Lovag Zsuzsa: Mittelalterliche Bronzgegenstände des Ungarischen Nationalmuseum, (Catalogi Musei Nationalis Hungarici. Seria Archeologica 3; Budapest, 1999)
Katalog - Vortragekreuze und Korpusse
Der Korpus zeigt stilarische und formale Beziehungen zu den Christusdarstellungcn Nr. 53. und Nr. 71., ist aber von weniger guter Ausführung. Herkunftsort unbekannt, durch das Museum von einem Kunsthändler erstanden. LOVAG 1977, 185, Abb. 6. 73. KORPUS EINES VORTRAGEKREUZES Abb. 73 Ungarisch, zweite Hälfte des 12. Jh. Bronze, gegossen, graviert, vergoldet. H: 11,4 cm, B: 10 cm Inv.Nr. 57.17.B. Das Haupt des Korpus ist nach vorn und etwas nach rechts geneigt, die Augen sind geschlossen. Das in der Mitte gescheitelte Haar fällt vom in je drei Locken auf die Schultern, Schnurrbart und Bart sind durch gravierte Striche angedeutet. Die Arme sind im Ellbogen nach oben gebogen, die Daumen sind in die Handflächen geschmiegt, die Handflächen sind durchbohrt, die rechte Hand ist unvollständig. Gerade Linien deuten die Rippen an. Auf dem Lendentuch ein breiter, schräg gekerbter Gürtel mit V-förmigen Plastischen Falten. Die Beine sind ausgestreckt, parallel, aber nicht geschlossen, unter den Füßen eine ovale Platte mit Nagelloch. Die Füße sind stark nach hinten gezogen. Die Gestaltung des Korpus ist italienisch beeinflußt, eine nahe Parallele wurde von ZASTROW-MEIS o. J. (47, Tav. LI) aus einer Mailänder Sammlung publiziert. Herkunftsort unbekannt, aus dem alten Material des Museums aufs Neue inventarisiert. Nicht publiziert. 74. KORPUS EINES VORTRAGEKREUZES Abb. 74 Ungarisch, 12. Jh. (?) Bronze, gegossen, vergoldet. H: 9,3 cm, B: 9,8 cm Inv.Nr. 1928.101. Das Haupt des eine frontale Haltung einnehmenden Korpus ist leicht nach vom geneigt, die Augen sind offen. Das in der Mitte gescheitelte Haar reicht bis in den Nacken, der Bart ist durch gravierte Linien angedeutet. Die Arme sind im Ellbogen leicht gebeugt, die Daumen sind in die Handflächen geschmiegt. Langer Rumpf ohne Andeutung der Rippen. Auf dem Lendentuch ein glatter Gürtelteil, vom in der Mitte zwei senkrechte Falten. Die Beine sind im Knie etwas gebeugt, fcstgeschlossen, unter den Füßen bogige Platte mit Nagelloch. Der Korpus wurde vom Museum aus Békéscsaba (Kom. Békés) gekauft. Näherer Herkunftsort unbekannt. Nicht publiziert. 75. KORPUS EINES VORTRAGEKREUZES Abb. 75 Ungarisch, zweite Hälfte des 12. Jh. Bronze, gegossen, graviert, einst vergoldet. H: 10,8 cm, B: 8,6 cm Inv.Nr. 1895.86.772. Der Korpus nimmt eine frontale Haltung ein, der Kopf ist gerade gehalten, die Augen sind offen, Schnurrbart und Bart nicht angedeutet. Das in der Mitte gescheitelte, nach hinten gekämmte Haar umrahmt das Gesicht auf der Stirn mit einer energischen Linie. Die Arme sind gerade ausgestreckt, auf der Handfläche ein Nagelloch, der Daumen ist an die Hand geschmiegt, die rechte Hand ist abgebrochen. Die Bmstmuskel sind durch zwei bogenförmige, tiefe Gräben angedeutet, die Rippen sind leicht geschwungen. Auf dem Lendentuch ein glatter Gürtel mit vom herabhängender, senkrechter Falte, auf den Schenkeln gravierte, parallele in S-Form gekrümmte dichte Falten. Die Beine berühren einander nicht, sind gerade ausgestreckt, die Nagelstelle ist zwischen den beiden Füßen, in der Höhe der Fesseln. Die Form des Hauptes, der Brust und des Lendentuches des Korpus zeigt eine Beziehung zu den ungarischen Kreuzen mit Schmucksteinen, besonders zum Korpus des in der ehemaligen Sammlung der Piaristen aufbewahrten, von CZOBOR-SZALAY 1897, 66-67, Abb. 86. publizierten Kreuzes. Durch das Museum von einem Sammler im Komitat Békés erstanden. Wahrscheinlich ist es auf dem Gebiete des Komitats gefunden worden. MAGYARORSZÁG RÉGÉSZETI TOPOGRÁFIÁJA 8., A SZARVASI JÁRÁS (Archäologische Topographic Ungarns 8., Kreis Szarvas) (BUDAPEST 1989) 477, 73. t. 1. 76. KORPUS EINES VORTRAGEKREUZES Abb. 76 Ungarisch, Mitte des 13. Jh. Bronze, gegossen, graviert, vergoldet. H: 9,6 cm, B: 10,4 cm Inv.Nr. 1935.137. Auf dem nach vorn geneigten Haupte des Korpus eine Krone mi t vier G iebelaufsätzen , deren Enden abgebrochen sind, vielleicht waren es Lilien. An der Oberfläche graviertes Liniendekor. Christi Augen sind geschlossen, sein Haar fällt auf die Schultern, er trägt Schnurrbart und Bart. Die langen, dünnen Arme sind gerade ausgestreckt, die linke Hand zeigt leicht nach unten, die Daumen sind an die Hände geschmiegt, in den Handflächen Nägel. Die Bmstmuskeln sind plastisch dargestellt, in der Mitte der Brust horizontale, parallele, gravierte Linien, Rippen sind nicht angedeutet. Am glatten Gürtel des Lendentuches schräge,