konnte. Dieses Exemplar stammt aus dem Grab 71 von Szentes -Vekerzug. Es gibt Gießlöffel auch im fmhskythischen Siedlungsfundstoff des Mittleren Dnestrbeckens. 840 Verzierungselemente Zu den Ziermotiven der handgemachten Keramik gehören die senkrechten Keilmotive, die aus Zickzacklinien bestehenden gravierten, eingeglätteten Motivenleisten. Die Anzahl der derartig verzierten Gefäße, hauptsächlich Tassen, Töpfchen ist gering: Szirmabesenyő (Taf. 78, 2.6.14), Tápiószele (Taf. 87. 2). Tiszabercel (Taf. 93, 11), Tiszavasvári - Csárdapart Grab 47 (Taf. 124, 11, Alsótelekes Grab 6. 12. 17 (Taf. 133, 15..22, Taf. 134, 2). Die senkrechte oder waagerechte Kannelierung ist ein viel häufigeres Verzierungselement der handgemachten Urnen, kleineren vasenförmigen Gefäße, Töpfchen. Die Verwendung dieses Verzierungselementes kann in der Tiefebene auf zwei Quellen zurückgeführt werden. Die erste Quelle ist die Tradition des örtlichen Töpferhandwerks aus der Spätbronzezeit, während die Vorbilder der zweiten auf den von der mitteldanubischen Hallstattkultur übernommenen Keramikformen zu beobachten sind. 833 KERCHLER 1974, 84. Taf. 1 1, 1. 838 PÁRDUCZ 1966, Taf. 40, 7. 836 TERZAN 1990, Taf. 6,. 22-23 . 839 HORVÁTH 2001, 45. Abb. 16, 5. 837 KOVÁCS , T.. Arch.Ért. 1 16 (1989) 6. Abb. 2, 7: Szc- 840 SMIRNOVA 1981, 47. Abb. 5, 1.5 csény - Kerekdomb.