Lovag Zsuzsa: Mittelalterliche Bronzgegenstände des Ungarischen Nationalmuseum, (Catalogi Musei Nationalis Hungarici. Seria Archeologica 3; Budapest, 1999)

Katalog - Leuchter und Kreuzruße

Pyramide, die glatten Füße sind nur mit je einer waagerechten, gravierten Linie verziert. Je ein Zweig der unten vom Fuß ausgehenden Ranken bildet an den Kanten der Pyramide her ausstehende, sich ringsum windende und in dreifingrigen Blättern endende Verzierungen. Auf den durch­brochenen Seiten der Pyramide windet sich die Rankenverzierung zu je drei Kreisen mit Palmettenendem Die Oberfläche der Ranken ist mit doppelter Rippung verziert. Ein schmaler, glatter Streifen läuft die Kanten der Pyramide entlang. Der obere Teil des Leuchters ist brüchig, Vergol­dung ist nur an tiefer liegenden Stellen zu sehen. Zwei Füße und die über ihnen liegenden, ringsum laufenden Ranken sind Kopien, der frag­mentarisch, in drei Stücken ins Museum gelangte Sockel wurde zusammengeklebt und mit den galvanoplastischen Kopien des einzigen, erhalten gebliebenen Fußes ergänzt. Die an den Kanten herausragenden, kreisfönnigen Rankenmotive finden sich an von Falke und Meyer als lothring­isch bestimmten Leuchtern (Nr. 18, 43). Verwandtschaft mit ihnen zeigen auch die glatten, schematischen Tierfüße sowie die Blattenden der gerippten Ranken. Herkunftsort unbekannt, wurde vom Museum mit der Sammlung Ágoston Szalay erworben. Nicht publiziert. 148. LEUCHTERSOCKEL Abb. 148. Ungarisch, zweite Hälfte des 12. Jh. Bronze, gegossen. H: 6,5 cm, Dm: 11 cm Inv.Nr. Kiss 152 Auf drei schematischen Tierfüßen stehende Pyramide, oben Fragment des Schaftes. Auf den Kanten der Pyramide steht je eine aufwärts blickende Hundefigur. Auf den Seiten der Pyramide je eine in emem runden, durchbrochenen Feld nach rechts laufende, den Kopf zurück­wendende Tierfigur mit einer unerkenntlichen, stehenden Figur auf dem Rücken. Analogien zu diesem Leuchter sind uns unter den europäischen, pyramidenförmigen Leuchtern nicht bekannt. Die durchbrochene Verzierung an den Seiten erinnert an die Anhänger gleichaltrigen, durchbrochenen Pferdegeschirrs aus Bronze, die auf den Kanten stehenden Hundefiguren aber an die auf den Reiter­Jäger-Aquamanilen (Kat. Nr. 183, 184) die hierzulande hergestellt wurden. Herkunftsort imbekannt, mit der Sammlung Ferenc Kiss vom Museum erworben. LOVAG 1979, 49, Abb. 13. 149. KERZENLEUCHTER Abb. 149 Deutsch, zweite Hälfte des 12 Jh. (?) Bronze, gegossen, graviert. H: 6,1 cm (volle H: 13,4 cm) B: 10 cm Inv.Nr. 1886.14.17. (Der Fuß ist unter Nr. 57. ll.B. erneut inventarisiert.) Aus zwei verschiedenen Teilen zusammengesetzt. Den Fuß bildet eine auf drei gedrungenen Tierfüßen stehende Pyramide mit durchbrochenen, rankenverzierten Seiten. An den Kanten je eine nach unten kriechende Tierfigur, auf deren Körperoberfläche gravierte Punktierung. Der symmetrische Rankenschmuck der Seiten besteht aus dreifach gerippten, sich in einer Palmette auflösenden Ranken, die Durchbrechungen sind zum Teil nur runde Löcher. Der Oberteil ist glatt, stufig gegliedert. Der Oberteil ist mit Hilfe eines in die Mitte des Nodus gelöteten Stabes mit Schraubengewinde am Fuß angebracht. Flacher, durchbrochener Nodus, unten und oben je ein Ring, sehr grob gegossen, mit sich rundherum windenden, sich zu dreibogigen Blättern auflösenden, gerippten Ranken. Darüber auf einem hohen, glatten, rohrartigen Griff ein runder Tropfenfängerteller mit etwas nach oben gebogenem Rand. An die Unterseite des Tropfenfängers stützen sich drei Drachenfiguren mit zur Seite gedrehtem Kopf und zwei kralligen Füßen. Ihre sich verjüngenden, langen Schweife mit Blattenden sind auf den Griff gestützt, ihre mit gravierten Linien geschmückten Flügel sind auf den Rücken geschmiegt. Der Dom des Kerzenleuchters fehlt, in der Mitte des Tropfenfängers ist das Ende der Schraube aus neuerer Zeit sichtbar. Fuß und Oberteil sind grobe, derbe Gußstücke mit unsicheren Teilformen, vermutlich im Kunst­handel zusammengestellt wurden. Herkunftsort unbekannt, durch das Museum von einem Händler gekauft. FALKE-MEYER 193 5, Nr. 42. Abb. 39; KAMPFS 1957, 131-133, Abb. 2. 150. KERZENLEUCHTER Abb. 150 Deutsch, 12. Jh. (?) Halter 15. Jh. Bronze, gegossen, graviert. H: 6,5 cm (mit Halter 12 cm) B: 10 cm Inv.Nr. 1877.119.V.a.l. Auf drei Füßen stehende Pyramide deren Seiten durchbrochener Rankenschmuck bildet. Die Füße sind glatt, Krallen sind nicht angedeutet, als Schmuck dienen zwei zum Fuß parallele Linien. An den Kanten nach unten kriechende Tierfiguren,

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