Korek József: Die Theiß-Kultur in der mittleren und nördlichen Theißgegend. (Inventaria Praehistorica Hungariae 3; Budapest, 1989)

Imre LENGYEL: Über die Laboruntersuchung von menschlichen Skelettresten aus dem Fundort von Kisköre-Damm - 3. Ergebnisse

Tabelle 2. Durchschnittswert, Streuung und Variationskoeffizient der fünf beachteten chemischen Altersindikatoren. Kisköre-Damm spät neolithische Gruppe (n = 21). Primäre chemische Altersindikatoren X SD± VK% Phosphor (gesamt) 3,7286 5,63936 151,24613 Karbonat (in COí-Form) 2,457 10,65403 433,61941 Sekundäre chemische Altersindikatoren Kalzium (gesamt) 23,695 8,69719 36,70473 Kollagen (in Gelatineform) 6,043 3,37333 55,82214 Wasser (Chemisch + Kristall) 14,519 3,13720 21,60750 Tabelle 3. Die chemischen Altersindikatoren in der Referenzserie und die Durchschnittswerte des Citratgchaltes je Altersgruppe. Mórágy-Tűzkődomb, spätneolithisch (n = 68). Altersgruppe P coi Ca 2 + BC H 2 0 Citrat Altersgruppe P coi Ca 2 + BC H 2 0 Mann Frau 0- 5 6,0 1,4 20,0 4,9 15,6 0,06 0,08 6-10 5,1 1,6 24,6 5,3 15,4 0,07 0,095 11-15 4,5 1,7 25,9 6,6 15,0 0,075 0,105 16-20 3,9 2,0 26,2 6,8 15,2 0,08 0,45 21-25 3,7 2,1 25,3 7,5 14,8 0,12 0,5 26-30 3,7 2,2 25,7 7,0 15,0 0,16 0,48 31-40 3,1 2,5 25,4 6,6 13,8 0,3 0,51 41-50 2,3 3,6 20,8 5,8 13,5 0,4 0,5 51-60 1,5 4,5 17,0 4,6 12,6 0,44 0,475 61-70 1,3 5,0 16,2 4,6 12.1 0,415 0,45 bestimmten Individuen nur 19,75 Jahre ausmacht, was um fast 20 Jahren weniger ist als bei den Männern (Tab. 2). Die für das ganze Populationsfragment rechen­bare durchschnittliche Lebensdauer betrug 26,4 Jahre. Vergleichen wir unsere Daten mit der Geschlechts­verteilung und der erreichten Lebensdauer des als Refe­renzserie gebrauchten Populationsfragments von Mórágy­Tűzkődomb, so ergibt sich auf dem Fundort von Mórágy­Tűzkődomb folgende Proportion der beiden Geschlech­ter: Männer: 26 (=38,2%), Frauen: 42 (=62,8%). Be­züglich der ganzen Gruppe von M ór ágy-Tűzkő domb er­gab sich die durchschnittliche Lebensdauer mit 21,2 Jah­ren, mit geringem, 1,4%igem Unterschied zu Gunsten der Männer (Männer: 21,4 Jahre, Frauen: 21,1 Jahre). Im Falle der Gruppe von Mórágy-Tűzkődomb kamen aber unter den Kindern in gleicher Weise Knaben und Mäd­chen vor (Abb. 2-3). Bei der Gruppe von Kisköre scheint außer der Pro­portion der beiden Geschlechter auch die Proportion der Kinder — Erwachsenen verzerrt zu sein: „Kinder" kamen in 8 (=38,16%), Erwachsenen in 13 (=61,9%) Fähen vor. Es ist mit großer Wahrscheinhchkeit vorauszusetzen, daß selbst die aus einer territorial zusammenhängenden Gräbergruppe stammenden Individuen keine enge gene­tische Einheit (z.B. „Familie") gebüdet, oder wenn sie dennoch in enger Verbindung miteinander gestanden haben, so war die Erschließung in solchem Maße partiell, daß sie diese Zusammengehörigkeit selbst innerhalb der Gruppe nicht wahrnehmbar widerspiegelt hat. Im Laufe der Untersuchung der ABO Blutgruppen­eigenschaften erhielt ich von den 21 spätneolithischen Individuen bei 19 ein konkretes Ergebnis, während es mir die Bestimmung der Blutgruppe von 2 Skelett resten (9,52%) nicht gelang (mit allen drei diagnostischen Sera erhielt ich parallel negatives Ergebnis). Die prozentuelle Verteüung der ABO-Phänotypen zeigt bei den Popula­tionsfragmenten von Kisköre, Mór ágy-Tűzkődomb und Gorzsa eine hochgradige Ähnlichkeit (Abb. 4). Die Ähn­lichkeit kann auch mit dem X 2-Test (Kontingenztafel­berechnung) bewiesen werden (Tab. 4). Der infolge der geringen Zahl der Skelettfunde und ihrer partiellen Erschlossenheit unsichere Repräsenta­tionswert ermöglicht nicht das spätneolithische Popula­tionsfragment von Kisköre in weitere „Subpopulationen" zu zerlegen. So kann der eventuelle phänotypische Unterschied zwischen den Männern und den Frauen, der eventuell auf ethnische Differenzen hinweisen würde, nicht analysiert werden. Ebenso unauswertbar wäre auch in den Untergruppen der Kinder und der Erwachsenen die Änderungen der Genfrequenzen und ihrer Verschie­bungen zu analysieren. Die letztere könnte eventuell im Kindesalter die Möglichkeit gewisser, wirksamer Selek­tionsprozesse aufwerfen. Bezüglich des vollständigen neohthischen Teiles des Fragments von Kisköre versuchten wir aufgrund der berechenbaren Genfrequenzdaten (Werte p.q.r.) das voll­ständige serogenetische Profil zu rekonstruieren. Inso­fern wir aufgrund der erhaltenen Werte die Proportion

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