Lovag Zsuzsa: Mittelalterliche Bronzgegenstände des Ungarischen Nationalmuseum, (Catalogi Musei Nationalis Hungarici. Seria Archeologica 3; Budapest, 1999)

Katalog - Vortragekreuze und Korpusse

dem Knie gravierte, U-fonnige Falten. Die Knie sind gebeugt, die Beine seitlich gerichtet, die Füße stehen auseinander und ruhen auf einem Suppe­dan cum. Das mit Steinen verzierte Kreuz und der Korpus wurden-darauf läßt sich aufgrund von Analogien schließen - in einer unter französischem Einfluß stehenden schwäbischen Klosterwerkstatt hergestellt. NachP. Bloch (1992) gehört es zu der Amrichshausenen Folge. Von unbekanntem Fundort aus dem alten Material des Museums. LOVAG 1977, 172, Abb. 1; LOVAG 1979, 14, Abb. 9; MARTH 1988, 355; BLOCH 1992, VI. C. 9. 54. VORTRAGEKREUZ Abb. 54 a-b Schwäbisch (?) Ende des 12. Jh. Bronze, gegossen, graviert, einst mit Edelsteinen verziert. H: 27,8 cm, B: 21 cm Inv. Nr. 1897.119.8. Großes Krückenkreuz, vorn mitgegossener, erhabener Bandrand, an dem Kreis-Punkt­Verziening entlang läuft. An den äußeren Ecken der Balken und an den Seiten des unteren Kreuzbalkens befinden sich unregelmäßige, leere Ringe, die an den Ecken befindlichen haben kurze Stiele. In der Mitte der Tafeln befinden sich ovale Löcher zur Aufnahme von Edelsteinen, ebenso wie die Ringe an den Rändern. Im Schnittpunkt der Balken diagonal angeordnete, lilicnförmige Blattverzicrung mit gravierter Aderung, eine ähnliche an den inneren Ecken der Tafeln der Seitcnbalken. Auf der Rückseite befindet sich die Punkt-Kreis-Verzierung in Fünfergruppen und als Rahmen um den Platz der Steine. Das untere Balkenende und ein Seitenbalken fehlen, ebenso der Korpus. Die Oberfläche ist stark korrodiert. Aufgrund der Edelsteine, der Tafeln an den Balkenenden und der Umrahmung ist ein Zusammenhang mit den schwäbischen Kreuzen anzunehmen, wegen des fehlenden Korpus läßt sich aber der Ursprung des Kreuzes nur schwer bestimmen. Fundort ist angeblich Nagyvárad (Oradea, Rumänien). Durch das Museum von einem Kunsthändler erstanden. ARCH. ÉRT. 19 (1899) 138. (nur Abbildung); LOVAG 1977, 180, Abb. 3; MARTH 1988,356. 55. VORTRAGEKREUZ Abb. 55 Ungarisch, zweite Hälfte des 12. Jh. Bronze, gegossen. H: 26,8 cm, B: 23,9 cm Inv. Nr. 1921.10. Gegossenes Krückenkreuz auf der Vorderseite mit schmalem, glattem Bandrand, unten abge­brochenem Stieldorn, die Rückseite unverziert. Am oberen Balkenende reliefartig die mit zwei Fingern Segen erteilende Dextera Domini. Der Kopf des Koipus ist leicht seitlich gedreht, das Haar fällt, in der Mitte gescheitelt, in den Nacken, die Augen sind geschlossen, Schnurrbart und lockiger Bart sind vorhanden. Die Arme sind gerade ausgestreckt, die Handflächen mit Nägeln durchschlagen, die Daumen schmiegen sich an die Hand. Die Brustmuskeln sind plastisch geformt, die Rippen nur seitlich, mit Hilfe eingravierter Linien angedeutet. In der Mitte des Lendenschurzes ein nach oben gezogener Knoten, an den Hüften eine zurückgeschlagene Falte. Die einander kreuzenden Zweige des den Knoten in der Mitte umgebenden bandartigen Gürtels hängen in gleicher Länge herunter. Seitlich sind die Falten plastisch, vorn ist die bogenartig abgeschlossene, schürzenartige Raffung auch durch eine eingravierte Linie betont. Die Beine sind im Knie geknickt, sie smd nicht geschlossen und etwas seitlich gerichtet. Unter den Füßen ist eine gewölbte Platte mit einem Nagel am Kreuz befestigt. Das Kreuz ist abgewetzt, von Vergoldung keine Spur. Der obere Kreuzbalken ist schräg zerbrochen, mit Zinn zusammengelötet. Das Kreuz wurde nach dem Muster des vorstehen­den schwäbischen Typs in Ungarn gefertigt. Im ungarischen Denkmalgut ist es das einzige Kreuz mit der Abbildung der Dextera Domini. P. Bloch reiht es in der Zwiefaltenen Folge ein, und hält es mit Fragezeichen schwäbisch, Mitte 12. Jh. Angeblich in Pusztaszentmiklós (Kom. Komárom) gefunden, aus der Sammlung von Hugo Kilényi erworben. POSTA 1918, 158, Abb. 21; VARJÚ 1929, 74, Taf. 38; BÁRÁNYNÉ-OBERSCHALL o.J. 1.582; VALTER 1972, 219; LOVAG 1977, 182, Abb. 5; LOVAG 1979, 14, Abb. 10; MARTH 1988, 356; BLOCH 1992, IVB 10; LOVAG 1994, 11-18. 56. VORTRAGEKREUZ Abb. 56 a-b Ungarisch, zweite Hälfte des 12. Jh. Bronze, gegossen, punziert, vergoldet, einst mit Edelsteinverzierung. M: 25 cm, B: 19,3 cm Inv. Nr. 1937.11. Gegossenes Krückenkreuz, unten geht der Balken in geschweifter Lüüe zum prismenformigen Nodus des - heute bereits fehlenden - Stieldorns über. Im Schnittpunkt der Kreuzbalken eine quadrati­sche Verbreiterung, an ihren Ecken beiderseits je

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