Szabó József: Früh- und Mittelbronzezeitliche Gräberfelder von Battonya. (Inventaria Praehistorica Hungariae 8; Budapest, 2000)

László Bartosiewicz-István Takács: Tierknochenfunde aus den früh- und mittelbronzezeitlichen Gräberfeldern von Battonya

Aus methodologischem Gesichtspunkt ist beson­ders interessant, die durch die Methode von Matol­csi 13 geschätzten Werte von Widerristhöhen mit den von uns errechneten zu vergleichen (Tabelle 2). In der zitierten früheren Bearbeitung multiplizierte der Ver­fasser die größte Länge mit 4,1 und dieser Koeffizient führte zu den hiesigen ähnlichen Ergebnissen. Größere Abweichungen sind im Falle der extremen Werte zu beobachten: die Regressionsgleichungen (dank der In­tegrationskonstante) spiegeln die Zusammenhänge realistischer. Diese Werte sind bei einfachen Anwen­dungen von Multiplikationszahlen gleich 0, bei kleine­ren und außerordentlich großen Individuen müssen wir mit verzerrten Ergebnissen rechnen. Diese Unter­schiede, die auf die Errechnungsmethode zurück­zuführen sind, überholen jene, die sich daraus unver­meidlich ergeben, daß die Maßaufnahmen von ver­schiedenen Personen durchgeführt wurden. Für diese Abweichungen bieten sich einige mahnende Beispiele auch im Knochenmaterial von Battonya, das im Land­wirtschaftlichen Museum aufbewahrt ist. Unter den Ursachen der unterschiedlichen Werten von geschätzten Widerristhöhen müssen wir noch eine erwähnen. Matolcsi konnte den für die Rekonstruk­tionsrechnungen üblichen Koeffizient 4,1 bei kleine­rem Material anwenden, als wir in unserer vorliegen­den Abhandlung. Unsere Serie ist zwar heterogen, zählt aber 92 Individuen. Zoologische, wirtschafts- und kulturgeschichtliche Folgerungen Für die tipologische Einreihung der Haustiere sind in erster Linie nicht die Röhrenknochen, sondern lieber die kompletten Skelette, Schädel und Hornzapfen geeignet. Unter den Grabfunden sind diese nicht vorhanden, deshalb können wir uns lieber auf die schon bearbeiteten Funde eines Objektes von der Fundstelle stützen. Rind Im vorigen erörterten wir schon die Gestaltung der Widerristhöhe. Aufgrund der Morphologie der Röhrenknochen bestimmte Matolcsi die Rinder der Fundstelle als die vom primitiven Typ. Er wies aufgrund der vorgekommenen Hornzapfen auch das Vorhandensein der Schädel vom Brachyceros- und vom Primigenius-Typ nach. 14 In dieser Epoche war 13 MATOLCSI 1968, 70. 14 MATOLCSI 1968, 69. 15 BÖKÖNYI 1974, 122. 16 HAAK 1965. lieber der Primigenius-Typ verbreiteter, es waren aber auch Übergangstypen vorhanden. 15 Schaf Es stand uns nur ein in seiner Länge messbarer Humerus von einem Schaf zur Verfügung. Die Wider­risthöhe steht nach der Methode von Haak 16 (58,9 cm) bedeutend unter den durchschnittlichen Werten der Epoche (70,0 cm). 17 Für die Bestimmung des Typs hatten wir keinen Anhaltspunkt. Schwein Auch unter den Schweineknochen gab es nur einen, der in seiner Länge messbar war. Wir errechneten die Widerristhöhe mit Hilfe der Methode von Teichert, 18 sie erwies sich als zu groß (82,7 cm). Es tauchte die Frage auf, ob dieser Armknochen nicht von einem Wildschwein stammt. Dem widerspricht aber, daß die Maße der Breite und der Tiefe neben dem gegebenen Länge-Wert mit den Maßen der aus dieser Epoche bekannten Schweineknochen übereinstimmen. Nach der Meinung von Bökönyi mischte sich der damalige Hausschweinbestand mit dem Wildtierbestand. 19 Die­se früheren Schweine hatten sehr schlanke und lange Beine. Wir vermuten, daß das von uns untersuchte In­dividuum mit einem großen Körper, aber mit feinerem Knochenbau eine solche Mischung von Haus- und Wildtieren war. Pferd Pferdeknochen wurde nur in ein einziges Grab gelegt. Es ist ein linker hinterer Huf in schlechtem Erhal­tungszustand. Seine Grundfläche mit einem durch­schnittlichen Bogen weist auf ein Tier vom Steppen­Typ hin. Auch unter den früheren Funden kamen Pfer­deknochen vor, diese stammen aber nicht aus Gräbern. 20 Wenn wir das Lebensalter betrachten, ergibt sich ein interessantes Bild. 67,5% der Rinder sind subadult, 32,5% adult. Daraus können wir folgern, daß die jun­gen Tiere nicht gerne geschlachtet wurden, denn man kann von ihnen wenig Fleisch gewinnen. Auch jene adulte Individuen sind in einer kleinen Anzahl 17 BÖKÖNYI 1974, 169. 18 TEICHERT 1969. 19 BÖKÖNYI 1974, 211. 20 MATOLCSI 1968, 66.

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