Korek József: Die Theiß-Kultur in der mittleren und nördlichen Theißgegend. (Inventaria Praehistorica Hungariae 3; Budapest, 1989)

József KOREK: Die Theiß-Kultur in der mittleren und nördlichen Theißgegend - 8. Innere Entwicklung, Fragen und Chronologie

blicken können. 193 Häufig kommt die eckige Form vor, die gleichfalls eine linearkeramische Eigenschaft ist (Bodrogkeresztúr). 194 Zur gleichen Zeit erscheint aber häufiger die Bemalung, wie dies z.B. auch die Motive an der inneren Fläche der Schüsseln von Paszab zeigen. 195 Diese bemalten Verzierungen nehmen außer dem charak­teristischen dreieckigen Herpály-Muster auch die mit der Bemalung nachgeahmten Linien der eingeritzten Ver­zierung auf. In Kenézlő finden wir die reichen Varianten der Bemalung von Csőszhalom-Charakter neben den typischen Verzierungen der Theiß-Kultur vor. 196 Vom Gesichtspunkt der inneren Chronologie ist das Verhältnis der Denkmäler von Szakáihát- und Szilmeg-Charakter grundlegend. N. Kalicz fand in Tarnabod die Fundorte der Alföld-Linearkeramik und der Szakálhát-Kultur nebeneinander und schloß aus diesem auf den chrono­logischen Unterschied 197 in seiner mit J. Makkay ge­meinsam geschriebenen Arbeit. Sie denken an eine Gleichaltrigkeit in der Relation von Szümeg und Szakái­hát. In dem Gebiet, wo — meiner Meinung nach - Szil­meg selbständig auftritt, ist die Chronologie nicht ein­deutig. In Dévaványa-Simasziget scheint der auf den 1962 durchgeführten Ausgrabungen gefundenen Strati­graphie nach die Keramik von Szilmeg-Typ älter als Szakáihát-Typ zu sein. 198 In dem erschlossenen Gebiet gibt es solche Funde der Szakálhát-Kultur, die Gy. Gold­man in die mittlere bzw. späte Szakálhát-Gruppe reiht oder sie bilden schon einen Übergang in die frühe Theiß­Periode (Battony a-Gödrösök , Battonya-Parázs-tanya). 199 Neuerdings setzen N. Kalicz und P. Raczky diese Fund­orte und Funde vor allem auf die Siedlungsweise grün­dend in die I. Phase der Theiß-Kultur. In Dévaványa­Simasziget war das erschlossene Haus von eckiger Form und aufgehendem Mauerwerk; es wurde aus Lehm ge­baut, in seiner Ecke stand ein Webstuhl, den die Stuhl­belastungen andeuten. Unter den Scherben gibt es viele „Blasenbuckel" und eingeritzte Linien Verzierung. Hin­gegen kam aus der Grube unter dem Haus die charak­teristische Keramik der Szilmeg-Gruppe zum Vorschein. Es gibt viele p unkt verzierte Scherben, plastische Rippen­zierden, „Blasenbuckel", fein ausgearbeitete Keramiken, die für Szilmeg charakteristisch sind und aus diesem ge­langten sie in die Szakálhát-Kultur. Auch im Material der Fundorte des Nordbanats kann der „Blasenbuckel" an­getroffen werden, und wir stimmen Goldman auch darin zu, daß die in der frühen Szakálhát-Kultur vor­findbaren Stücke auch in der Mittleren Theißgegend verfolgt werden können, auch dort, wo das Material der sog. klassischen Theiß-Fundorte vorläufig noch nicht vorliegt (Abschnitt zwischen Csongrád-Nagykörű). Es gibt Meinungen, wonach die Szakálhát-Kultur und die Szilmeg-Gruppe von Anfang an gleichaltrig seien und auch die Ähnlichkeit der „Hauskeramik" die Gleich­altrigkeit und nicht die Wirkung der Szilmeg-Gruppe beweist. 200 Daß die Szilmeg-Gruppe älter ist als die Szakálhát­Kultur beweist unserer Meinung nach der namengebende Fundort, da dort sehr viele Bükk-Keramiken zum Vor­schein gekommen sind, was mit der gesehschaftlichen Mobüität, der regen Fühlung in Zusammenhang steht. Eine ähnliche Lage ist mit der Esztár-Gruppe, wo die Bükk-Keramik ebenfahs in beträchtlichem Maße regi­striert werden kann. 201 Dieser Bestimmung widerspricht nicht die Tatsache, daß auf den Siedlungen der Bükk­Kultur — vor allem auf den Fundorten des Alföld und in den Höhlen - die Szakáihát-Elemente vorgefunden werden können, was hingegen mit der großen Aus­strahlung zu erklären ist, mit der I. B. Kutzián die Szakalhat-Gruppe charakterisiert hat. 202 Es scheint so viel sicher zu sein, daß die Bevölkerung der Szilmeg-, Esztár- und Szakálhát-Gruppe in ein und demselben Zeitalter gelebt haben und örtlich einander vorausge­gangen bzw. gefolgt haben dürften. Für das Gebiet Mittel- und Nordungarns ist aber im Laufe des mittleren Neohthikums dennoch nicht der Motivschatz der Szilmeg-Keramik charakteristisch, son­dern die Ritzverzierung und die Bemalung. Die Ritz­verzierung dominiert zweifelsohne in der Alföld-Linear­keramik auch in Mäanderform. Auf den einen Deckel der in Kisköre-Damm freigelegten Siedlung der Al­föld-Linearkeramik ist eine regelrechte Mäanderver­zierung zu sehen, 203 die sich auch auf einem Gefäß mit zylindrischer Wand wiederholt, in der Form, daß die Verzierung in Feldern geteilt ist und dies wurde auch zur Eigenartigkeit der Theiß-Kultur. Die Teilung in vier Feldern kann noch ausgeprägter auf dem Gefäß von Bogács-Hintóvölgy vorgefunden werden. 204 Die winzi­gen Buckel und die Bemalung an der Theiß-Keramik ruft die späte Nachlassenschaft der Esztár-Gruppe wach. Meiner Meinung nach kann an der späten Theiß-Kera­mik zweifelsohne erkannt werden, daß die von der Herpály-Kultur erhaltenen Wirkungen im Zunehmen sind. Während im Süden die Tehsiedlungen eine sichere Stratigraphie zur inneren Entwicklung (s. Kalicz— Raczky, Tabelle), 205 zur Chronologie geben, kann im Norden in Ermangelung der Stratigraphie bloß aufgrund der Zusammensetzung der Keramik, typologisch die Chronologie umrissen werden. Im Süden unterliegt es keinem Zweifel, daß die großen Telis (Vésztő, Szegvár) noch mit einer Siedlungsschicht der Szakálhát-Kultur beginnen, jedoch sind diese nicht so bedeutend in Szeg­vár-Tűzköves, wie K. Hegedűs bzw. J. Csalog gedacht haben. Die neuere Ausgrabung von Szegvár-Tűzköves brachte nur vereinzelte Szakálhát-Scherben zum Vor­schein, die Ausgrabung von F. Horváth im Jahre 1986 fand sogar im 4 m dicken Teil keine Szakáihát-Funde vor. In Vésztő ist die von K. Hegedűs erwähnte 60—80 cm dicke Szakálhát-Schicht stark übertrieben. 206 Gerade infolge der in der Siedlungsweise vor sich gegangenen Änderung setzten N. Kalicz und P. Raczky den Beginn der Theiß-Kultur — trotz des Fundmaterials von Szakái­hát-Typ oder des Übergangstyps — mit dem Beginn der Teh-Siedlungen in ein und dieselbe Zeit. 207 Im Süden können in der Theiß-Kultur entschieden zwei große Ab­schnitte unterschieden werden. Der eine Abschnitt ist der frühere. Die Keramik enthält zu dieser Zeit noch reichlich Szakálhát-Elemente, so die Barbotinkeramik bzw. die Nageleindrücke. Weniger kommt aber die Ein­ritzung vor und in größerer Zahl ist die Gefaßform mit

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