Kalicz Nánor: Früchneolitische Siedlungsfunde aus Südwestungarn. (Inventaria Praehistorica Hungariae 4; Budapest, 1990)
EINLEITUNG - II. BESCHREIBUNG DER FUNDORTE DER STARCEVO-KULTUR IN TRANSDANUBIEN
IL BESCHREIBUNG DER FUNDORTE DER STARCEVO-KULTUR IN TRANSDANUBIEN 7. Lánycsók - Bácsfa puszta, Égett malom dűlő Die Siedlung der Starcevo-Kultur liegt westlich von der Gemeinde, auf dem südlichen Ausläufer eines auf die Donauebene blickenden, sich 20 bis 25 m hoch erhebenden, halbinselartigen Hügelrückens. Dieser ist mit Löß bedeckt und im Süden und im Westen vom Tal eines kleinen Baches umgeben (Taf. 5, 3). Wegen seiner ausgezeichneten Eignung für Siedlungen war er vom Frühneolithikum an bis ins frühe Mittelalter in beinahe jedem Zeitalter bewohnt. 95 Der Hügel, auf dem der Fundort liegt, wurde 1973 im Zusammenhang mit dem Bau eines nahegelegenen Wasserreservoirs durch einen 200 m langen und etwa 40 m breiten Graben mit steilen Wänden durchschnitten, wobei die ersten archäologischen Funde gemacht wurden. Im Herbst 1973 führten V. Kováts, M. Fekete und K. Kővári kleinere Beobachtung zum Zwecke der Fundrettung durch. Sie erschlossen zwei, zum Teil bereits gestörte Gräber der spätneolithischen Lengyel-Kultur. Ihre Arbeit konnte sich im Wesen nur auf das Sammeln der Funde beschränken. Zur Zeit der Fundrettung hatte man noch nicht erkannt, daß es sich am Fundorte um Denkmäler aus verschiedenen Perioden handle, und man reihte daher das ganze Fundmaterial in die durch charakteristische und gut bekannte Funde vertretene LengyelKultur und in die Bronzezeit ein. 96 Das im Janus-Pannonius-Museum in Pécs gesäuberte Fundmaterial habe ich im Herbst 1975 mit I. Ecsedy zusammen durchgesehen und wir konnten feststellen, daß nicht nur Keramik der spätneolithischen Lengyel-Kultur, sondern auch zahlreiche Fragmente der frühneolithischen Starcevo-Kultur, zusammen mit fast allen Kulturen der Urzeit vertretender Keramik gesammelt worden waren. Im Frühjahr 1976 führten I. Ecsedy und dann B. Maráz am Fundort eine Fundrettung durch, da der Fundort in der Zwischenzeit weiter zerstört worden war. Man hatte die steile Wand des angelegten Grabens schief abgeschnitten und dadurch eine weitere große Zahl archäologischer Objekte zerstöbert. Eine Inspektion des Fundortes - an der ich auch selbst teilnahm - und die vor der Fundrettung stattfand, überzeugte mich davon, daß am oberen Rand der südlichen Böschung noch die völlige oder teilweise Rettung noch zahlreicher Objekte zu erhoffen war. Die Fundrettung fand zwischen dem 25. Mai und dem 25. Juni statt. An deren erster Phase, in der die bedeutendsten frühneolithischen Objekte erschlossen wurden, konnte ich auf Einladung von I. Ecsedy auch selbst teilnehmen. Hiermit danke ich I. Ecsedy für die Überlassung des Publikationsrechtes die zum Vorschein gekommenen neolithischen Funde betreffend. 97 Im Zuge der Fundrettung ergab sich die Möglichkeit, am Rande der südlichen Böschung eine 140 m lange und abwechselnd 2 bis 4 m breite Oberfläche zu säubern und die dort gefundenen archäologischen Objekte hervorzuholen (Taf. 5, 3; Taf. 6). Drei Gruben enthielten Fundmaterial der Starcevo-Kultur in erheblicher Menge (Grube 1, 2/9, und 24). Es sind aber der Starcevoangehörende Funde aus mehreren kleineren und größeren Gruben zum Vorscheim gekommen. In zwei Fällen konnte nicht eindeutig entschieden werden, ob die Gruben zur Zeit der 98 Starcevo-Kultur gegraben worden waren. Grube 1. Ungefähr in der Mitte des Hügels, in der Seite der Böschung. Nur ihr unterer Teil ist erhalten geblieben, zum überwiegenden Teil war sie zerstört. Wahrscheinlich handelte es sich um den Teil eines großen Grubenkomplexes. Die Grube hatte eine unregelmäßige Form und einen unebenen Boden. Die Abmessungen des noch vorhandenen Teils betrugen 4,5 X 2,5 m. Es befanden sich in ihr 175 St Scherben, Rotlehmfragmente. (Taf. 6; Taf. 12, 4: Taf. 24, 1-17). Aus den Scherben ließ sich eine Fußschüssel rekonstruieren (Taf. 12, 4). Leider ist der untere Teil eines sich nach unten siegelartig verbreitenden Tongegenstandes aus sehr porösem Material zerfallen. Sein Sohlendurchmesser betrug 10-12 cm, die fragmentarische Höhe 20 cm. Es kann ein zu den kultischen Gegenständen zählendes „Hornsymbol" gewesen sein. 99 Grube 219. Sie wurde ungefähr in der Mitte des Hügelrückens, am oberen Rand der Böschung gefunden (Taf. 6; Taf. 7, 1; Taf. 8, 1-2, 6). An der Nordseite war ein verhältnismäßig kleiner Teil der Grube, ungefähr 15% zerstöbert worden. Es handelt sich um ein großes, unregelmäßig geformtes, sich in die Länge ziehendes Grubenkomplex mit unebenem Boden und mehrerem eingetieften Grubenteilen. Seine Länge betrug ungefähr 12 m, die größte Breite 6,5 m. Die Tiefe konnte lediglich an den ungestörten Stellen ermittelt werden. Eines gesondert zu behandelnden Teiles „Bothros" ungeachtet (Taf. 7, 2; Taf. 8, 4) betrug die Tiefe im südöstlichen Teil 180 bis 200 cm. Der Inhalt bestand gleichmäßig aus Scherben, Tierknochen und ziemlich viel gebrannte Hüttenlehmfragmenten mit Abdrücken von Zweigen (Taf. 9). Im